Haftstrafe für 29-Jährigen

JUSTIZ Haftstrafe für Einbruch, Diebstahl und Betrug beträgt ein Jahr und acht Monate

Die Berufungskammer des Marburger Landgerichts bestätigte ein Urteil des Amtsgerichts Biedenkopf und bezog eine Verurteilung des Amtsgerichts Oldenburg mit ein.

"Es fällt schwer, das alles noch zu überblicken", merkte der Vorsitzende Richter, Hans-Werner Lange, angesichts der Vielzahl von einschlägigen Verurteilungen, laufenden Berufungen und drohenden Bewährungswiderrufen an.

Laut Auskunft der Staatsanwaltschaft laufen bereits wieder acht Ermittlungsverfahren, gegen den Intensivtäter, der derzeit eine viermonatige Haftstrafe verbüßt.

"Wie eine Einkaufsliste"

In der jetzigen Berufungsverhandlung ging es nur noch um das Strafmaß. Demnach stand wie vom Amtsgericht fest, dass der geständige Angeklagte im Jahr 2012 mehrfach Ladendiebstähle begangen hat, teilweise um beispielsweise teures Parfüm oder Champagner weiterzuverkaufen, teils, weil er wegen seiner Spielsucht kein Geld gehabt habe, um Lebensmittel zu beschaffen, wie der Mann sagte. "Das liest sich wie eine Einkaufsliste", bemerkte auch Lange bei Verlesung des erstinstanzlichen Urteils.

Einmal habe der Angeklagte in einem Altenheim ein gekipptes Fenster aufgehebelt und einem Senior die Geldbörse mit 400 Euro Bargeld entwendet. Mit der sich darin befindlichen Scheckkarte habe er zudem 500 Euro abgehoben.

Darüber hinaus ist der Mann in mehrere Wohnungen, teils durch offene Türen, einmal unter dem Vorwand, ein Glas Wasser haben zu wollen, gekommen und hat ebenfalls Geld gestohlen.

Der Staatsanwaltschaft war das Biedenkopfer Urteil von 15 Monaten zu mild. Obwohl das Gericht deren Berufung ebenso verwarf wie die des Angeklagten, blieb es im Strafmaß bei dessen Forderung für die Gesamtstrafe. Rechtsanwalt Oliver Staab hatte ein Jahr gefordert.

Immer wieder straffällig

Wie von der Verteidigung auch nicht beantragt, sei eine Bewährung natürlich nicht möglich, so der Vorsitzende Richter. Immer wieder werde der Gladenbacher straffällig, auch verbüßte Gefängnisstrafen hätten ihn nicht davon abgehalten.

Der Vorsitzende riet nachdrücklich zu einer Therapie wegen der Spielsucht. Vorgelegt hatte der Angeklagte lediglich eine Bestätigung, dass er einen eintägigen Kurs "Umgang mit Geld" absolviert hat.

Gearbeitet habe er in seinem Leben lediglich 1,5 Monate. Wie viele Schulden er habe, das wisse er gar nicht. Vor vier Jahren seien es über 20 000 Euro gewesen. "Und dann haben Sie aufgehört, Briefe aufzumachen", mutmaßte Richter Lange.


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2014
Kommentare (0)
Mehr aus Region Hinterland und Marburg