Kanone im Wohngebiet verschreckt Nachbarn

Sicherheit  Dekowaffe muss weg von Straße / Polizei prüft, ob weitere Verstöße vorliegen

Darf eine solche Kanone einfach an der Straße stehen? Anwohner haben das Bild an die Redaktion geschickt. Auch wenn sie nicht gefährlich ist: Ohne Zulassung und auf dem Bürgersteig darf sie es nicht. (Foto: privat)

Leser Uwe Hübner hat das Foto mit der Kanone an die Redaktion geschickt. Dabei handelt es mit großer Wahrscheinlichkeit um eine alte Flugabwehrkanone („Flak“).

Als die Redaktion bei Polizei und Ordnungsamt nachfragte, reagierten diese sofort und Mitarbeiter fuhren in den Buchenweg. Umgehend konnte Stadtsprecherin Anja Graser erste Entwarnung geben: „Die Kanone ist entmilitarisiert, kann also nicht mehr benutzt werden und keinen Schaden anrichten.“

Der Besitzer, den die Mitarbeiter des Ordnungsamtes nicht antrafen, hatte das imposante Gefährt wohl geraume Zeit abgedeckt in der Garage oder dem Garten stehen. Offenbar habe er dort umgeräumt und die Kanone deswegen an die Straße gestellt. Dort kann sie jedoch nicht bleiben: Der Bürgersteig ist nicht zugänglich und auch eine Straßenzulassung fehle, erklärt die Sprecherin.

Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung wollen am Dienstag erneut versuchen, den Besitzer zu erreichen, erklärte Graser weiter. Sollte dieser der Aufforderung nicht nachkommen, würde die Ordnungsbehörde den Bereich absperren.

Anwohner haben sich nicht nur erschreckt, sie haben auch verschiedene Befürchtungen geäußert: „Wir sind hier im Wohngebiet, Kinder könnten daran rumklettern. Es ist nicht beleuchtet, und deshalb im Dunklen schlecht zu sehen. Passen Rettungswagen noch vorbei?“, zählt Uwe Hübner einige der Fragen auf, die ihn und seine Nachbarn beschäftigen.

Dekowaffen auf dem eigenen Grundstück zu haben, ist allerdings nicht verboten

Über Lärm von Metallbearbeitung und Schrott an der Straße, abgestellt vom gleichen Besitzer, habe man sich schon früher beschwert. Ohne Erfolg.

Auf dem Grundstück verboten ist eine untüchtige „Flak“ nicht: „Wenn es sich um eine Dekowaffe handelt, können sie die auch als Wäschespinne in den Garten stellen, wenn sie möchten“, beschreibt Polizeisprecher Guido Rehr anschaulich.

Allerdings will auch die Polizei in Absprache mit der Waffenbehörde am Dienstag prüfen, ob in diesem Fall weitere Verstöße gegen geltendes Recht vorliegen.


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