Kinderporno-Ermittlungen sind beendet

JUSTIZ  Ob Anklage gegen 55-jährigen Bistumsmitarbeiter erhoben wird, steht noch nicht fest

Digitale Welt mit Einsen und Nullen: Computerforensiker haben im Limburger Kinderporno-Verdachtsfall ihre Ermittlungen abgeschlossen. Nun muss die Staatsanwaltschaft entscheiden. (Foto: Berg/dpa)

Im vergangenen Februar hatten Ermittler Büros im bischöflichen Ordinariat in Limburg durchsucht. Dabei wurden Laptop, Tablet-Computer sowie USB-Sticks des damals 55-Jährigen beschlagnahmt. Die Polizei war auf das Bistum zugegangen, da sie nach einer bestimmten IP-Adresse suchte – eine Art Nummernschild im Internet. Computerforensiker hatten seitdem diese Gegenstände auf der Suche nach verdächtigen Dateien untersucht. „Aufgrund der enormen Datenmenge kann dies einige Wochen dauern“, sagte ZIT-Sprecher Ungefuk vergangenen Februar noch.

In der Tat: Es sollte einige Monate dauern, bis die IT-Spezialisten das Material auf den Datenträgern ausgewertet hatten.

Auswertung dauerte mehrere Monate

Der technische Teil der Arbeit ist jetzt abgeschlossen, nun geht es wohl um die juristische Bewertung des Falls. Doch dazu macht die ZIT derzeit noch keine Angaben. „Über die Abschlussentscheidung kann ich Ihnen derzeit noch keine Auskunft erteilen“, sagte Ungefuk. Die „förmlichen Voraussetzungen“ für eine Auskunft dazu lägen noch nicht vor. Damit ist noch offen, ob – und gegebenenfalls wann – es zu einer Anklage gegen den Bistumsmitarbeiter kommen wird.

Das Strafrecht hatte in Sachen Kinderpornografie eine Verschärfung erfahren, nachdem dem ehemaligen SPD-Innenpolitiker Sebastian Edathy der Besitz von Kinderpornografie vorgeworfen wurde. Strafbar macht sich seitdem unter anderem jeder, der Kinder und Jugendliche nackt fotografiert, um die Aufnahmen zu verkaufen oder zu tauschen. Auch das Anbahnen von Sexualkontakten mit Kindern im Netz ist seitdem strafbar. Der Bistumsmitarbeiter wurde vergangenes Jahr vom Dienst freigestellt, bis die Vorwürfe geklärt sind, wie es damals hieß. Der Mann hatte nach Bistumsangaben in einer früheren Funktion mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet. Missbrauchsfälle wurden aber nach dem Bekanntwerden des Kinderporno-Verdachts nicht gemeldet. (br)


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2018
Mehr zum Thema
Kommentare (0)
Mehr aus Region Weilburg und Limburg