Totes Kälbchen löst einen Polizeieinsatz in Roth aus

Landwirtschaft  Ermittlungen gegen den Halter wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz angelaufen

Das tote Kalb liegt auf dem Gelände des Rother Landwirts. Die Mutter des erst wenige Tage alten Tieres fanden die Beamten ebenfalls tot auf. Die Polizei hat Ermittlungen gegen den Bauern eingeleitet. (Foto: privat)
Polizeisprecher Guido Rehr.
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Ein Spaziergänger hatte das tote Jungtier entdeckt und die Polizei verständigt. „Die Kollegen haben auf dem Gelände das tote Kalb und ein verendetes weibliches Rind aufgefunden“, sagt Polizeisprecher Guido Rehr. Anschließend hätten die Beamten Kontakt mit dem Veterinäramt aufgenommen, das die Todesfälle untersuchte.

Demnach ist die tote Kuh die Mutter des verendeten Kalbs. Sie sei wohl bei der Geburt gestorben, so der Bericht. „Bei einer Geburt kann es immer zu Komplikationen kommen, von daher ist das Verenden der Kuh als natürlicher Todesfall zu werten“, so Rehr.

Das Jungtier der toten Kuh habe der Landwirt anschließend umgehend einem Tierarzt zugeführt, so Rehr weiter. Dennoch starb das Kalb wenig später.

Der Polizeisprecher betont: „Für den Tod des Muttertieres kann der Landwirt nicht direkt verantwortlich gemacht werden.“ Zudem spreche die Tatsache, dass er das Jungtier danach sofort einem Tierarzt zugeführt habe, für ihn.

Trächtige Kühe öfter kontrollieren

Aber: Der Driedorfer Bauer reagierte erst, als bereits nichts mehr zu retten war. Ein Landwirt hat jedoch gegenüber einem trächtigen Tier eine besondere Aufsichtspflicht. Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) schreibt dazu in ihrem Merkblatt für die Rinderhaltung: „Die Besichtigung der Tiere muss mindestens einmal täglich erfolgen. Bei zu erwartenden Abkalbungen ist die Kontrollfrequenz zu erhöhen.“

Die Polizei vermutet, dass das in diesem Fall nicht geschehen ist und ermittelt nun wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Der Vorwurf: Der Tod der Kuh und des Kalbes hätten mit der richtigen Vorsorge verhindert werden können.


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