Leichensuche an der Zollbuche

EINSATZ Knochenfunde im Wald: Türkischer Familienvater wird seit 1999 vermisst

Mahmut Caner. (Foto: Polizei)

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Im vergangenen Jahr hatte ein Waldarbeiter im Grenzgebiet zwischen Gladenbach und Bischoffen menschliche Knochen entdeckt. Sie wurden aufwendig forensisch untersucht, der DNA-Abgleich mit offenen Vermisstenfällen führte zur Identifizierung des Mannes, der in Mittenaar-Bicken gewohnt hatte. Nach diesem Fund vermutet die Polizei, dass in der Umgebung weitere Knochen des Mannes liegen.

Polizei und THW suchen nahe der Zollbuche nach Leichenteilen

Das Video ist am 8. September, dem ersten Tag der Spurensuche, entstanden.

Sie werden nun gesucht. Fest steht: Mahmut Caner ist tot, Polizei und Staatsanwaltschaft vermuten ein Gewaltverbrechen. Der Familienvater wurde seit dem 3. Mai 1999 vermisst, damals war er 36 Jahre alt.

Polizei und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass Mahmut Caner getötet wurde

Nahe der sogenannten Zollbuche entfernten die Einsatzkräfte am Samstag zunächst Holz und Sträucher auf dem Waldboden. „Auch dabei wird schon auf Knochen geachtet“, erklärte Hauptkommissar Guido Rehr, Pressesprecher der Polizei im Lahn-Dill-Kreis. Seit 1999 sei einiges an Holz auf die Erde gefallen, das weggeräumt werden müsse.

Wird während dieser Arbeiten nichts gefunden, untersuchen Bereitschaftspolizisten den Boden noch intensiver. Dabei wird auch Spezialgerät eingesetzt, um vergrabene Knochen, aber auch metallische Gegenstände zu finden.

Durch den Fund weiterer Überreste des Toten erhoffen sich die Ermittler Hinweise auf die Todesumstände. Die Wetzlarer Staatsanwaltschaft und die Polizei gehen zwar von einem Tötungsdelikt aus – wie Mahmut Caner starb, ist allerdings noch unklar. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte Staatsanwalt Daniel Fass. Zu einem konkreten Tatverdacht machten die Ermittler noch keine Angaben. Auch Informationen zu einem Tatmotiv könnten derzeit nicht mitgeteilt werden.

Bisher hatte es keine Anhaltspunkte für einen gewaltsamen Tod von Mahmut Caner gegeben. Familienmitglieder hatten den türkischen Staatsbürger am 3. Mai 1999 als vermisst gemeldet. „Wir konnten damals nicht ausschließen, dass Mahmut Caner noch lebte“, sagte Staatsanwalt Fass.

Die Ermittlungen waren Anfang 2000 eingestellt worden, nun werden Zeugen gesucht

Vor 19 Jahren hatten die Ermittler nicht ausgeschlossen, dass der Vater einer Tochter und eines Sohnes sich ins Ausland abgesetzt haben könnte und dort untergetaucht war. Anfang 2000 stellte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen ein.

Wie lange die Suchaktion an der Zollbuche dauert, ist noch offen – möglicherweise bis Anfang der kommenden Woche, abhängig davon, wann etwas gefunden werde, sagte Guido Rehr. In diesem Fall werden auch noch Spurensicherer den Fundort untersuchen. Nachts wird die Einsatzstelle bewacht.

Die Beamten bitten mögliche Zeugen, sich zu melden – möglicherweise erinnert sich jemand, Mahmut Caner am Abend des 3. Mai 1999 gesehen zu haben, oder es könnte etwas Auffälliges beobachtet worden sein. Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führen, ist eine Belohnung von bis zu 5000 Euro ausgesetzt.

Um die Holzreste aus dem Wald zu transportieren, setzt das Technische Hilfswerk (THW) Muskelkraft, aber auch ihren Maschinenpark ein: Von der Kettensäge über Bagger bis hin zu mehreren Kipplastern, um die Äste abzutransportieren.

Im Einsatz sind Mitglieder der Ortsverbände Wetzlar, Dillenburg, Biedenkopf und Grünberg. Auch die Verpflegung der Einsatzkräfte läuft über das THW. Polizei und THW hatten sich am Samstagmorgen in Bicken zu einer Einsatzbesprechung getroffen, bevor die Suchaktion im Wald begann.


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