Moschee lädt zum Austausch ein

VERANSTALTUNG Begegnungen während der interkulturellen Woche in Weilburg

Der Vorbeter der Moschee, Mesud Altun (3.v. r.), der stellvertretende Vorsitzende des türkischen Moscheevereins (r.) Karakoyun Nadir und Übersetzer Gürhan Cakir (2. v. r.) erklären wichtige Teile des Gebetsraums: das Vortragspult für Gespräche vor dem Gebet, die Predigtkanzel und die Gebetsnische. Alle Muslime beten in die Richtung der Kaaba, dem Zentralheiligtum in Mekka. (Foto: Bach)

Seit sechs Jahren finden alle zwei bis drei Monate Treffen von Vertretern der evangelischen und katholischen Kirchen sowie der freien evangelischen und der türkisch muslimischen Gemeinden Weilburgs statt.

Auch die muslimischen und christlichen Frauen, die sonst nicht dabei sind, konnten daran teilnehmen. Rund 50 Personen - darunter auch der Vorbeter der Moschee, Mesud Altun, der stellvertretende Vorsitzende des türkischen Moscheevereins, Karakoyun Nadir, Übersetzer Gürhan Cakir und die Pfarrer Jonathan Blöcher (freie evangelische Gemeinde), Rolf Ringleb (evangelische Kirche) und Werner Nolting (ehemaliger evangelischer Pfarrer) waren der Einladung in die Moschee gefolgt.

Blumen brachte Liesel Bartschat mit, die stellvertretende Vorsitzende des Hausfrauenvereins: "Wir haben zusammen mit den Landfrauen vor zwei Jahren die Moscheefrauen zum internationalen Frauenfrühstück eingeladen. Heute kommen wir zum Gegenbesuch", erzählte sie. Für Axel Gebert, der seit Jahren die IWI (Initiative Weilburg International) unterstützt, war der Besuch selbstverständlich.

"Ich bin oft hier, denn ich gebe zwei mal in der Woche hier in der Moschee einen Kurs ,Deutsch für den Alltag’ für türkische Frauen", erläuterte Christine Fries.

"Die Moschee steht allen Menschen offen", erklärte Karakoyun Nadir, "jeder kann gerne kommen und einen Tee oder etwas anderes trinken. Wir haben auch einen Fernsehraum und andere Gemeinschaftsräume." Beim Rundgang erklärte Mesud Altun die Grundausstattung des Gebetsraums für Männer, der in allen Moscheen gleich gestaltet ist. Die Frauen haben einen eigenen Gebetsraum im ersten Stock des Gebäudes.

Am Sonntag gibt es eine Kaffeetafel auf dem Schlossplatz und ein Fest

Seit 1985 gibt es in Weilburg eine Moschee, die von Weilmünster in die Residenzstadt umgezogen war. Zunächst hatte sie ihr Domizil in der Niedergasse, seit vier Jahren nun gibt es das Moschee-Gebäude an der Backstania.

Mesud Altun, der Imam und Vorbeter, begrüßte die Besucher und äußerte seine Freude darüber, dass so viele Interessierte anwesend seien. Auch lud er sie ein, jederzeit wiederzukommen. "Terrorismus und Gewalt, die derzeit die Nachrichten bestimmen, haben nichts mit dem Islam zu tun", sagte er, "wir sind hier, um Frieden zu leben und nicht Gewalt." Er bat die Anwesenden, dies auch anderen Menschen mitzuteilen. Denn viele wüssten über die wirklichen Zusammenhänge nicht Bescheid. Eine türkische Frau fügte an, dass vielen jungen Menschen Lügen erzählt würden, um sie für gewaltbereite Gruppen zu gewinnen.

Jaqueline Würz, die seit 20 Jahren in der Jugend- und Erwachsenenbildung tätig ist, sagte, dass Menschen mit einer guten Bildung nicht in solche Fallen tappen würden. Mit Bildung beispielsweise könne man die Rekrutierung von jungen Menschen, auch deutschen, stoppen. Herta Korschinsky hob hervor, dass jetzt in vielen Moscheen in Deutschland Friedensdemonstrationen stattfänden. "Wir alle glauben an einen Gott, und der Inhalt dieses Glaubens ist die Liebe", sagte sie. Nach intensiven Diskussionen wurde dann in kleineren Gruppen gesprochen. Zu erwähnen sei auch noch, dass die türkischen Frauen die Gäste liebevoll mit kleinen Speisen und Getränken bewirteten.

Am Sonntag finden während der interkulturelle Woche um 14 Uhr eine "Bio- und Faire Kaffeetafel" vom Weltladen Weilburg auf dem Schlossplatz "Unter den Linden" und ab 15.30 Uhr ein Fest der Begegnung im Bootshaus neben dem Hallenbad statt.


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