Kirschenmarkt 2018 – die Bilanz

BILANZ  Volksfest lockt bis zu 115 000 Menschen nach Gladenbach

Dicht an dicht drängen sich die Besuchermassen am Freitagmorgen, 29. Juni, durch die „Fressgasse“. Die Stadt schreibt von bis zu 115 000 Gästen beim diesjährigen Kirschenmarkt. (Foto: Röder)
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Zwischen 110 000 und 115 000 Personen haben den Kirschenmarkt in Gladenbach in diesem Jahr besucht, schätzt Rathauschef Peter Kremer (parteilos), der mit dem Verlauf des größten jährlichen Volksfestes der Region rundum zufrieden ist. „Nur das Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft zum inoffiziellen Beginn des Marktes hätte nicht sein müssen und war ein kleiner Wermutstropfen“, sagt er scherzhaft.

Besonders glücklich ist Peter Kremer, dass das Sicherheitskonzept aufgegangen ist. Es sei auch gut gewesen, dass die Bereitschaftspolizei vor Ort gewesen sei. Deren Präsenz habe sicherlich auch Wirkung gezeigt und so manchen Streit bereits im Keim erstickt.

„Aus städtischer Sicht war es ein tolles und gelungenes Fest mit einem vergleichsweise sehr friedlichem Verlauf und es kam zu keinen besonderen Vorkommnissen“, so Kremer in seiner Bilanz. „Unser Einsatzkonzept und die ständige Präsenz der Polizei und des Security-Dienstes im Bereich des Festzeltes, der ,Fressgasse‘ und des Vergnügungsparkes zeigt von Jahr zu Jahr mehr Wirkung. Potenzielle Störenfriede wissen, dass sie sehr schnell mit einem konsequenten Eingreifen rechnen müssen.“

Die Zusammenarbeit zwischen allen am Sicherheitskonzept beteiligten Behörden und Institutionen lief reibungslos, so Kremer, der allen Beteiligten ein dickes Dankeschön ausspricht.

Besonders freut sich der Bürgermeister auf das hohe Besuchervorkommen am Donnerstag und am Freitag. „Im Vergleich zu vergangenen Jahren war das Besucheraufkommen am Donnerstag überdurchschnittlich gut“, sagt er. „Trotz hoher Temperaturen kamen in diesem Jahr zum Krammarkt besonders viele Besucher. Gerade der Vormittag war hervorragend gut besucht.“ Das Wetter habe demnach mitgespielt: „Bestes Kirschenmarktwetter“, so der Kommentar des Bürgermeisters.

Dass bestes Kirschenmarktwetter nicht immer bestes Festzeltwetter ist, erklärt Festwirt Klaus Weingärtner. Der ist zwar auch mit dem generellen Verlauf des Kirschenmarktes zufrieden, „allerdings war es ein paar Grad zu warm. Die Hitze hat uns ganz schön zu schaffen gemacht.“ Dennoch: Das Zelt sei immer gut besucht gewesen. „Vor allem am Samstag war die Hölle los“, freut er sich. An diesem Tag traten die Ballermann-Stars Sabbotage und der singende Pizzabäcker Fabio Gandolfo auf.

„Das WM-Public-Viewing war auch gut – bis auf den Ausgang natürlich“, so der Festwirt. Dass es nicht so voll wurde wie bei der Übertragung der Europameisterschaft beim Kirschenmarkt 2016 läge in der Natur der Sache: „Ein Gruppenspiel gegen Südkorea ist halt etwas anderes als ein Halbfinale gegen Italien“, spricht der Fußballfan Weingärtner.

„Kein Spitzenjahr, aber immer noch ein ziemlich gutes“, bilanziert Generalpächter Konrad Ruppert. „Der Donnerstag war eigentlich normal“, so der Generalpächter nach Gesprächen mit Schaustellern und „Fressgasse“-Gastronomen. „Da gab es schon deutlich schlechtere Jahre.“ Auch der Sonntag, der letzte Tag des Festes, habe sich gut geschlagen.

Was nicht so gut lief, waren der Freitag und der Samstag. „Freitag gab es rund 30 Prozent weniger Besucher, Samstag auch zwischen 25 und 30 Prozent“, so Ruppert. Als Ursachen machten er und seine Schausteller-Kollegen vor allem zwei Faktoren aus: die Hitze und die hessischen Sommerferien. „Das haben wir schon früher bemerkt, in den Jahren wo Schulferien sind, ist immer weniger“, erklärt Ruppert. Bis zu 15 Prozent Minus seien das in der Regal. Warum es diesmal noch weniger Leute waren die kamen, kann er sich auch nur schwer erklären. Der Freitag stehe exemplarisch dafür, so Ruppert.

Während der Krammarkt noch sehr gut besucht gewesen sei, hätten später die Kinder gefehlt – und damit ein Teil des Kernpublikums der Fahrgeschäfte des Rummelplatzes.

Generalpächter Konrad Ruppert ist sehr zufrieden mit der Bebauung des Rummelplatzes

Und: „Viele haben mir erzählt, dass bekannte Gesichter gefehlt hätten“, sagt Konrad Ruppert. „Wahrscheinlich waren viele schon im Urlaub.“

Als „sehr gelungen“ bezeichnet Konrad Ruppert die diesjährige Bebauung des Rummels. „Es hat ein ganz anderes Bild vermittelt“, sagt er und meint insbesondere jene Seite, wo in diesem Jahr „Euro-Rutsche“, „Jekyll & Hyde“ und „Atlantis“ aufgebaut waren. Die Klassiker wie der „Frisbee“ und der Autoscooter seien auch in diesem Jahr gut angenommen worden.

Vonseiten der Polizei gibt es bislang noch keinen abschließenden Bericht zum Kirschenmarkt-Wochenende. Erfahrungsgemäß würde im Laufe des Montags noch die eine oder andere Anzeige aufschlagen, sagt Polizeisprecher Jürgen Schlick am Vormittag.

Bislang hat die Polizei nur über einen Vorfall berichtet: Donnerstagnacht gerieten zwei Gruppen Jugendlicher beim Autoscooter aneinander. Unter anderem wurde ein 18-Jähriger verletzt, der schlichtend eingreifen wollte (wir berichteten).


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