Pedelec mit Mittelmotor

Rückschritt statt Fortschritt?

Warum sieht man in letzter Zeit immer mehr Pedelecs mit Mittelmotor, dh mit einem dicken Getriebemotor der wie ein Geschwür am oder sogar unter dem Tretlager hängt und damit die Bodenfreiheit im Gelände nimmt? Und obwohl diese Motoren deutlich lauter sind gegenüber Modellen mit Hinterrad-Nabenmotor scheint der Mittelmotor den Pedelec-Markt inzwischen zu dominieren. Gerade aber dann wenn Leistung vom Motor abgefordert wird kann der Mittelmotor unangenehm laut werden. Desweiteren können Pedelecs mit Mittelmotor bauartbedingt nicht mehr zum Normalrad umgerüstet werden, was bei Rädern mit Vorder- oder Hinterradantrieb jederzeit möglich ist. Im direkten Vergleich zum Hinterrad-Motor sehen Pedelecs mit Mittelmotor sehr unsportlich aus und die umworbene Käufergruppe sind deswegen vermutlich vor allem Senioren, die das laute Motoren-Geräusch und das Getriebe-Gerassel nicht mehr so gut hören. Dynamisches und lautloses Fahren geht jedenfalls besser mit dem Hinterrad-Nabenmotor, bei dem der Fahrer durch Energie-Rückgewinnung bei Bergabfahrten (Rekuperation) eine bis zu 15% grössere Reichweite erreichen kann und die Bremsbeläge durch Ausnutzung der abgestuften Motorbremse zudem schont! Die Motorbremse ist bei Fahrten in hügeligem Gelände auch ein wichtiger Sicherheits-Aspekt, da die Bremsen bei langen Abfahrten nicht mehr so schnell überhitzen. Und man spart zudem Kosten, da bei Pedelecs mit einem Eigengewicht von 20-25kg der Ersatz der Bremsbeläge und Bremsscheiben häufiger ansteht als bei Normalrädern ohne Motor. Warum also werden in Fahrrad-Läden fast nur noch die teuren Pedelec-Modelle mit Mittelmotor angeboten, die aus den genannten Gründen eher einen Rückschritt als Fortschritt bedeuten: Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich! Georg Hennemann, Dillenburg


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