Von der Zeichnung bis zum Flaschenöffner

Kooperation  Pilotprojekt: Schüler gewinnen Einblicke in ein Unternehmen und seine Berufsfelder

Ausbildungswerkstattleiter Marco Pfeifer zeigt Celine Monique Bartsch, wie sie das Werkstück bearbeiten muss, aus dem der Flaschenöffner entstehen soll. (Foto: Valentin)
Ein Schulhalbjahr sind die Jugendlichen bei Heck und Becker im Einsatz und lernen dort den Betrieb und seine Arbeitsfelder kennen. (Foto: Valentin)
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Dort arbeiten in diesem Schulhalbjahr erstmals Schüler der benachbarten Dautphetalschule einen Tag in der Woche in dem Betrieb mit und lernen dadurch dessen Strukturen und die Arbeit kennen.

Das Ganze wird in Form eines AG-Angebots organisiert, erklärt Lehrerin Judith Heck. „Die Schüler der achten Klassen konnten sich in die Arbeitsgruppe einwählen, die alle zwei Wochen montags in der achten und neunten Stunde in dem Betrieb im Einsatz ist.“

Elf Schüler nehmen an diesem Pilotprojekt teil. Das Interesse sei aber deutlich größer gewesen, so Heck. „Zehn weitere Schüler mussten wir auf nächstes Jahr schieben.“ Die Jugendlichen sind in der Abteilung Ausbildung des Unternehmens im Einsatz. Unter Anleitung von Werkstattleiter Marco Pfeifer und der Azubis lernen die Schüler dort nicht nur die verschiedenen Arbeitsmethoden kennen, sondern werden auch selbst schon richtig mit eingespannt.

Während des Halbjahres sollen sie einen Flaschenöffner herstellen – von der ersten Zeichnung bis zum fertigen Produkt. „Dieses Projekt dient natürlich dazu, den Jugendlichen Einblicke in unser Haus zu geben und zu zeigen, was hier gearbeitet wird. Denn davon haben viele ja keine Ahnung“, sagt Pfeifer.

Vorreiterrolle in der Region

Auch Heck und Becker-Geschäftsführer Martin Baumann sieht in der Kooperation mit der Schule eine Win-Win-Situation für beide Seiten. „Von außen ist so eine Firma immer eine Blackbox. Aber Offenheit wird in unserer Zeit immer wichtiger“, betont er. Die Firmen müssten sich öffnen, um Werbung für sich und neue Auszubildende zu machen. Für die Jugendlichen seien gerade in Zeiten von Facebook und Instagram persönliche Kontakte wichtiger denn je, erklärt Baumann.

„Unsere Region nimmt da schon eine Vorreiterrolle ein“, sagt der Chef. Denn aus Gesprächen mit Kollegen wisse er, dass solche Kooperationsprojekte zwischen Schulen und Betrieben noch nicht sehr weit verbreitet sind.

Dabei stellen sie eine ideale Ergänzung zu den beiden Betriebspraktika dar, die die Dautphetalschüler absolvieren, findet Mira Schmidt von der Personalabteilung bei Heck und Becker. „Es bietet den Jugendlichen immerhin die Möglichkeit, noch einen weiteren Betrieb kennenzulernen“, erklärt sie. Deswegen soll auch künftig an dieser Zusammenarbeit festgehalten werden – zum Nutzen beider Seiten. (val)


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