Raubüberfall: Haftstrafen gefordert

PROZESS Staatsanwältin plädiert

Das Limburger Landgericht. (Foto: Archiv)

Sie seien ferner der Körperverletzung schuldig. Vier mitangeklagte junge Männer im Alter von 20 bis 25 Jahren, die in unterschiedlicher Weise, teils nur an einem Diebstahl, beteiligt waren, sollen zu Bewährungsstrafen zwischen 18 und sechs Monaten Haft verurteilt werden.

Staatsanwältin Alena Fuhrmann stellte fest, dass die Beweisaufnahme die Anklagevorwürfe im Wesentlichen bestätigt habe. Dies ergebe sich unter anderem aus den Geständnissen. Danach habe sich ein Kassierer der Jet-Tankstelle in der Johann-Ernst-Straße am 19. Juli nachts um 1 Uhr von seinen Kumpels überfallen lassen, damit diese einen Tresor rauben konnten. Nachdem sie den Inhalt von 2350 Euro sowie die persönlichen Papiere des Pächters entnommen hatten, hätten sie den Behälter bei Selters in die Lahn geworfen. Bei diesem Überfall seien außerdem für 1350 Euro Zigaretten gestohlen worden.

Eine Schlüsselrolle habe bei diesem Überfall der Kassierer gespielt. Er habe einem der Haupttäter außerdem für den zweiten Überfall am 11. August auf die gegenüberliegende Shell-Tankstelle in der Frankfurter Straße nicht nur Informationen, sondern auch eine Softair-Waffe besorgt. Dieser junge Mann, der wie vier seiner Kumpels nicht vorbestraft ist, solle 18 Monate Haft auf Bewährung bekommen, 2000 Euro zahlen und einen einwöchigen Warnschussarrest verbüßen.

Sechs Monate Jugendstrafe zur Bewährung, 200 Arbeitsstunden und einen Warnschussarrest hält die Staatsanwältin für einen 21-Jährigen für angebracht. Neun Monate zur Bewährung nach Erwachsenenstrafrecht sowie 2000 Euro Geldauflage fordert die Staatsanwältin für einen 25-jährigen BWL-Studenten. Er war in der Werkstatt des Tankwarts der Shell-Tankstelle beschäftigt, habe von dem geplanten Überfall gewusst und angeblich seinen Chef warnen wollen, was aber nicht geschehen sei.

Gegen einen ebenfalls erwachsenen Mittäter aus Weilmünster hat die Staatsanwältin acht Monate zur Bewährung und 2000 Euro Geldauflage beantragt.

Eine Hauptrolle spielte bei den Überfällen ein 21-Jähriger aus Weilburg, der drei Jahre absitzen soll. Er habe die Pläne mit dem 20-Jährigen ausgeheckt und ihm maßgeblich geholfen. So habe der 21-Jährige mit einem siebten jungen Mann in einem Auto auf dem Gelände der Shell-Tankstelle gewartet, bis der Geschäftsführer und sein Mitarbeiter den Verkaufsraum verließen und dies dem 20-Jährigen mit der Lichthupe signalisiert.

Bisher fehlt jede Spur von dem Geld, das die Täter erbeuteten

Daraufhin hatte der 20-Jährige den Tankstellenpächter ins Gesicht geboxt, ihn mit der Waffe bedroht und ihm seine Tasche mit Einnahmen von rund 8000 Euro entrissen.

Der 20-Jährige ist der einzige Vorbestrafte. Er sitzt zurzeit eine Freiheitsstrafe wegen Körperverletzung ab. Die Staatsanwältin hat beantragt, diese Strafe in das neuerliche Urteil einzubeziehen, so dass dieser Haupttäter insgesamt viereinhalb Jahre Haft zu verbüßen hätte.

Wo das Geld aus den Überfällen geblieben ist, ist bisher unklar.

Der Prozess wird am Mittwoch, 24. Juli, um 14 Uhr mit Plädoyers der Verteidiger fortgesetzt. Die Urteilsverkündung ist für den 4. August geplant.


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