Römer, Feuer und „Schallerei“

Brauchtum  Historischer Markt zum zehnten Mal am Driedorfer Junkernschloss

Am Samstagabend gibt es ein feuriges Spezial in Driedorf: Das Fähnlein zu Dillenburg zeigt seine Show „Funkenflug und Schattenklang“ mit brennenden Springseilen, Stäben, Fackeln, Poi, Feuerschwertern und -fächern. (Foto: K. Weber)
Historischer Hütchenspieler: Auch Gaukler wollen ihr Publikum verblüffen. (Archivfoto: Zammert)
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Bei Elke Simon vergeht derzeit kein Tag, an dem es nicht um den Historischen Markt geht: Die Vorsitzende des Driedorfer Heimat- und Geschichtsvereins und ihre Vorstandskollegen kümmern sich um alles, was für eine solche Veranstaltung gebraucht wird. Das beginnt beim Toilettenwagen und geht bis zum Herrichten und Absperren des Geländes. Der Vorstand ist für alle(s) Ansprechpartner.

Elke Simon: „Nach dem Markt ist vor dem Markt"

„Stunden? Die kann man so nicht sagen“, sagt Simon und überlegt, wie viel Zeit für die Vorbereitung aufgebracht wird. Sie und ihre Helfer notieren das nicht. Eines könne sie aber sicher sagen: „Nach dem Markt ist vor dem Markt. Sobald die ersten Zahlen vom Veranstaltungswochenende vorliegen, muss entschieden werden, ob der Markt im nächsten Jahr wieder stattfinden soll.“

Für die zehnte Auflage, die für das kommende Wochenende im Driedorfer Veranstaltungskalender steht, lohnt der Besuch auf jeden Fall. „Man trifft viele interessante Leute, trotzdem ist es familiär, und ein solches Programm in dieser Kulisse ist selten“, sagt Christine Fischer vom Vorstand. Gerade die Ruinen des Junkernschlosses machten die Veranstaltung besonders. „Diese Kulisse können nur wenige bieten“, ergänzt Schriftführerin Anita Bastian.

Gruppen repräsentieren "ihre" Zeit in Vorführungen

In den Mauerresten ist lebendige Geschichte zu erleben. Die Darstellungen reichen von den Wikingern über die Römer bis hin zur jüngeren Neuzeit. Unter anderem ziehen an dem Wochenende „Odins Gefolge“, römische Legionäre aus Waldgirmes, das Infanterieregiment Oranien-Nassau No. 3 vom Dillenburger Museumsverein, die Freie fränkische Pilgerschaft, der Bergbau- und Feldbahnverein Schelderwald und das Fähnlein zu Dillenburg auf dem 2000 Quadratmeter großen Gelände im Herzen Driedorfs ein.

Es gibt auch Holunderbrause, Schwarzbier vom Fass und Met

Die Besucher können sich auf kleine „Zwischenspiele“ der Gruppen freuen. Diese stellen sich und die Zeit, die sie repräsentieren, in loser Reihenfolge und ohne feste Uhrzeiten vor. Unter anderem sind Schwertkämpfe, Musik und Exerzieren geplant. Beispielsweise baut die Freie fränkische Pilgerschaft einen Baldachin auf, lädt der Bergbau- und Feldbahnverein Schelderwald zu Feldbahnfahrten ein, lässt ein Falkner seine Greifvögel fliegen, sorgt die „Schallerei“ für Musik und unterhält Künstler Gawan mit Stelzenlauf und Jonglage.

Außerdem können die Besucher jedes Lager besichtigen. Dort erfahren sie Interessantes über die Darsteller und die Historie. 20 Gruppen mit rund 150 Darstellern sind angemeldet.

Fähnlein zu Dillenburg zeigt am Samstag eine beeindruckende Feuershow

Für das leibliche Wohl der Besucher ist innerhalb der Schlossruine gesorgt. Taverne, Bäckerei und Küche verköstigen mit Steaks, Würstchen, Forelle, Käse, frischen Hefekuchen, Rosmarinkartoffeln, Marktbrötchen, Holunderbrause, Schwarzbier vom Fass, Met und Wein.

Am Samstagabend gibt es ein feuriges Spezial: Das Fähnlein zu Dillenburg zeigt in Driedorf seine Show „Funkenflug und Schattenklang“ mit brennenden Springseilen, Stäben, Fackeln und Feuerschwertern. Los geht es gegen 21.30 Uhr. An diesem Tag ist der um 11 Uhr beginnende Historische Markt bis 23 Uhr geöffnet.

Tags darauf geht das bunte Treiben von 11 bis 18 Uhr weiter. Der Eintritt kostet am Samstag fünf Euro (inklusive Feuershow) und am Sonntag vier Euro. Kinder unter Schwertmaß haben freien Zugang zum Gelände.


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