Der Rheinsteig ist immer wieder eine Reise wert

Gestartet wurde direkt am Rhein in Höhe des Obst und Weingutes Lemler.  Von dort ging es erst einmal 15 Minuten bergauf dem Rheinsteig  entgegen. Auf etwas veränderter Strecke  führte uns der Weg zum Wanderparkplatz Alter Eilig. Danach erreichten wir das Hexenköpfel, wo wahrscheinlich im Mittelalter die grausige Verbrennung  vermeintlicher Hexen stattfand.  Etwas später nach einem Auf und Ab  auf dem Pilgerweg fanden wir  einen Rastplatz im Wasserbachtal. 

Gestärkt wanderten wir  dann  wieder hinauf zum Vorderhang des Rheins. Hier erblickten wir erstmals  unser  gewähltes Wanderziel, die Marksburg im Sonnenschein.  Nach kurzer Verschnaufpause  liefen wir weiter über einen sehr steilen Serpentinenaufstieg  zum Dinkelholder Berg, wo eine neue Rasthütte errichtet wurde. Von der  herrlichen  Aussicht angetan, machten wir hier bereits unsere Mittagspause und uns  über unsere  Rucksackverpflegung her.  Erst steil und dann  leicht abfallend  stiegen wir hinab ins Dinkelholder  Bachtal mit dem Sauerbrunnen, dessen Wasser einst sicher trinkbar  war und das nach einer  Analyse (von 1565 !) die Nachwirkungen von geistiger Trunkenheit  auflösen sollte. Heute ist die Anlage aber  "nur noch" Naturdenkmal und es ist verboten, das Wasser zu trinken.

Nach kurzer  Verschnaufpause  begann der Ernst  des Wanderns in Form einer  gewaltigen Serpentine, aber auch einem Stück zum Genusswandern  am Hang hinauf  zur Hütte (218 m.  NN) am Zecherweg. An diesem  Punkt ist die Marksburg  schon zum Greifen nah,  aber ein steiler  Abstieg auf dem schmalen Zecherweg und einige Treppen aufwärts  erschwerten doch noch den Weg zum nahen  Ziel.  Da noch etwas  Zeit war, machten die meisten  auch  noch einen Abstecher ins Örtchen Braubach, um schließlich von der anderen Seite  über den Burgenlehrpfad  aufzusteigen. Die Marksburg, erbaut im frühen 12.Jahrhundert, benannt nach dem Evangelisten Marcus und 160 Meter hoch gelegen ist schon ein imposanter Bau. Das Besondere an diesem "alten Gemäuer" ist, dass  es die am besten erhaltene Rheinburg überhaupt ist, weil sie im Verlaufe  der Jahrhunderte nie zerstört wurde. Kein Wunder also, dass sehr viel Sehenswertes auf jeden  Besucher wartet.

Der größte Teil der Wanderfreunde nahm dann auch an der geführten, sehr informativen Burgbesichtigung vorbei an der Ahnentafel und den Kanonenbatterien, durch  Burggarten, Kapelle, Rittersaal, Kemenate und Folterkammer, teil. Interessant ist vielleicht auch noch, dass  die Burg schon seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts  der Sitz der Deutschen Burgenvereinigung, einem Zusammenschluss der Besitzer von etwa 30.000 (!!) Burgen und Burganlagen im deutschsprachigen Raum ist.

Bei der Einkehr in der Burg-Schänke  waren schließlich doch die meisten froh, einen Sitzplatz zu bekommen, denn jeder hatte anspruchsvolle 14  Kilometer und über 500 Höhenmeter in den Beinen. Sehr gut, dass uns der Bus auf dem Parkplatz direkt unterhalb der Burg erwartete. Auf der Heimfahrt dankte der Vorsitzende, Hans Wolf, den Organisatoren dieser sehr gelungenen  Wanderung.

Übrigens, die Marksburg mit ihrem Burgenlehrpfad nach Braubach und zur Phillippsburg ist auch ohne Wanderung einen Tagesbesuch wert.


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2012
Kommentare (0)
Mehr aus Leserreporter Hinterland und Marburg