Jahreshauptversammlung des TuS Dietkirchen

Gerhard Edel gibt den Vorsitz nach 20 Jahren weiter
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Gerhard Edel hatte angekündigt, dass er seinen Posten als Vereinsvorsitzender nach zwanzig erfolgreichen Jahres an dessen Spitze zur Verfügung stellten wird.

Den allgemeinen Geschäftsbericht des Vorstandes nutzt er dann auch, um nochmal auf diese lange Zeit zurückzuschauen, ein Resümee zu ziehen. Zwei Schwerpunkte strich er heraus: die stetige im Laufe der Jahre immer weiter ausgedehnte und verbesserte Jugendarbeit und das große, nicht erlahmende Engagement der vielen Ehrenamtlichen im Verein haben den Erfolg des TuS Dietkirchen erst möglich gemacht.

Die ihm oft bei vielen Gelegenheiten direkt entgegengebrachte Anerkennung von außen wollte er so verstanden wissen, dass es nur unter anderem seine Leistung ausdrückt. Den Mitgliedern, denen, die an so vielen Stellen im Verein tätig waren und sind, sei es als Aktive, sei es als Helfer, denen gebührt im Grunde diese Anerkennung.

Auch hier sollte man das indirekte „Mitziehen“ der Ehepartner und anderen Familienmitglieder nicht vergessen und würdigen. Wie auch seine eigene Familie des Öfteren seine Missstimmung hätte erleben müssen, wenn zu viel Sand im Getriebe war - und das dann akzeptiert. Hierfür bedankte er sich nochmal bei ihnen.

War bei Amtsübernahme 1994 der Verein schwerpunktmäßig eher als Fußballverein ausgerichtet, sind mittlerweile Tätigkeitsfelder erweitert worden, seine Abteilungen sind gewachsen. Für etwa tausend Mitglieder (bei 1700 Einwohnern!) steht der TuS. Und davon sind alleine 400 Kinder im Sport aktiv. Der Erfolg der verschiedenen Abteilungen spricht für sich. Nicht nur im Seniorenfußball, der medienmäßig sicher am präsentesten ist, sondern auch im Jugendfußballbereich, beim Turnen, Tischtennis und Tanzen sind die Früchte des engagierten Trainings, immer deutlicher sichtbar. Der gut Ruf des TuS Dietkirchen begegnet ihm nicht nur in der Region. Bis über unserer hessische Landesgrenze hinaus wird der TuS aus Dietkirchen beispielhaft erwähnt.

Die Wanderabteilung des TuS ist gar über die nationalen Grenzen hinaus bekannt. 3000 Wanderer zu bewegen, wie gerade letztes Wochenende geschehen und wie es kein Einzelfall ist, verdient höchste Anerkennung. Der Erfolg der Wanderabteilung führt dazu, dass unser Diekircher Vereinsgelände längst nicht mehr reicht. Diese Zunahme bei der Zahl der Mitglieder und beim Sport sowie unser schönes Vereinsgelände insgesamt bedingen aber auch eine Schattenseite: die Kosten steigen, und sie steigen stärker wie die Einnahmen. In dieser Entwicklung sieht Gerhard Edel fast die größte Herausforderung für die Zukunft. Hier können die Abteilungen durch Initiativen vielleicht etwas (in die Vereinskassen) bewegen. Auf der Kostenseite liegt aber ebenfalls ein Potential: durch die Rücksichtnahme der Abteilungen untereinander, durch Pflege der Anlage und bewussten Umgang mit den Ressourcen lässt sich mancher Euro beim TuS sparen.

Abschließend bedankte sich Gerhard Edel nochmal bei allen Ehrenamtlichen, dem Vorstand und allen Betreuern für die vergangene gute Zusammenarbeit. Dem TuS Dietkirchen wünschte er alles Gute für die (sicher nicht einfache) Zukunft.

Es folgen lang anhaltende „standing ovations“ für den scheidenden 1. Vorsitzenden. Der Bericht des Schatzmeisters zielt in die gleiche Richtung wie schon vorher vom Vorsitzenden aufgezeigt. Der Erfolg des Vereines, das große und schöne Vereinsgelände kosten einfach viel Geld im Personal- und Materialbereich. Dazu bauen steigende Kostenforderungen von außen immer größeren Druck auf. Es könnte der Punkt kommen, an dem sich der Verein die Frage stellen muss, ob er diese Leistungsorientiertheit weiterhin will, sie stemmen kann. Man steht in sportlicher Konkurrenz zu Vereinen, bei denen z. B. Kosten und Pflege des Sportgeländes und der Gebäude von den Kommunen getragen werden. Manche bekommen gar einen Sozialarbeiter an die Seite gestellt, durch die öffentliche Hand finanziert. Eine große Entlastung für diese. Die Eigenverantwortlichkeit wie beim TuS teilen übrigens mit einer Ausnahme alle Limburger Sportvereine – der wachsende Erfolg und die Qualität der Sportanlage stellen in Dietkirchen jedoch eine besondere und zusätzliche Herausforderung dar. Man ist im Gespräch mit der Stadt, sieht aber auch die Grenzen für eine Unterstützung. In einer Situation, wo es immer schwieriger wird die Vereinsfinanzierung zu bewerkstelligen, wäre es sicher wünschenswert, würde diese soziale Arbeit der Vereine weitergehende Unterstützung finden! Ziel muss es also sein, die Kostenseite zu senken und die Einnahmeseite zu erhöhen.

