In Biedenkopf und Breidenbach geht's los

BREITBAND Netz in Abschnitt 1 ist Mitte August fertig / Weitere Informationen vor Inbetriebnahme

Glasfasergestütztes schnelles Internet ist bereits in wenigen Tagen in den ersten Orten im Hinterland verfügbar. Bis 2015 sollen die Städte und Dörfer im Kreis mit schnellem Internet versorgt sein. (Foto: Landkreis)

Am 15. August 2013 hat die Breitband GmbH den Vertrag mit der Telekom über den Bau des Glasfasernetzes im Landkreis geschlossen. Ein Jahr später geht der erste von sieben Bauabschnitten ans Netz. Weil von West nach Ost gebaut wird, sind das Biedenkopf und Breidenbach.

Am Mittwoch in Biedenkopf und am Donnerstag in Breidenbach bietet die Breitband GmbH gemeinsam mit den Kommunen und der Telekom abends noch mal Informationen dazu, wie die Umschaltung vom alten auf das neue Glasfasernetz funktioniert (siehe Kasten).

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Nicht nur Telekom hat Zugang, sondern alle anderen Provider auch

Wer noch Fragen hat, kann die an den Abenden oder an weiteren vier Tagen stellen: zum eigenen Router, zur Verkabelung im Haus, zum Vertrag oder zu den Preisen. Letzteres erfahren zumindest diejenigen dort, die Kunden der Telekom sind.

Wer bislang einen Vertrag mit Vodafone, 1&1, O2 oder einem anderen Internetprovider hat, muss sich direkt an sie wenden. Grundsätzlich kann die Telekom-Konkurrenz das neue Glasfasernetz nutzen und ihren Kunden auch das Turbointernet anbieten. "Der Open Access, also der offene Zugang für alle Anbieter, ist eindeutig reguliert", sagt Breitband-GmbH-Geschäftsführer Klaus Bernhardt. Die Telekom habe sogar ein Interesse daran, mit anderen Providern Kontingentverträge über bestimmte Abnahmemengen zu schließen: Auch das bringt Geld. Denn nichts fürchten die Netzbauer mehr als Leere in der Leitung. Das Netz muss brummen - nicht wörtlich, aber wirtschaftlich.

"Auch der Kreis gewinnt, wenn das Glasfasernetz sehr stark genutzt wird, egal von wem", sagt Bernhardt. Der Kreis hat ja einen Beihilfevertrag mit der Telekom geschlossen - als erster in Hessen, andere Kreise sind dem Beispiel mittlerweile gefolgt. Der Kreis gleicht die "Deckungslücke" des Konzerns in dem Projekt aus, damit die Telekom das Netz überhaupt baut. Rund zehn Millionen Euro sind das. Macht die Telekom mehr Gewinn als erwartet, kann's auch - nach einigen Jahren - Geld zurückgeben. Das zu ermitteln, ist aber kompliziert, sagt Bernhardt, und eine Rückerstattung von Investitionskosten ohnehin nicht das primäre Ziel.

Stattdessen ging es von Anfang an um die Netzkapazität, die um das 25- bis 50-fache höher liegen soll als bisher in vielen Orten im Kreis. "Im Eigenbau hätten wir selbst das in der Zeit nie geschafft", sagt Bernhardt rückblickend, "ganz zu schweigen vom finanziellen Risiko". Auf dem Breitbandgipfel im Juni in Frankfurt hat Bernhardt mit hessischen Landräten gesprochen, die das taten, was Marburg-Biedenkopf vor dem Strategie-Wechsel der Telekom auch tun wollte - oder besser gesagt, sich gezwungen sah, zu tun: 40 bis 50 Millionen Darlehen aufnehmen, um Hunderte Kilometer Glasfaserkabel zu verlegen, Kabelverzweiger aufzurüsten, das Netz einzurichten, zu verwalten und am Ende auch noch erfolgreich zu vermarkten.

Kreise, die selbst gebaut haben, bekommen Probleme mit der Vermarktung

Zum Beispiel der Neckar-Odenwald-Kreis ist so verfahren, und er hat nun große Probleme, genügend Umsatz mit dem Netz zu machen, damit die Rechnung aufgeht. "Das Thema Marketing haben die Kreise wohl unterschätzt", sagt Bernhardt. Das Hessische Wirtschaftsministerium hat nun eigens einen Leitfaden für den Breitband-Bau in Eigenregie aufgelegt, um zu vermitteln, was in Sachen Marketing und Vertrieb überhaupt nötig ist.

Darauf kann Marburg-Biedenkopf verzichten, ebenso Limburg-Weilburg oder Lahn-Dill, die es   wie weitere Kreise in Hessen dem heimischen Landkreis nachmachen und ebenfalls mit der Telekom zusammenarbeiten - wenn auch mit zeitlicher Verzögerung. Ans Netz gehen die Bürger dort Monate bis Jahre später als hier. In Bischoffen war am just Freitag erst der Spatenstich für das schnelle Netz in Lahn-Dill.

- Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.breitband-marburg-biedenkopf.de

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Wann wird wo informiert:

Veranstaltungen zur Inbetriebnahme mit anschließender Beratung:
Mittwoch, 6. August, 19 Uhr, Rathaus Biedenkopf
Donnerstag, 7. August, 19 Uhr, Bürgerhaus Breidenbach


Bürgersprechstunde (ohne Anmeldung):
Dienstag, 12. August, 14 Uhr und 20 Uhr, Altes Bürgermeisteramt Wallau
Mittwoch, 13. August, 14 Uhr und 20 Uhr, Rathaus Biedenkopf
Donnerstag, 14. August, 14 Uhr und 20 Uhr, Bürgerhaus Eckelshausen
Montag, 18. August, 14 Uhr  und 20 Uhr, Rathaus Breidenbach


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