Drei Boote kentern am Weilburger Wehr

UNFALL Feuerwehr und Polizei ziehen neun Paddler aus der Lahn

Kurz vor 11 Uhr am Freitag wird ein Großaufgebot an Rettungskräften und Feuerwehrleuten alarmiert. Eine Stunde später können sie wieder zusammenpacken: Die Gekenterten sind geborgen, keiner ist verletzt, niemand wird mehr vermisst. (Foto: Jansen)

Rettungssanitäter und -assistenten des DRK bringen die Gekenterten in die Rettungswache in der Frankfurter Straße. Der leitende Notarzt hat zuvor entschieden, dass keiner ins Krankenhaus muss. (Foto: Jansen)

Im Odersbacher Weg drängen sich am Freitagvormittag 30 Einsatzfahrzeuge. (Foto: Kapp)

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Ein Betriebsausflug und eine Schülergruppe mit 25 Jugendlichen aus Mainz starten am Vormittag mit Kanus am Weilburger Bootshaus. Statt links Richtung Schiffstunnel abzubiegen, steuert ein Vierer-Kanadier auf das Wehr an der Steinernen Brücke zu. Dort können sich die Paddler nicht mehr in ihren Booten halten und kentern. Schüler beobachten das, eilen zur Hilfe und kentern selbst.

Der Pegel der Lahn liegt zu diesem Zeitpunkt bei 3,51 Metern. Ab 3,60 Metern dürfen keine Ruderboote und Kanus mehr auf den Fluss. Morgens um 5 Uhr war der Pegel noch zu hoch, doch im Laufe des Vormittags fällt er. Die Strömung aber bleibt nach den heftigen Gewittern von Donnerstagabend stark.

"Ob das Boot absichtlich Richtung Wehr gefahren ist oder ob es bei der starken Strömung abgetrieben ist, können wir noch nicht sagen", sagt Einsatzleiter und Stadtbrandinspektor Armin Heberling am Mittag.

Klar scheint jedoch: Alle sind wieder an Land. Verletzt wird bei dem Bootsunfall niemand. Einzelne leiden lediglich unter leichten Unterkühlungen. Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes bringen die Gekenterten und den Rest der 25 Mann starken Gruppe in ihre Rettungswache an der Frankfurter Straße. Hier werden sie mit heißen Getränken und trockener Kleidung versorgt. Außerdem wollen sich die Rettungskräfte einen Überblick verschaffen, um sicherzugehen, dass die Gruppe komplett ist.

Hubschrauber der Polizei sucht mit Wärmebild nach möglichen Vermissten

Vereinzelt verirren sich noch Jugendliche zur Einsatzleitung, sie alle werden in die Frankfurter Straße geschickt.

Um auch den letzten Zweifel auszuräumen, dass noch jemand in der Lahn treibt, dreht ein Polizeihubschrauber seine Kreise über Weilburg. Ausgestattet mit einer Wärmebildkamera sucht er die Lahn nach möglichen Vermissten ab. Gegen 12 Uhr gibt Einsatzleiter Heberling Entwarnung. "Der Hubschrauber hat den Flussverlauf in Weilburg abgesucht, nichts gefunden und dreht jetzt ab."

Auch Bürgermeister Hans-Peter Schick (parteilos) ist am Unfallort und lässt sich von Heberling über die Lage informieren. In Absprache mit dem Kur- und Verkehrsverein entscheidet der Rathauschef, den Rest des Tages keine Kinder und Jugendlichen mehr auf die Lahn zu lassen. "Erwachsene, die heute noch Boot fahren wollen, klären wir genau auf", sagt Schick - erleichtert, dass nichts Schlimmes passiert ist.

Auch Einsatzleiter Heberling kann da schon wieder scherzen. "Das sind nicht die Ersten, die das Wehr genommen haben. Aber so weit ich weiß, sind die Bootsfahrer dabei bisher immer nur nass geworden."

Während sich bei Einsatzkräften und Bürgermeister Entspannung breit macht, wundern sich Passanten am Postkreisel noch immer über die Kulisse. 30 Einsatzfahrzeuge sind rund um den Odersbacher Weg unterwegs, fünf Boote im Einsatz. Die Polizei riegelt die Zufahrt vom Kreisel in die schmale Straße ab. Vor Ort sind nicht nur Feuerleute aus Weilburg und Limburg, sondern auch das DRK, die Malteser, die Wasserschutzpolizei und die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG).

"In solchen Fällen wird auch immer gleich die Tauchergruppe der Feuerwehr aus Limburg alarmiert. Das nachträglich zu machen, würde zu lange dauern", erklärt Heberling. Gebraucht wurde sie glücklicherweise nicht.


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