Es gibt weniger Bewerber

Beruf  Arbeitsagentur zieht Bilanz für das Ausbildungsjahr 2016/17

Ende September gab es im Kreis Limburg-Weilburg noch freie Lehrstellen als Bäckereiverkäuferin. (Foto: Agentur für Arbeit)
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„Gegen den Hessentrend“, so skizziert die Vorsitzende der Geschäftsführung, Angelika Berbuir, kurz die Entwicklung des Ausbildungsmarktes von Oktober 2016 bis 30. September 2017.

Während landesweit sowohl die Zahl der Bewerber (plus 2,3 Prozent) und der gemeldeten Ausbildungsstellen (plus 1,4 Prozent) leicht gestiegen sind, gingen rund um Limburg, Weilburg und Bad Camberg beide Kennzahlen zurück.

1668 Jugendliche suchten im genannten Zeitraum mit Hilfe der Limburger Arbeitsagentur einen Ausbildungsplatz. Das waren 23 Jugendliche weniger (1,4 Prozent) als ein Jahr zuvor. „Auf den ersten Blick erscheint das wenig dramatisch“, sagt Berbuir. Betrachte man allerdings die Entwicklung der vorigen fünf Jahre, stünden den Betrieben in diesem Jahr 436 Ausbildungsplatzbewerber weniger zur Verfügung als im Jahr 2012. Der Bewerberrückgang betrage somit knapp 21 Prozent.

Einen Rückgang gab es in diesem Jahr auch auf der Angebotsseite: 1114 Ausbildungsstellen meldeten die heimischen Betriebe und Verwaltungen der Arbeitsagentur zur Besetzung – 71 weniger als im Ausbildungsjahr zuvor (6,0 Prozent).

„Das ist umso bedauerlicher, als in den nächsten Jahren die geburtenstarken Jahrgänge dem Arbeitsmarkt den Rücken kehren und so erhebliche Lücken in den Unternehmen hinterlassen“, berichtet die Agenturchefin weiter. Auch wenn seitens der Unternehmen immer wieder die mangelnde Qualifikation der Schulabgänger als Rückzugsgrund genannt werde, gelte es jetzt, die zukünftig dringend benötigten Nachwuchskräfte heranzubilden.

Förderungen sollen schulische sowie fachtheoretische Defizite der Bewerber ausgleichen

Die Arbeitsagentur könne mit „ausbildungsbegleitenden Hilfen“ (abH) und der „Assistierten Ausbildung“ (ASA) dabei helfen, schulische sowie fachtheoretische Defizite auf der Bewerberseite abzubauen.

Erfreut zeigte sich Berbuir, dass es trotz der Rückgänge auf der Angebots- und Nachfrageseite des Ausbildungsmarktes gelungen sei, die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge gegenüber dem Vorjahr nahezu konstant zu halten.

817 abgeschlossene Ausbildungsverhältnisse seien zustande gekommen – zwei weniger als im vorigen Berichtsjahr. Gleichzeitig sei der Anteil an geförderter Ausbildung um 19,3 Prozent auf 134 neue Ausbildungsverhältnisse gesunken.

Dies sei nur möglich gewesen, weil sich die ausbildungsbereiten Unternehmen in Anbetracht der veränderten Vorzeichen zunehmend flexibler zeigten, wenn es um die Nachwuchsgewinnung gehe, ist die Arbeitsmarktexpertin überzeugt.

546 Ausbildungsplatzsuchende entschieden sich mangels Ausbildungsvertrag für eine Alternative, wie beispielsweise eine weiterführende Schule, ein Studium, einen sozialen Dienst oder eine Fördermaßnahme. 286 Bewerber meldeten sich im laufenden Jahr bei der Berufsberatung ab, ohne Gründe dafür mitzuteilen. 19 Ausbildungssuchende blieben zum Stichtag Ende September unversorgt.

Dem standen zum Berichtsjahresende 93 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber, die meisten davon als Straßenbauer. Unbesetzte Ausbildungsplätze in nennenswertem Umfang gab es auch noch für Bäckereiverkäuferinnen, Bäcker und als Anlagenmechaniker in der Sanitär-, Heiz- und Klimatechnik. (red)


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