Riskanter Fahrstil hat Nachspiel auf einem Parkplatz

JUSTIZ Schläge ins Gesicht und Dellen am Wagen: 26-Jähriger rastet aus / Mann muss ins Anti-Aggressionstraining

Zwar wurde das Verfahren wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung eingestellt, aber nur gegen eine Zahlung von 1000 Euro. Außerdem muss der wegen Beleidigung vorbestrafte Mann an einem Anti-Aggressions-Training teilnehmen.

Freiwillig verpflichtete sich der Weilroder zusätzlich, dem anderen Mann 600 Euro an Schmerzensgeld und Reparaturkosten zu zahlen. Dabei hatte sich das Opfer in der Verhandlung sehr bescheiden gezeigt. "Ich wäre auch mit 300 Euro zufrieden", meinte der 24-Jährige, der ebenfalls in Weilrod lebt. Er bekommt nun trotzdem doppelt so viel Geld überwiesen.

Die beiden jungen Männer hatten sich vor dem folgenschweren Treffen im vergangenen Januar auf dem Rewe-Parkplatz nur vom Sehen gekannt. Fest steht, dass der Angeklagte bei dem Vorfall geschlagen und getreten hat, weil er sich über die Fahrweise des anderen Mannes geärgert hatte. Dieser soll ihn kurz zuvor wüst überholt und dabei einen Unfall provoziert haben - so behauptete es der Angeklagte. Zufällig habe er den Wagen des anderen Mannes dann auf dem Rewe-Parkplatz gesehen und ihn angesprochen.

Und dann rutscht die Hand aus

Der andere habe ihm jedoch nur ins Gesicht gelacht und sinngemäß gesagt, ein Unfall wäre dann doch nicht mehr sein Problem gewesen. Daraufhin sei ihm die Hand ausgerutscht.

Der 24-Jährige beschrieb die Situation dagegen anders. Zwar habe er damals kurz vor dem Zusammentreffen auf dem Parkplatz ein langsam fahrendes Auto überholt, berichtete er. Da sei aber alles ganz normal gewesen.

Vor dem Rewe habe er gerade im Auto nach seinem Portemonnaie gegriffen, als der Angeklagte plötzlich die Tür aufgerissen und ihn mit den Worten "Jetzt habe ich dich" am Kragen gepackt habe.

Dann habe der Mann ihm drei bis fünf Mal ins Gesicht geschlagen und als Grund für seine Wut gesagt, er habe ihm vor mehreren Wochen die Vorfahrt genommen. "Ich wusste gar nicht, was das sollte. Und ich habe ihn auch nicht provoziert", so der 24-Jährige, der sich bereits an einen Anwalt gewandt hatte, um Schmerzensgeld und Reparaturkosten einzufordern. Den Anwalt braucht er nun Dank der Vereinbarung in dem Strafprozess nicht mehr.

Auch dem angeklagten Mann ist im Endeffekt etwas erspart geblieben, nämlich eine weitere Vorstrafe und ein Fahrverbot. Laut Strafbefehl, gegen den er Einspruch eingelegt hatte, hätte er zwei Monate lang nicht Auto fahren dürfen.


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