Mittenaar bei Integration weit vorn

Auszeichnung  Preis für afghanische Familie / Diakon Harald Würges geehrt

Auszeichnung: (v. l.) Mittenaars Bürgermeister Markus Deusing, Andrea Thielmann und Dr. Sarah Goos nehmen von Anne Peter-Lauff den Integrationspreis 2017 entgegen. (Foto: Rühl)
Der Gospelchor der Freien evangelischen Gemeinde Ewersbach gestaltete die Verleihung des Integrationspreises mit. (Foto: Rühl)
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Der WIR-Beirat des Lahn-Dill-Kreises hatte den Integrationspreis zum ersten Mal ausgelobt. Insgesamt 1500 Euro waren für innovative Ideen und ehrenamtliches Engagement zu vergeben, die zum gesellschaftlichen Zusammenhalt beitragen und ein Vorbild für weitere Projekte sind. Der WIR-Beirat hatte unter zehn Bewerbern auszuwählen.

Laudatorin Anne Peter-Lauff vom Fachdienst Asyl und Integration stellte bei der Feier im Nachbarschaftszentrum in Niedergirmes die Gemeinde Mittenaar als Preisträger vor.

Gemeinde Mittenaar hat ein großes Netzwerk für Flüchtlingshilfe aufgebaut

Sie hat ein Netzwerk aus Hauptamtlichen, Ehrenamtlichen, Vereinen und Betrieben gebildet. Die Einbeziehung der Betreiber von Flüchtlingsunterkünften und Betrieben, sagte Peter-Lauff, sei außergewöhnlich. Den Preis in Höhe von 500 Euro nahmen Bürgermeister Markus Deusing (SPD), Andrea Thielmann und Dr. Sarah Goos entgegen.

Matthias Holler, Geschäftsführer des WIR-Beirates, würdigte das Engagement der Aßlarer Familie Khalili. Vorgeschlagen hatte sie ihr Nachbar Bernhard Kasteleiner. Said scher Hassan Khalili war 1999 mit seiner Familie aus Afghanistan geflohen.

Als Leiter eines Fernsehsenders war freies Arbeiten für ihn in seinem Heimatland nicht mehr möglich. In Aßlar hat die Familie sich vorbildlich integriert. „Selbst zu Weihnachten haben sie mir Grüße überbracht“, so Kasteleiner. Der Preis, den seine Familie stellvertretend übernahm, wurde Said scher Hassan Khalili posthum verliehen. Er ist im Oktober 2017 im Alter von 72 Jahren gestorben.

Sozialdezernent Stephan Aurand überreichte dem schwer erkrankten Diakon Harald Würges aus Wetzlar den Integrationspreis. Würges habe sich bereits seit den 90er Jahren für Flüchtlinge eingesetzt und Menschen aus dem Balkan betreut. In den vergangenen Jahren war er in der Flüchtlingshilfe Mittelhessen stark engagiert, deren Vorsitzender er war. Zudem hat Würges 2011 die Wetzlarer Tafel gegründet. Er sei noch heute die Seele der Tafelarbeit. 2016 hat der Diakon mit deutschen und syrischen Kindern beim Hessentag in Herborn gesungen. Aufgrund seines herausstechenden Engagements erhielt er den Integrationspreis.

Musikalisch wurde die Verleihung vom Gospelchor der FeG Ewersbach unter der Leitung von Dietmar Hess mitgestaltet.


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