Für die anderen im Einsatz sein

STADTLAUF Hinter den Kulissen werkeln viele Mitarbeiter

Auch in Biedenkopf startete der jüngste Nachwuchs beim Bambini-Lauf. Gespannt warteten die Kleinen auf ihren Auftritt. (Foto: Bünger)

Andreas Bernhardt (l.) und Gunther Reuter (Fotos: Böhle)

Irmtraud (l.) und Georg Nord (M.) sowie Brunhild Roßbach

Reinhold Wache

Thomas Schmidt

Kerstin Bergen

Alfred Pfeifer (l.), Jürgen Theofel (M.) und Sebastian Weis

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Ohne Andreas Bernhardt und Gunther Reuter gibt es keine Siegerehrung: Mit großer aber zugleich konzentrierter Ruhe bringen sie ein wenig abseits der Laufstrecke dank moderner Technik die erbrachten Zeiten auf Papier. "Es wird aber nicht verraten, wo wir sitzen, denn sonst rennen uns die Läufer nach dem Lauf die Bude ein, um ihr Ergebnis", sagt Bernhardt lachend.

Seit vielen Jahren sind sie als Zuschauer Stammgäste an der Strecke: Irmtraud und Georg Nord sowie Brunhild Roßbach. Allesamt seit vielen Jahrzehnten in Biedenkopf beheimatet, halten sie den Lauf für "eine tolle Sache, auch kennen wir viele Läufer", sagen sie.

Alfred Wille hingegen sieht die Veranstaltung auch aus Sicht eines ehemaligen Läufers, denn der 87-Jährige ist ein Kind des Schlossbergs. "Als Kind habe ich immer meine Laufrunden um Biedenkopfs Berg gedreht, heute marschiere ich den Rundkurs jeden Tag." Bis vor zwei Jahren schwang er sich täglich auf sein Mountainbike, um Hinterlands Wälder zu erkunden.

Bei Monèt Wache holen sich die Langläufer nach getaner Arbeit ihre erste Belohnung ab: Kaffee und Kuchen, worauf sich nahezu jeder Aktive teils schon während des Laufes, spätestens aber beim Duschen freut. Darüber hinaus ist sie auch für die Getränke verantwortlich.

Ehemann Reinhold Wache hingegen zeigt den Akteuren, wo's lang geh": Im Zieleinlauf ist der erfahrene Läufer mit einer Bestzeit im Marathon von 2:22.30 Stunden besonders gefordert, muss er doch sehen, für wen es zum Zieleinlauf geht oder wer doch noch eine Runde laufen muss.

Viele Ehemalige engagieren sich heute für die Aktiven beim Stadtlauf

"Die meisten Starter zählen ihre Runden, aber es kommt immer wieder vor, dass ich während des Laufs gefragt werde, wie viele Runden es noch sind". Aber dafür hat der ehemalige Lehrer ein geschultes Auge, um dem Auskunftssuchenden den richtigen Weg zu weisen.

Als "Scheibenleger" ist Thomas Schmidt ein gefragter Mann und als DJ Schlusenbach auf diversen Feiern zu finden. Beim Stadtlauf ist er ebenfalls Stammgast, um den Aktiven musikalisch Beine zu machen.

Mit ihrem Mann Klaus ist Kerstin Bergen im Zieleinlauf unverzichtbar, denn die Kinder- und Schülerbetreuerin der Leichtathletikabteilung des FV Wallau notiert anhand der Startnummer den Zieleinlauf. Und hier muss sie genauestens hinsehen, wenn mehrere Läufer nahezu zeitgleich zum Zielsprint ansetzen.

Der 82-jährige Johann Ritzel ist da, wo er gebraucht wird. Als ehemaliger Läufer, der heute noch immer mit großer Begeisterung dem Walken nachgeht, ist er mit großem Einsatz dabei und drückt dabei seinem schnellen Enkelkind Lena besonders die Daumen.

Geballte Lauferfahrung steht mit Alfred Pfeifer und Jürgen Theofel an der Strecke: Pfeifer ist mit 75 beendeten Marathons Spitze im Hinterland, wobei er seine Premiere 1986 in Athen feierte. Beim Wallauer Langstreckenläufer Theofel kann man gar nicht alle Erfolge aufzählen. Nur soviel: Er ist von 10 000 Meter bis Marathon (Bestzeit 2:26.58 Stunden) überall zu Hause, wurde zweimal Europameister sowie 24 Mal Deutscher Meister. Sebastian Weis (rechts) komplettiert das Streckentrio. Weis, der mit Laufen "eigentlich nichts am Hut hat", sprang vor einigen Jahren ein, seitdem ist auch er fester Bestandteil der großen Läuferfamilie.

Dieter Engelbach muss hingegen ein ruhiges und zugleich reaktionsschnelles Händchen haben, ist er doch der Bediener der Uhr, die den Läufern ihre gelaufene Zeit anzeigt. Auch Engelbach kommt aus der Laufszene. Zu seinen besonderen Lauferlebnissen gehören der 100-Kilometer-Lauf von Biel sowie der Rennsteiglauf mit 72 Kilometern. "Meine genaue Anzahl an Marathonläufen weiß ich gar nicht, es müssten so mindestens 20 sein."


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