Minister sieht Vielfalt als große Chance

Integration  Tagung in Limburg

Sind weiterhin ein Schwerpunkt für die Fachleute und die Betreuer in den Einrichtungen: Kinder mit Fluchterfahrung und auch ihre Familien. (Foto: Jens Büttner/dpa)
Experten tagen in Limburg (von links): Heidi Keller, Daniela Kobelt Neuhaus, Michael Stanke, Heike Hofmann Salzer, Verena Strub, Christine Schaffer, Jürgen Wüst und Alexander Reuß. (Foto: Karl-Kübel-Stiftung)
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Im November 2015 gab es eine erste Fachtagung für pädagogische Fachkräfte in Kitas, Fachberatungen und Trägervertretungen, um die hessischen Kindertageseinrichtungen auch über die Anforderungen im Umgang mit Familien mit Fluchthintergrund zu sensibilisieren und zu informieren. Der Bedarf an den Fachtagen war bis zur letzten Veranstaltung im Dezember 2016 sehr hoch. Aber die Anliegen der Teilnehmer haben sich inzwischen verändert und weiterentwickelt.

Mit der nun gestarteten Reihe von drei vertiefenden Fachtagen in Limburg sowie am 2. November in Bad Hersfeld und am 28. November in Wiesbaden wird den geänderten Bedarfen nachgekommen. Neben einem Fachvortrag und zwei Workshoprunden werden regionale und überregionale Angebote der inklusiven Pädagogik aus ganz Hessen präsentiert und die Vernetzung der Angebote ermöglicht.

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Die Karl-Kübel-Stiftung für Kind und Familie, die auch schon 2016 als Kooperationspartner des Sozialministeriums mit dem Ablauf der Fachtage sowie einem Workshop betraut war, zeichnet auch für die drei neuen Fachtage verantwortlich.

„Kinder und Familien mit Fluchterfahrung sind nach wie vor ein wesentlicher Schwerpunkt unserer Arbeit“, erklärt Daniela Kobelt Neuhaus vom Vorstand der Karl-Kübel-Stiftung. „Die Stärkung von Familien mit jungen Kindern unabhängig von ihrer sozialen, ethnischen oder geografischen Herkunft ist ein zentrales Ziel unserer Stiftung.“

Zu den Mitveranstaltern gehört auch das Hessische „Kindertagespflegebüro“ aus Maintal. Für Kindertagespflegepersonen ist die Betreuung von Kindern mit Fluchthintergrund ebenfalls ein wichtiges Thema. „Auch hier haben sich die Bedarfe verändert.

Expertin weist auf Herausforderungen hin, die sich für die Einrichtungen aus der Diversität ergeben

Der Fachtag als gemeinsames Angebot für Kindertagespflegepersonen und Erzieherinnen und Erzieher soll auf der einen Seite den vielen Schnittstellen gerecht werden, auf der anderen Seite aber auch die wechselseitige Sensibilität für ganz spezifische Herausforderungen befördern“, so Verena Strub vom Hessischen Kindertagespflegebüro.

Den Einstieg in den Fachtag bildete der Vortrag „Umgang mit Vielfalt Kinder mit Fluchthintergrund in der Kindertagesbetreuung“ von Prof. i.R. Dr. Heidi Keller, Fachbereich für Humanwissenschaften, Universität Osnabrück. Keller, die international vergleichend zum Thema Vielfalt forscht, weist schon seit vielen Jahren auf die Herausforderungen hin, die sich gerade für Kindertageseinrichtungen aus der wachsenden Diversität ergeben.

Das Thema ihres Vortrags wird sie im Rahmen eines Workshops weiter vertiefen. Kinderrechte, der Umgang mit Traumata, die Gestaltung von Mehrsprachigkeit sowie der Abbau von Unsicherheiten im Umgang mit Vielfalt sind weitere Workshopthemen.

Die Aufnahme von Kindern aus Familien mit Fluchthintergrund stellt Tageseinrichtungen für Kinder, Kindertagespflegepersonen, Träger und Fachberatungen im pädagogischen Alltag noch immer vor besondere Herausforderungen. „Mit dem Bildungs- und Erziehungsplan (BEP), der Grundlage der pädagogischen Arbeit vieler Einrichtungen ist, verfügen wir in Hessen bereits über eine hervorragende Ausgangslage für einen angemessenen Umgang mit Vielfalt“, erläutert Familienminister Stefan Grüttner (CDU).

„Dieser beinhaltet einen konsequent inklusiven Ansatz und begrüßt Vielfalt und Diversität als eine große Chance und Bereicherung für alle Kinder und leistet damit einen wichtigen Beitrag für das Gelingen von Integration.“

Weitere Informationen auf: https://bep.hessen.de. (red)


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