Der Abteilungsleiter Seniorenfußball, Peter Schmitt, strich den hervorragenden Zusammenhalt innerhalb der drei Mannschaften und untereinander heraus. In Verbindung mit der ebenfalls stetigen sehr hohen Trainingsbeteiligung aller drei Teams mit Sicherheit ein wesentlicher Schlüssel des derzeitigen Erfolges. Den langjährigen Erst-Mannschaft-Spielern Miguel Granja und Sascha Merfels, die leider unseren Verein verlassen, wünschte er für ihre neuen Herausforderungen in Niedershausen/Odershausen und bei „07“ alles Gute und Erfolg.

Im Bereich Jugendfußball beschrieb der scheidende Abteilungsleiter Mario Heep den Zulauf an Spieler, wie übrigens auch an interessierten Übungsleitern; als „wahnsinnig“. Auf der einen Seite ist es schön und lässt die Verantwortlichen darüber stolz sein, aber auf der anderen Seite steigt der organisatorische und finanzielle Aufwand in gleichem Maße. Eine Aufgabe, die nicht leicht zu lösen sein wird.

Das gleich große Interesse konnte Elisabeth Edel (Leiterin Gesundheitssport) für ihren Bereich bestätigen. Wie auch die Tischtennisabteilung von einem „Riesenzulauf“ gerade bei den Jugendlichen berichtete. In der Leistungsspitze stellt man sogar zwei jugendliche Teilnehmerinnen an der Hessenmeisterschaft.

Die zweitgrößte Gruppe im Verein stellt das Kinderturnen dar(Leiterin Inge Galetzka). Die vielen Übungsleiterinnen wecken das Interesse am gemeinsamen Sport und halten die Leistungsbereitschaft der Kinder immer wieder hoch.

Die Tanzabteilung von Zehra Winter ist nunmehr im Verband angemeldet und erreichte auf Anhieb in der 3. Bundesliga einen ersten Platz. Die kommende Saison geht es also eine Klasse höher um die Wertungen.

In der Summe fällt auf: die Jugendarbeit beim TuS Dietkirchen ist ein Erfolgsmodell!

Neuwahlen.
Einstimmig wurde Ulrich Schmitt, der bisher 14 Jahre als Schatzmeister fungierte, zum neuen Vorsitzenden des TuS Dietkirchen 1911 e.V. gewählt. In seiner Ansprache betonte er, dass er die vereinspolitische Ausrichtung sicher in der von Gerhard Edel geschaffenen Form weiterführen wird. Dabei knüpfte er aber auch an seine Ausführungen als (scheidender) Schatzmeister an. Die Finanzen werden ein immer gewichtigerer Schwerpunkt sein müssen – in Ergänzung zur Motivation der Mitglieder zum Mitmachen, zum Mithelfen. Ob jeder Willige viel oder wenig einbringt, ist zunächst einmal gar nicht so wichtig. Vielmehr sollte jeder sich als Teil der Gemeinschaft des Vereines begreifen. Wenn sich dann viele einbringen, hält sich der Aufwand des Einzelnen letztendlich in Grenzen.

Der zweite Vorsitzende, Markus Bardenheier, der Geschäftsführer, Andreas Schwickert  und die Schriftführerin Dagmar Belz wurden in Ihren Ämtern bestätigt.

Für den frei gewordenen Posten des Schatzmeisters konnte Martin Rupprecht gewonnen werden.

Der Jugendfußballbereich wird nunmehr von Thomas Sittel geleitet. Eine große Aufgabe für ihn, da er dadurch automatisch auch Vorsitzender der „boomenden“ JFV Dietkirchen/Offheim wird (gemeinsam mit Rolf Gerner, SC Offheim). Zu seiner Entlastung stellte sich Markus Hahn in der neu geschaffenen Position des Stellvertreters zur Wahl. Er wird sich vorrangig um den Juniorenfußballbereich innerhalb des TuS kümmern.

Einen ähnlichen Weg der Arbeitsteilung und-entlastung wählte die Tischtennisabteilung. In Nachfolge des alleinigen Vorsitzenden Armin Mais wurden Carsten Simon (für den Seniorenbereich) und Jochen Belz (für die „Kleinen“) als Abteilungsleiter gewählt.

Den seit dem letzten Jahr vakanten Posten des Leiters Erwachsenturnen übernahm Reinhard Spiekermann.

Darüber hinaus erklären sich in den anderen Sparten des Vereins die bisherigen Abteilungsleiter erfreulicherweise bereit ihre erfolgreiche Tätigkeit weiterzuführen.

Ganz wollte der neue Vorsitzende seinen Vorgänger, Gerhard Edel, aber nicht aus allen Funktionen entlassen. Einstimmig wurde er als (neuer) Vorsitzender des Ältestenrates gewählt.

Bislang gab es ich noch nicht, einen Ehrenvorsitzenden. Aber an diesem Abend wurde Gerhard mit großer Zustimmung der Versammlung zum neuen Ehrenvorsitzenden bestimmt.
Anerkennung und Würdigung für all das, was er in den vergangenen zwanzig Jahren bewegt hat.

Am Ende der dreistündigen Veranstaltung erfuhr die Leitung des TuS in ihrer Gesamtheit auch noch vom Ortsvorsteher, Bernhard Eufinger, eine Würdigung. In kurzen Worten und durch einen Scheck über 700 Euro aus dem (nur kleinen) Etat des Ortsbeirat.

 


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