Leben in westlichen Werten verinnerlichen

INTEGRATION Erster Orientierungskurs für Asylbewerber in Haiger ist abgeschlossen / Zertifikate ausgegeben

Zertifikate für Asylbewerber: die stolzen Kursteilnehmer. (Foto: Stadt Haiger)

Andere erhielten Urkunden, weil sie an einigen Teilen des Lehrgangs teilgenommen hatten, der vom Haigerer Arbeitskreis Migration und Integration (AMIN) und dem Deutschen Roten Kreuz organisiert worden war. Unterstützung kam vom TSV Steinbach und der Haigerer Stadtverwaltung.

In sechs Orientierungskursen war es um Asylrecht, Religions- und Meinungsfreiheit, die Bedeutung der deutschen Sprache, Mülltrennung, Kindererziehung in Deutschland und die Gleichberechtigung von Mann und Frau gegangen.

Die Teilnehmer hätten demonstriert, sagte AMIN-Sprecher Michael Hörder, „dass ihnen die Themen wichtig sind, dass sie mehr über Deutschland erfahren wollen und dass sie bereit sind, sich in Deutschland zu integrieren“. Jetzt gehe es darum, das Gelernte im Alltag umzusetzen. Die Teilnehmer, die fünf oder mehr Kurse besucht hatten, durften sich Freikarten für ein Fußballspiel am Haigerer „Haarwasen“ oder Freikarten für das Hallenbad in Haiger aussuchen. TSV-Geschäftsführer Matthias Georg und Routinier Hüsni Tahiri hatten Tickets für das Freundschaftsspiel des Viertligisten gegen den Bundesliga-Club 1. FC Köln am 7. August mitgebracht.

Michael Hörder berichtete, dass im Juli und Oktober ein weiteres Seminar stattfinden wird, in dem es um Themen wie Rechtsstaat, Demokratie, Justiz und Polizei sowie Straf- und Familienrecht geht. Referenten sind Richter des Amtsgerichts Wetzlar. Die Termine im Juli sind für Asylbewerber gedacht, die Farsi/Dahri sprechen. Für Oktober sind arabischsprechende Menschen eingeladen.

Hörder: Das ist ein jahrelanger Prozess

Der AMIN-Kreis fördert Asylbewerber zum Beispiel auf den Gebieten Sprache, Bildung und Sport. Auch gesellschaftsrelevante Themen werden vermittelt. Ziel sei es, die Asylbewerber dazu zu bewegen, die Themen in ihrem „neuen Leben in der westlichen Welt“ nicht nur zu verinnerlichen, sondern sie auch anzuwenden. „Integration ist keine punktuelle Angelegenheit, sondern ein langjähriger Prozess“, sagte Hörder. (red)


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