Das steckt alles im TAGEBLATT

Aktion Leser blicken hinter die Kulissen des Pressehauses in Wetzlar

Wie genau ein Rollenwechsel von der fast leeren auf eine neue Rolle funktioniert, demonstriert Hans-Peter Metka. (Foto: Glotz)

Hoch hinaus rast das Zeitungspapier durch die 15 Meter hohe Druckmaschine im Pressehaus in Wetzlar. (Foto: Glotz)

Der Zeitungsdruck im Wandel der Zeit: In kleinen Museum des Verlags machen die TAGEBLATT-Leser mit Redakteur Christian Keller eine kleine Zeitreise von Gutenberg bis zur so genannten Linotype, die im Hintergrund steht. Mit dieser Druckmaschine wurde noch bis in die 1980er Jahre gearbeitet. (Foto: Glotz)

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Und es ist eine ganze Menge, was da tagtäglich vor und hinter den Kulissen passiert, damit jeden Tag eine Ausgabe des Weilburger TAGEBLATTs sowie den fünf weiteren Lokalausgaben der Zeitungsgruppe Lahn-Dill, zu der auch das TAGEBLATT gehört, erscheint. Auch wenn die 33 Meter hohe und 550 Tonnen schwere Druckmaschine während des Rundgangs mit TAGEBLATT-Redakteur Christian Keller gerade nicht im wahrsten Sinne des Wortes am Rotieren war, gab es für die knapp 30 Besucher einiges zu sehen und zu erfahren.

Im Papierlager stapeln sich die 1,5 Tonnen schweren Rollen bis unter die Decke

Im kleinen Museum des Pressehauses gab es einen Schnelldurchlauf durch mehrere Jahrhunderte Druckgeschichte. Angefangen mit dem Nachbau einer Gutenbergpresse aus dem 15. Jahrhundert, über den Arbeitsplatz eines Setzers aus den 30er und 40er Jahren des 20. Jahrhunderts – der noch von Hand Buchstabe für Buchstabe in eine Druckvorlage setzen musste – bis hin zur so genannten Linotype-Setzmaschine, mit der noch bis in die 1980er Jahre Druckplatten gefertigt wurden, bevor das Computerzeitalter auch die Druckindustrie revolutionierte.

Geändert haben sich auch die technischen Abläufe. „Während früher gleich mehrere Menschen, angefangen beim Reporter über den Setzer bis hin zum Drucker, einen Text geschrieben, gesetzt und gedruckt haben, übernehmen den Großteil dieser Aufgaben heute Redakteure, die nicht nur schreiben, sondern auch das Layout einer Seite am Computer bearbeiten, Texte redigieren, die Seiten freigeben und auch das Onlineangebot von mittelhessen.de bestücken“, sagte Keller.

Im Anschluss an den historischen Rückblick ging es weiter in die Produktion. Den ersten Halt legte die Gruppe an der Maschine ein, die die bereits am Morgen gedruckten Kleinanzeigen einmal auf große Rollen – zur besseren Lagerung – aufrollt, um sie in der Nacht, wenn die Tageszeitung gedruckt wird, wieder abzurollen, damit die Privatanzeigen wie gewohnt freitags an ihrem Platz sind.

Große Augen machten die TAGEBLATT-Leser auch im Papierlager, wo sich bis zu sieben Meter hoch die riesigen Papierrollen türmen. „Im Schnitt wiegt so eine Rolle 1,5 Tonnen und bringt es auf eine Länge von circa 20 Kilometern“, erklärte Keller den Besuchern.

Am Fuße der 15 Meter hohen Drucktürme konnten sich die Besucher ein Bild davon machen, wo das Papier seine Reise nach oben in die nächste Etage von der Rolle bis hin zur fertigen Zeitung nimmt. Wie genau ein so genannter Rollenwechsel von der fast leeren auf eine neue Rolle funktioniert, demonstrierte Hans-Peter Metka (Foto oben), der bereits seit 41 Jahren dafür sorgt, dass die Druckwalzen rotieren. Ganz nah ging es auch an die Druckwalzen, auf welche die modernen hauchdünnen Druckplatten gespannt werden. Für jede Zeitungsseite braucht es insgesamt vier Varianten jeder Druckplatte. „Mit jeweils einer Platte für Schwarz, Rot, Blau und Gelb können wir alle Farben mischen“, erklärte Keller.

Weiter ging es durch die Versandabteilung, in der vor allem nachts zwischen 1 und 3 Uhr reges Treiben herrscht, damit die gedruckten TAGEBLATT-Exemplare pünktlich im Briefkasten der Abonnenten landen. Zeit für Fragen, Kritik und Anregungen gab es nach fast zwei Stunden am Konferenztisch, an dem zwei Mal täglich die Redaktionskonferenz von Chef,- Mantel-, Lokal-, Sport-, und Onlineredaktion stattfindet. Und natürlich durften die Besucher auch schon einen Blick in die Zeitung des nächsten Tages werfen.


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