OHGV-Zweigverein Holzhausen besuchte Juwelierkunst der Geologie im Westerwald

Die Wandergruppe vor dem Museum "Zeitsprünge" in Erdbach
Die Wandergruppe vor dem Museum "Zeitsprünge" in Erdbach

Der Steig führt durch Uckersdorf und verlässt den Ort in Richtung Gonkelrain stetig bergauf. Über den Kramberg (347,80 m N.N.) geht es im Hang des Mühlberges auf Erdbach zu.Auf Höhe des Friedhofes war schon das Rauschen des Erdbaches zu hören. Der kleine Wasserlauf verschwindet unterhalb von Breitscheid im Kleingrubenloch fließt etwa 1200 Meter unterirdisch weiter, bevor er nahe dem Schützenhaus wieder ans Tageslicht kommt. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts gab es nur Vermutungen, wie es in diesem Höhlensystem aussehen könnte. Messungen mit Farbzusätzen ergaben, dass das Wasser für seinen Weg bis zu 23 Stunden benötigt. Bald darauf war der erste Höhepunkt der Tour erreicht, die Große und Kleine Steinkammer. Im Schützenhaus wurden wir gastlich mit Speisen und Getränke versorgt.

Steil bergauf geht es zu den schon von weitem sichtbaren Felsen. Die Höhlen zu begehen, ist ein Erlebnis, wenn man sich dabei vorstellt, dass sie in vorgeschichtlicher Zeit Menschen als Wohnraum dienten. Am oberen Rand des Steinbruchs entlang geht es weiter zur 2009 eröffneten Tropfsteinhöhle "Herbstlabyrinth", Europas erster LED-beleuchteter Höhle, die wir in zwei Gruppen bei einer Führung besichtigen und den Informationen über die "Juwelierkunst der Geologie"  lauschen konnten.

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Das Herbstlabyrinth gehört mit der Adventhöhle zu einem Höhlensystem mit ausgeprägtem Tropfsteinschmuck und vielen großen Einzelhöhlenräumen und langen Gangsystemen. Es ist das größte Höhlensystem Hessens und wurde erst 1993 entdeckt. Es hat eine vermessene Gesamtlänge von derzeit 4.730 m bei einem Höhenunterschied von 82 m. Der Teil des Herbstlabyrinths, der für die Öffentlichkeit zugänglich ist, wirdKnöpfchenhalle genannt. Ein 45 Meter langer Stollen mit einer Treppe von 125 Stufen wurde von der Erdoberfläche aufgefahren und wird als Zugang genutzt. Das Herbstlabyrinth beherbergt eine Vielzahl von Tropfsteinformationen, die auf der Welt zu finden sind.

Nach dieser imposanten Höhlenführung geht es zurück nach Erdbach ins Museum "Zeitsprünge", wo auch unser Gruppenfoto entstand. Auf über 150 qm zeigt das Museum überwiegend Ausstellungsstücke aus der Region. Viele Versteinerungen die hier gefunden wurden, belegen, dass vor circa 350 Mio. Jahren Erdbach ein Wattenmeer war.
Nach dieser erlebnisreichen Wandertour kehrten die Wanderfreunde mit dem Bus ins Hünsteindorf zurück, aber nicht, ohne sich vorher bei Ursula Bösser für diese informative und schöne Wanderung zu bedanken.


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