Zwei Bänke versteigert für Kinderherzen

SPENDE Handwerker unterstützen Mediziner

Versteigert für einen guten Zweck: zwei Herzbänke. Chorleiterin Dorothee Laux (rechts) eröffnet die Auktion mit dem Lehrlings-Bau-Chor. (Foto: Fluck)

Die Stiftung wiederum stellt das Geld der medizinischen Forschung für Kinder mit angeborenem Herzfehler am Kinderherzzentrum Gießen zur Verfügung.

Initiator des Projekts ist Mathias Landau. Der Straßenbaumeister hatte sich zur Aufgabe gestellt, im Bau-Ausbildungszentrum an der Friedrich-Dessauer-Schule zehn stabile, individuell gestaltete Ruhebänke, so genannte Herzplätze, aus Holz zu zimmern. Die Azubis aus dem ersten und zweiten Lehrjahr machten die Idee des Ausbilders zu ihrer Herzensangelegenheit. Es fanden sich mehrere Firmen, die Material sponserten.

Der Gießener Regierungspräsident Lars Witteck (CDU) sagte, dass das Kinderherzzentrum in Gießen neben der Charité in Berlin führend in der Kinderherzchirurgie sei, und dass es ein Glück sei, "dass es so etwas in unserer Region gibt".

Zur Eröffnung der Versteigerung sang der Lehrlings-Bau-Chor unter der Leitung von Dorothee Laux. Die angehenden Gesellen demonstrierten den "Zimmermannsklatsch", einen alten Brauch, der Freude ausdrückt.

Sylvia Paul vom Vorstand Stiftung Kinderherz mit Sitz in Essen sagte: "Bei einem gesunden Baby ist das Herz so groß wie eine Walnuss; ein krankes Herz erreicht nur die halbe Größe." Es seien über 50 verschiedene Herzfehler bekannt, die nur mit entsprechenden Geräten erkannt werden könnten. Infolge eines Herzfehlers könne das Kind einen pulmonalen Bluthochdruck entwickeln. Die durchschnittliche Lebenserwartung ohne Therapie betrage dann drei Jahre nach der Diagnose.

Bänke laden zum Ausruhen ein

Die Spezialisten am Kinderherzzentrum in Gießen arbeiten an einem individuellen Trainingsprogramm mit Hilfe der Spiroergometrie. Hiermit sollen die Lebensqualität und die Überlebensprognose von Kindern mit pulmonaler Hypertonie optimiert werden.

Die Kosten für das Projekt liegen bei rund 180 000 Euro, davon konnten bereits 52 000 Euro zur Verfügung gestellt werden. "Die Versteigerung wird uns dem Ziel wieder ein Stück näher bringen", sagte Paul.

Eine Bank wurde von der Seniorengruppe der Lebenshilfe Limburg/Diez gestaltet, die andere von der Künstlergruppe "Buntspecht". Seine Freude an der Versteigerung fand auch Mathias Landaus Sohn Yosef (11), ein so genanntes Herzkind.

Als Auktionator betätigte sich Stefan Laux, stellvertretender Leiter der Friedrich-Dessauer-Schule, der es mit viel Geschick verstand, die gebotenen Preise in die Höhe zu treiben. Die erste Bank ersteigerte Thomas Schenk, Geschäftsführer der Firma Schenk-Bagger in Elz. Die zweite Bank ersteigerte Ausbildungsleiterin Elisabeth Schneider für die Limburger Firma Albert Weil. Und der noch nicht verzierte "Rohling" gehört Claudia Friedrich (Elz). Die beiden fertigen Bänke sollen auf dem Domplatz installiert werden, alle weiteren Herzbänke in der Innenstadt zum Ausruhen einladen.

Weitere Herzbänke werden im Internet versteigert auf www.stiftung-kinderherz.de/auktionen.html


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