Stadt geht auf Nummer sicher

Zusammenleben  Konzept des Magistrats will stärke Präsenz der Uniformierten in Limburg

Bundespolizisten auf Streife am Bahnsteig: „Die Anwesenheit der Bundespolizei am Limburger Bahnhof liegt derzeit noch unter der Wahrnehmungsgrenze“, sagt Limburgs 1. Stadtrat Michael Stanke. (Foto: Uli Deck/dpa)

Die Stadt Limburg will für mehr Präsenz ihrer eigenen Mitarbeiter des Ordnungsamts sorgen, setzt auf eine starke Zusammenarbeit mit der Landespolizei und stärkere Aktivitäten der Bundespolizei am Bahnhof.

Im Stellenplan seien zwei weitere volle Stellen im Bereich der städtischen Ordnungshüter vorgesehen. Die Stadt wolle daraus vier Halbtagsstellen schaffen, so ist es im Konzept des Magistrats vorgesehen. Das Konzept zum Thema „Sicherheit in Limburg“ wird in der Stadtverordnetenversammlung am 12. November beraten.

Mit den vier Halbtagsstellen seien flexiblere Einsatzzeiten der städtischen Ordnungshüter möglich, erläutert Stanke. Damit die finanziellen Mittel zur Besetzung der Stellen freigegeben werden sie sind von der Stadtverordnetenversammlung mit einem Sperrvermerk versehen worden – sei ein Konzept des Ordnungsamts zur Ausweitung der Dienstzeiten und Einführung einer Nachtschicht gefordert.

Der Nachtdienst des städtischen Ordnungsdienstes ende derzeit um 23.30 Uhr und werde zwei bis drei Mal pro Woche ausgeführt. Künftig solle der Nachtdienst der aktuellen Lage angepasst werden und von Sonntag bis Samstag zu einem festen Bestandteil des Dienstplans werden. Zudem sehe das neue Konzept vor, den Nachtdienst bis 1 Uhr auszuweiten.

Nach Angaben von Stanke sollen von den Ordnungskräften auch gezielt Orte und Plätze aufgesucht werden, die zum erweiterten Angstraum „Bahnhofsplatz“ gehören; zudem stünden gefühlte Angsträume wie das Tal Josaphat und Blumenrod auf der Liste der Plätze, die bestreift werden sollen. In dem vorgelegten Konzept seien eine ganze Reihe von Plätzen in der Stadt aufgeführt, die auf der regelmäßigen Route der Ordnungshüter lägen.

„Durch die regelmäßig geplante Arbeitszeit von künftig 7 bis 1 Uhr ist eine Präsenz von 18 Stunden pro Tag gewährleistet, das sind fünf Stunden mehr pro Tag als bisher“, rechnet Stanke vor.

„Das hat sich herumgesprochen und die Sicherheitslage am Bahnhof hat sich deutlich verbessert“

Bisher gebe es den Tag über einige zeitliche Lücken, in denen die Ordnungshüter nicht im Dienst seien. Zudem sei im Ordnungsamt die Stelle einer Einsatzleitung geschaffen worden, die seit August besetzt sei.

Wie wichtig Präsenz ist, habe sich in den vergangenen Monaten gezeigt, als die Stadt verstärkt für Streifengänge in den Parkhäusern gesorgt habe. Allein im ZOB-Parkhaus Nord seien bisher 388 Hausverbote verhängt worden, da sich die betreffenden Personen nicht an die Hausordnung hielten. Das Parkhaus dürfe nur genutzt werden, um Autos zu parken. Die Streifengänge seien eingerichtet worden, nachdem Klagen bei der Stadt eingegangen waren.

Die seit einigen Monaten zurückgehenden Vorfälle würden zeigen, dass die ausgeweitete Präsenz zu mehr Sicherheit führe. Dies ist für Stanke ein Beleg dafür, dass die Überwachung der Parkhäuser auch in Zukunft weitergeführt werden müsse.

Erfolg mit Präsenz habe sich auch direkt am Bahnhof gezeigt, so Stanke. Dort ist die Polizei mit der BOA Bahnhof (Besondere Aufbau Organisation) aktiv. Die damit verbundenen Kontrollen und der Ermittlung gegen besonders auffällige Jugendliche oder Mehrfach- und Intensivtäter habe sich positiv ausgewirkt: 1800 Personen seien nach Angaben der Polizei bisher kontrolliert worden, 114 Strafanzeigen seien daraus gefolgt. Das habe sich herumgesprochen und die Sicherheitslage am Bahnhof habe sich deutlich verbessert.

Während die Zusammenarbeit mit der Landespolizei von Stanke als sehr positiv und konstruktiv bezeichnet wird wobei eine personelle Stärkung des Polizeipostens am Bahnhof unabdingbar für weitere Verbesserungen sei , gestalte sich das Zusammenwirken mit der Bundespolizei als schwierig.

Der Krawall von getunten Autos hat vor allem in der Nacht ein „unerträgliches Maß erreicht“

„Die Anwesenheit der Bundespolizei am Limburger Bahnhof liegt derzeit noch unter der Wahrnehmungsgrenze“, macht Stanke deutlich. Eine stärkere Präsenz von Kräften der Bundespolizei werde daher von der Stadt gefordert. Hierzu werde es weiter auch Gespräche geben, um dies zu erreichen.

In der Befragung hatten die Bürger auch den Wunsch nach einer verstärkten Überwachung von Straßen und Plätzen durch Videokameras geäußert. „Wir haben dabei die rechtlichen Rahmenbedingungen zu beachten. Videoschutzanlagen können nur dort installiert werden, wo es Kriminalitätsschwerpunkte gibt und durch den Einsatz der Technik positive Effekte zu erwarten sind“, verdeutlicht der 1. Stadtrat.

Mögliche Einsatzorte seien daher in Zusammenarbeit mit der Polizei festzulegen und zu prüfen. Im Blick habe die Stadt dabei zum Beispiel den Neumarkt, die Graupfortstraße, die Bahnhofstraße sowie den Gaaseweg als Verbindung vom Bahnhofsplatz zur Frankfurter Straße und weiter ins Tal Josaphat.

Die Stadt wolle auch die „Städtebauliche Kriminalprävention“ mit zu Rate ziehen. Klar ist für Stanke, dass zum Beispiel in der Unterführung im Tal Josaphat Handlungsbedarf bestehe.

Darüber hinaus solle es in Sachen Lärm durch Autotuner in der Innenstadt weitere Gespräche geben, weil diese Störungen vor allem der Nachtruhe mittlerweile ein unerträgliches Maß erreicht hätten.

Es gebe nach Angaben von Stanke weitere Überlegungen und Bestrebungen, um das Sicherheitsgefühlt zu stärken. Dabei gehe es um die Ausweisung einer Waffenverbotszone rund um den Bahnhof, wobei dann aus das Mitführen von gefährlichen Gegenständen, die wie Waffen eingesetzt werden können, verboten werde. Damit sollten Roheitsdelikte verhindert werden.

Angestrebt werde auch eine stärkere Prävention in Zusammenarbeit mit anderen Behörden, Institutionen und Einrichtungen. Die Stadt werde sich daher am Kommunalprogramm Sicherheitssiegel (KOMPASS) beteiligen, die Zusammenarbeit mit der bestehenden Präventionskommission ausbauen und weitere Initiativen unterstützen. (red)


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