Aus Fremden sind Freunde geworden

Integration  Begegnungsfest

Integration gelingt den Kleinsten offenbar problemlos: Jana Salah und Emilia Kissel haben im Kindergarten Freundschaft geschlossen. (Foto: J. Weil)

Der Sport war vielfach der Brückenbauer zur Integration; noch immer kommen junge Männer regelmäßig mit dem Zug oder auch mit Fahrrädern, um montags bei den Leichtathletikfreunden Volleyball oder Fußball zu spielen, berichtet der Vorsitzende, Walter Haas.

Und die Villmarer Neubürger nutzen die Angebote des Helferkreises Villmar um die Vorsitzende Angelika Guidry zu wöchentlichen Treffs im Vereinsheim der Leichtathletikfreunde Frauen zum Deutschunterricht, Kinder zur Hausaufgabenbetreuung und zum Spielenachmittag oder Interessierte mit ihren Villmarer Freunden auch für Ausflüge wie jüngst zum Heimspiel von Eintracht Frankfurt oder am 1. Mai zu den Ritterspielen in Freienfels.

Der Begegnungstag war vor allem für die Kinder ein Fest. Der Renner: mit dem Dachdeckerkran von Rene Kissel über 30 Meter in die Höhe schweben und einen neuen Blick auf Villmar erleben. Die Kleinsten spielten im Sand, Größere nutzten die Hüpfburg der Gemeinde Weinbach zum ausgelassenen Toben und schickten Grußkarten mit Ballons vom Serviceteam um Martin Böhmerl in den Himmel.

Die Erwachsenen spielten Volleyball und tauschten sich auf der Terrasse bei Gesprächen untereinander oder mit alten Bekannten aus. Unter ihnen Thomas Weigelt, ehemaliger Beschützer der „Rewe-Camp-Bewohner“, dem die herzliche Wiedersehensfreude junger Pakistani sichtlich gut tat.

„Allerdings hätte dieses friedliche und harmonische Miteinander mehr Besucher verdient“

Auch Sandra Hansen vom Caritasverband zeigte sich hochzufrieden über die gelingenden Integrationsbemühungen in Villmar. „Allerdings hätte dieses friedliche und harmonische Miteinander mehr einheimische Besucher verdient“, sagte Walter Haas kritisch.

Etwa 40 Villmarer, vor allem von den beiden Veranstaltern, aber auch Eltern, deren Kinder in Kindergarten und Schule neue Freundschaften geschlossen haben, und einige neugierige Spaziergänger erlebten das fröhliche Treiben zahlreicher Nationalitäten. „Man müsste diese Atmosphäre der Lockerheit und Akzeptanz des anderen auf den Alltag übertragen können“, sagte Angelika Guidry.

Karin Noll vom Helferteam einer Gemeinschaftsunterkunft in Dorndorf überzeugte sich von der schnellen Aufnahme ihrer Schützlinge, dem Zahnarztehepaar Majd Aljubrail und Kabraeila Matli, die in Villmar dank der Bemühungen der Helferkreis-Vorsitzenden eine Wohnung gefunden haben.

Ihre Gesichter zeigen den ganzen Nachmittag lang ein einziges Strahlen, glauben sie doch jetzt schon optimistischer an einen Neuanfang, sie, die Christen, in Gemeinschaft mit ihren muslimischen und christlichen Nachbarn. Auch Pfarrer Michael Vogt unter den Besuchern sieht es mit Freude.

In Villmar räumten am Abend ein zufriedener harter Kern an Helfern und zahlreiche junge Migranten noch auf. Alle Aktivitäten sind ab sofort anschaulich dokumentiert auf der neuen Homepage www.helferkreis-villmar.com, designt von Sebastian Guidry.


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