Mähdrescher laufen auf Hochtouren

BAUERN Normale Ernte erwartet

Erwarten eine durchschnittliche Ernte (v. l.): Bernd Schäfer (Vizevorsitzende des Kreisbauernverbands), Armin Müller (Vizepräsident des Hessischen Bauernverbands), Weilmünsters Bürgermeister Manfred Heep und der Präsident des Hessischen Bauernverbands Friedhelm Schneider.

Getreideart Nummer eins: Weizen ist mit einer Anbaufläche von 165 700 Hektar die wichtigste Getreideart Hessens. Der Hessische Bauernverband erwartet dieses Jahr eine durchschnittliche Ernte von zwei Millionen Tonnen Getreide - wenn ihnen das unbeständige Wetter keinen Strich mehr durch die Rechnung macht. (Fotos: Röder)

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Bereits sehr früh haben Hessens Bauern dieses Jahr beginnen können, die Wintergerste zu ernten. Im Hessischen Ried bereits um den 20. Juni herum. Auch bei Armin Müller, dem Vizevorsitzenden des HBV und Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Limburg-Weilburg, ist die Wintergerste bereits gedroschen. Vergangenen Sonntag haben er und seine beiden Söhne Timo und Maik Müller, mit der Weizenernte begonnen. "In der zweiten Juli-Woche wurden die Erntearbeiten jedoch durch ergiebige Niederschläge unterbrochen", sagte HBV-Präsident Friedhelm Schneider. Generell seien die Pflanzen dank eines milden Winters mit einem Wachstumsvorsprung in die Ernteperiode gestartet.

Dennoch bereitete das unbeständige Wetter so manchem Landwirt Probleme. Insbesondere die Trockenheit in den Monaten März und April sorgten für eine Bodenfeuchte "so niedrig wie noch nie seit 1962", so Schneider. Selbst der verregnete Mai konnte das nicht vollständig ausgleichen.

Die Prognose einer Durchschnittsernte von rund zwei Millionen Tonnen Getreide sei allerdings mit Vorsicht zu genießen. "Bislang ist erst ein Drittel der Getreideflächen abgeerntet", erklärte Schneider. Insbesondere in den vergangenen Wochen kam es in Hessen zu Hagelschäden und rund 3500 Hektar beschädigten Getreides - ein Gesamtschaden von gut fünf Millionen Euro. "Ein Hagelschlag kann alles zunichte machen", bilanzierte der HBV-Präsident.

"Wir holen hier schließlich das täglich Brot für alle rein", sagt Bernd Schäfer

Die wichtigste hessische Getreideart ist laut Schneider wie in den vergangenen Jahren der Weizen. Rund 165 000 Hektar werden hessenweit angebaut. Auch bei Müller, der auf seinem Hof den Schwerpunkt auf Saatgutvermehrung legt, bildet Winterweizen das Gros des Getreideanbaus. Auf 118 Hektar seiner insgesamt 350 Hektar großen Ackerflächen wächst Weizen. Neben Weizen baut er Gerste, Hafer und andere Getreidesorten an. Ein Schwerpunkt liegt auf seinen Milchkühen. 40 Stück hat Müller derzeit; dazu 100 Mastschweine.

Weilmünsters Bürgermeister Manfred Heep (parteilos) und der Vizevorsitzende des Kreisbauernverbands Limburg-Weilburg, Bernd Schäfer, appellierten an die Bürger, in den kommenden Wochen Rücksicht auf die Erntearbeiten und die damit einhergehende Geräuschbelastung zu nehmen. "Wir holen hier schließlich das täglich Brot für alle rein", sagte Bernd Schäfer.

 

Info: Ernteergebnisse im Überblick

Gerste: Die Anbaufläche beläuft sich in Hessen in diesem Jahr auf 66 500 Hektar, das sind 300 Hektar weniger als im Vorjahr. Der HVB rechnet mit durchschnittlichen Erträgen.
Winterroggen: Winterroggen wurde in Hessen auf einer Fläche von 16 200 Hektar ausgesät. Der Ertrag aus dem Vorjahr könne auch 2014 wieder erreicht werden, so Friedhelm Schneider.
Zuckerrüben und Kartoffeln: In Hessen werden 13 600 Hektar Zuckerrüben und 4500 Hektar Kartoffeln angebaut. Das entsprich dem Vorjahresniveau. Die Mai-Niederschläge können die Trockenheit zu Jahresanfang wettmachen, hofft Schneider.
Spargel: „Die Spargelanbauer sind mit der diesjährigen Ernte sehr zufrieden“, sagte Schneider.
Erdbeeren: Erdbeeren hatten eine gute Saison. Allerdings drückten das große Angebot auf die Erzeugerpreise.


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