Turnverein Meudt besucht Weilburg

Historisch-kulturelle Exkursion

"Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah.“ Dieser etwas verfremdete Satz aus Goethes Erinnerungen, dem übrigens Weilburg angeblich auch das Attribut „Perle des Lahntals“ verdankt, hatte sich der Organisator des diesjährigen Herbstausfluges des TVM offensichtlich zu eigen gemacht. Erhard Hermann, Ehrenvorsitzender des Turnverein „Schwarz-Weiß“ Meudt e.V. hatte für diesen Tagesausflug in diesem Jahr Weilburg als Ziel ausgesucht. Rund dreißig Teilnehmer machten sich daher, bei angenehmem Ausflugswetter, mit dem Bus in die doch nur 35 Km entfernte Kleinstadt an der Lahn auf. Während der Hinfahrt wurden die Teilnehmer schon einmal mit der Geschichte der Stadt und ihrem angestammten Fürstenhaus, der walramischen Nassauer, vertraut gemacht. Bernd Schrupp aus Vielbach, ein langjähriger Freund der Familie Hermann, konnte als Stadtführer gewonnen werden. Der Vortrag, der während der Hinfahrt erfolgte, lies schon erahnen, dass die Weilburger Geschichte doch so einiges Unbekannte zu bieten hatte und es konnten auch Zusammenhänge dargestellt werden, die so manchem Teilnehmer durchaus neu waren. So z. B. die Beziehung der großherzoglichen Familie in Luxemburg mit Ihrem Großherzog Henri an der Spitze, zu ihrer Vaterstadt Weilburg. Nach der Ankunft in Weilburg teilte sich die Gruppe. Während einige mit E. Hermann zu der Kristallhöhle in den Stadtteil Kubach weiter fuhren, führte B. Schrupp die zweite Hälfte der Gruppe zu einem Rundgang durch die malerischen Gassen der Altstadt, deren Harmonie jedoch auch dort durch manchen Leerstand getrübt wird. Gegen Mittag wurde in der „Alten Turmschmiede“, in der beide Gruppen sich wieder zusammenfanden, ein Mittagsimbiss eingenommen. Der Weg setzte sich danach durch den Schlossgarten fort, in dem noch die reichhaltige Sommerbepflanzung zu bewundern war. Oberer Schlossgarten und Marktplatz waren die nächsten Stationen. Dort konnte wurde bei strahlendem Sonnenschein eine kurze Kaffeepause eingelegt, dem ein Besuch der ev. Schlosskirche folgte. Nächster Programmpunkt war die Schlossbesichtigung. Das Schloss, so die Führung, diente bis 1816 der herzoglichen Familie als Wohnung, während in der umliegenden Bebauung die Regierung des jungen Herzogtums untergebracht war. 1816 verlegte Herzog Wilhelm Wohnung und Regierung nach Wiesbaden und Weilburg verlor seinen Status als Residenz. Nach dem Schlossbesuch bestand noch alternativ die Möglichkeit das städtischen Heimat- und Bergbaumuseum zu besuchen, oder ein weiterer Bummel durch die Altstadt  zu unternehmen. B. Schrupp begleitete alle Eindrücke mit Hintergrundinformationen, kleinen Anekdoten und Geschichten zu Stadt und Herrschaft Weilburg.

Einen gemütlichen und das Gesehene rekapitulierenden Abschluss fanden die Teilnehmer bei einem Abendessen im „Kubacher Hof“ im Stadtteil Kubach. Die Rückfahrt auf den Westerwald nutzte Hermann zu einem Resümee, bei dem er rundherum zu einem zufriedenstellenden Urteil dieser historisch-kulturellen Exkursion in die alte Residenzstadt kam. Einen besonderen Dank sprach er dabei auch dem „Stadtführer“ Bernd Schrupp für seine Arbeit aus. Das positive Feedback der Vereinsmitglieder gab ihm dabei Recht.

Bernd Schrupp


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