„Kein Engpass bei Versorgung“

Streik  Mitarbeiter nehmen an Kundgebung teil / Kliniken rechnen nicht mit Auswirkungen

Auch bei Vitos in Weilmünster wollen sich Mitabreiter am Streik beteiligen. (Archivfoto: Henche)

Hintergrund der Warnstreiks ist es, laut Andrea Baum, Geschäftsführerin des auch für die heimische Region zuständigen Verdi-Bezirks Wiesbaden, von den Arbeitgebern ein aus Gewerkschaftssicht „verhandlungsfähiges Angebot zu erhalten“.

Betroffen sind am Mittwoch Teile des öffentlichen Dienstes im Landkreis. Auf Nachfrage sagte die Verdi-Geschäftsführerin, dass unter anderem das Personal in den Kliniken zum Warnstreik aufgerufen sei.

Die Vitos-Kliniken in Weilmünster und Hadamar, das Kreiskrankenhaus Weilburg und das St. Vincenz Krankenhaus in Limburg seien betroffen, ebenso die benachbarte Klinik in Idstein (Rheingau-Taunus-Kreis). Warnstreiks gebe es auch bei der Arbeiterwohlfahrt AWO Hadamar sowie im Nahverkehr und bei kommunalen Kitas und Verwaltungen.

Im Kreiskrankenhaus Weilburg wird es durch die Streiks wahrscheinlich nicht zu größeren Auswirkungen kommen. Verdi habe auch für diese Klinik einen Streikaufruf ausgesprochen. Aber angesichts der gerade abebbenden Krankheitswelle und immer noch hoher Krankenstände in der Belegschaft hätten sich diesmal nicht sehr viele Mitarbeiter dafür entschieden, die Arbeit niederzulegen und die zentrale Gewerkschaftskundgebung in Wiesbaden zu besuchen.

Eventuell etwas längere Wartezeiten

„Wir sind momentan noch so von Krankheitsfällen gebeutelt“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Günter Henche im Gespräch mit dem TAGEBLATT. Henche ist auch Verdi-Mitglied und berichtete, die Kollegen hätten ihr Vorgehen diskutiert und sich gemeinsam für diesen Weg entschieden.

Nach einem Gespräch mit dem Betriebsrat rechnet Krankenhausgeschäftsführer Peter Schermuly ebenfalls nicht mit stärkeren Beeinträchtigungen: „Ich gehe davon aus, dass es nicht zu größeren Störungen kommen wird. Eventuell wird es etwas längere Wartezeiten geben, aber ich denke, dass wir auch keine geplanten Operationen verschieben müssen.“ Eine Vereinbarung zur Notfallversorgung sei nicht mit dem Betriebsrat geschlossen worden.

Keine Auswirkungen wird es in den Vitos-Kliniken in Weilmünster geben. Das teilt die Pressesprecherin Susanne Rosa mit: „Auch wenn sich einzelne Kollegen an dem Streik beteiligen und zur Kundgebung nach Wiesbaden fahren werden, auf die Versorgung der Patienten wird das keinen Einfluss haben.“ In Hadamar gebe es zwar einen Aufruf zum Streik, aber bei Redaktionsschluss war noch nicht bekannt, ob sich Mitarbeiter beteiligen werden.

Zu Engpässen werde es auch am St. Vincenz Krankenhaus Limburg nicht kommen, teilt das Krankenhaus auf TAGEBLATT-Nachfrage mit. Zwar gebe es Mitarbeiter, die sich am Streik beteiligen wollen, aber es sei nicht bekannt, wie viele. Jedoch sei mit der Pflegedienstleitung ein Notfallplan erarbeitet worden.

Während des Warnstreiks treffen sich die Beschäftigten nach Verdi-Angaben zu einer zentralen Demonstration in Wiesbaden. Sie startet um 11 Uhr auf dem Kofferplatz (Bahnhofsvorplatz) und führt durch die Innenstadt. Die Abschlusskundgebung ist gegen 12.40 Uhr wieder auf dem Bahnhofsvorplatz. (ve/amm/br)


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