820 Kilometer in elf Tagen radeln

RADTOUR Löhnberger fahren von Heidelberg über die Alpen bis nach Italien

Christian Hoyer (links) und sein Vater Norbert überqueren mit dem Fahrrad den Splügenpass. Dieser liegt 2113 Meter über dem Meeresspiegel. (Foto: privat)

In elf Tagen haben Christian und Norbert Hoyer insgesamt 820 Kilometer zurückgelegt. Durch drei verschiedene Länder sind die beiden Löhnberger mit dem Fahrrad über die Alpen gefahren. "Es war alles cool", sagt Christian Hoyer, für den das schon der zweite Radurlaub mit seinem Vater war. "Mit meinem Vater zu reisen, hat mir besonders viel Freude gemacht. Es hat problemlos mit uns geklappt", erzählt der 33-Jährige.

Am 19. Mai sind Vater und Sohn von Heidelberg zu ihrem Abenteuer auf dem Drahtesel aufgebrochen. Über Pforzheim und den Bodensee ging es in die Schweiz. Hier fuhren sie am Rhein entlang nach Chur, danach auf den Splügenpass, den 2113 Meter hohen Übergang von der Schweiz nach Italien. Nach einer Stippvisite im italienischen Chavenna war die Tiroler Stadt Landeck das Ziel der Reise.

Pausen müssen sein

Die Route hat Christian Hoyer selbst zusammengestellt: "Ich habe einfach geschaut, welche Radwege wo liegen und dann ist eine schöne Route entstanden." Er war es auch, der den Anstoß zu der Radtour durch die Schweiz und über die Alpen gab.

Dass sich dieser Urlaub als Abenteuer herausstellen sollte, merkten die beiden Hoyers spätestens in der Schweiz. Es habe dort einige brenzlige Situationen gegeben. "In der Schweiz werden Radfahrer auch auf Autostraßen gelotst. Gerade in den Alpen gibt es dort viele Tunnel, durch die wir hindurchfahren mussten. Da ist es dunkel, und man weiß nie, von wo als nächstes ein Auto kommt", sagt Christian Hoyer.

Vater und Sohn machten es sich zum Ritual, um die Mittagszeit an einem schönen Platz anzuhalten und auf ihrem Campingkocher Kaffee zu kochen. "Wir haben uns ausgeruht und die schöne Umgebung genossen", erzählt Christian Hoyer.

Auch über die große Gastfreundschaft der Schweizer haben die beiden sich gefreut. Da sie die Unterkünfte immer spontan buchten, kamen sie einmal kurzfristig bei einer älteren Dame unter, die Privatzimmer an Urlauber vermietet. "Wir haben immer etwas gemütliches gesucht, aber die ältere Dame in der Schweiz war wirklich besonders nett. Abends hat sie uns Essen in der Küche gekocht und war sehr fürsorglich. Sie hat uns sogar gefragt, welche Musik wir am liebsten hören wollen."

Zwischendurch hatten die beiden Radreisenden immer wieder mit Anstrengungen zu kämpfen. Vor allem das lange Sitzen im Sattel sei irgendwann sehr unbequem geworden und habe Schmerzen bereitet. Auch das Wetter war nicht immer freundlich. "In den Bergen gibt es immer Wetterumschwünge. Das geht dort ganz schnell", sagt Christian Hoyer.

Norbert Hoyer hatte am Anfang Bedenken, ob die beiden die lange Tour überhaupt bewältigen können. "Aber als wir dann in der Mitte der Ostschweiz waren, war mein Vater auf einmal optimistisch", sagt Sohn Christian.

Am Ende ist Norbert Hoyer begeistert von der Radreise zurückgekehrt. Vor allem die Region Maloja in der Schweiz, die auf 1815 Höhenmetern liegt, hat ihn beeindruckt: "Rund um Maloja erheben sich die mächtigen Zwei- und Dreitausender", schwärmt er.

Weitere Fahrten planen die beiden schon. Nächstes Mal soll es aber eine flachere Strecke werden. "Wir würden gerne einmal an die Nord- oder Ostsee. Nach dieser steigungsreichen Reise könnten wir uns auch eine Flusstour gut vorstellen", sagt Norbert Hoyer. Und sein Sohn ergänzt: "Ja, es darf nächstes Mal ruhig etwas flacher sein. Nord- oder Ostsee sind gut, da ist die Fahrt nicht so gefährlich wie in den Alpen."


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