Staupe-Fälle: Impfstatus von Hunden überprüfen

NATUR Mehrere Fälle im Landkreis Limburg-Weilburg / Virus ist für Menschen ungefährlich

Fast überall im Landkreis wurde bei verendeten Füchsen das hochansteckende Staupevirus nachgewiesen. (Archivfoto: Vetter)

Bei der Untersuchung freilebender verendeter Füchse im Landkreis Limburg-Weilburg ist wiederholt Staupe nachgewiesen worden.  Das ist insofern gefährlich, da die Erkrankung nicht nur bei den Wildtieren, sondern auch bei Haustieren auftreten kann. Der Fachdienst Veterinärwesen beim Landkreis gibt Haustierbesitzern Tipps worauf diese achten sollten.

Das Staupevirus ist nach wie vor in Hessen präsent und zuletzt in Nordhessen verstärkt bei hundeartigen Wildtieren wie Waschbären, Füchsen, Mardern und Dachsen nachgewiesen worden. In den vergangenen Wochen sind auch vermehrt Fälle im Landkreis Limburg-Weilburg aufgetreten. Auf Staupe positiv getestete verendete Füchse wurden in folgenden Kommunen nachgewiesen: Limburg (Lindenholzhausen),  Hadamar (Steinbach, Oberweyer), Weilburg (Weilburg, Odersbach), Runkel (Arfurt), Beselich (Schupbach), Hünfelden (Heringen), Mengerskirchen (Mengerskirchen, Dillhausen) sowie Selters (Niederselters).

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Gerade Hundebesitzer sollten besonders achtsam sein und auf eine vorsorgliche Impfung ihrer Tiere achten. Hauskatzen lassen sich zwar mit dem Virus infizieren, zeigen jedoch keine klinischen Krankheitsanzeichen. Für den Menschen ist das Virus ungefährlich.

Die Sterberate bei infizierten Tieren kann bis zu 80 Prozent betragen, teilt das Veterinäramt mit. Das Staupevirus bleibt auch außerhalb eines lebenden Organismus noch Tage ansteckend. Es wird durch Speichel, Nasen-, Augensekret, Kot und Urin infizierter Tiere übertragen.

„Empfängliche Tiere können sich somit direkt über diese  Ausscheidungen durch gegenseitiges Belecken und Tröpfcheninfektion anstecken oder nehmen den Krankheitserreger mit verunreinigtem Futter, Wasser oder aus der Umgebung auf“, heißt es in dem Merkblatt der Veterinäre. Die Inkubationszeit – also die Zeit zwischen Infektion und klinischer Erkrankung – beträgt wenige Tage bis eine Woche.

Insbesondere deshalb stellt die Impfung bei Haustieren die wichtigste Vorsorge dar. Da bei Wildtieren das Staupevirus mehr oder weniger stark verbreitet ist, empfiehlt der Fachdienst Veterinärwesen dringend, den Impfschutz bei Hunden  kontinuierlich aufrechtzuerhalten.

Im Zusammenhang mit der Staupeinfektion sei zu beachten, dass zentralnervöse Störungen bei  Wildtieren grundsätzlich auch ein Hinweis auf eine Tollwut-Infektion sein könnten. Auch wenn Deutschland seit 2008 amtlich als tollwutfrei gilt, ist durch die illegale Einfuhr von Tieren.

Auch Kreisjagdberater Klaus Ahlborn mahnt zur Achtsamkeit: „Ich gehe davon aus, dass die Jäger ihre Hunde geimpft haben“, sagt er. Sein Appell richtet sich aber vielmehr an Spaziergänger die mit ihren Hunden in Wald und Feld unterwegs sind. „Die sicherste Variante ist, wenn Hundebesitzer ihren Vierbeiner an der Leine oder eng bei sich halten“, rät er. Es bestehe zwar kein Grund, Angst zu haben, aber ein Hund könne sich an einem befallenen Tier schnell infizieren. Wer ein verendetes oder auffälliges Tier findet oder beobachtet, sollte dem zuständigen Jagdpächter oder direkt beim Veterinäramt Bescheid geben.

Ein weiteres Problem bei der Ausbreitung stellt aus Sicht der Veterinäre der Waschbär dar. „Der anpassungsfähige Räuber findet in der Nähe menschlicher Siedlungen alles, was er zum Leben braucht“, heißt es in der Mitteilung.

Müll und Abfälle sollten für Tiere unzugänglich aufbewahrt werden

Überall dort, wo Waschbären auftreten, sollte streng darauf geachtet werden, dass Müll und Abfälle für Tiere unzugänglich aufbewahrt werden. Grundsätzlich sei es ratsam, die empfohlenen Maßnahmen zu berücksichtigen, damit die Tiere nicht näher an die Menschen heranrücken. 

Für Fragen steht der Fachdienst Veterinärwesen und Verbraucherschutz des  Landkreises Limburg-Weilburg unter (0 64 31) 2 96 58 69 oder per E-Mail an poststelle.avv(at)limburg-weilburg.de zur Verfügung.

 

Symptome von Staupe
Symptome der virusbedingten, hochansteckenden Infektionskrankheit bei Hunden und hundeartigen Wildtieren sind hohes Fieber,  Abgeschlagenheit sowie, je nach Verlaufsform, Durchfall, Erbrechen, Atemwegsinfektionen oder auch Bindehautentzündung bei den betroffenen Tieren. Es kann auch zu Entzündungen des Zentralnervensystems kommen. Bei diesem Krankheitsbild kommt es zu Verhaltensauffälligkeiten der Tiere, Zwangsbewegungen, Muskelkrämpfen, bis hin zu Epilepsie-ähnlichen Anfällen. (red)


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