Leichensuche an Zollbuche: Polizei findet neun Knochen

EINSATZ Suche nach Überresten von Mahmut Caner ist vorerst abgeschlossen

Am Mittwoch wurde die Suche nach menschlichen Überresten im Wald an der Zollbuche abgeschlossen. Mit Flatterband haben die Einsatzkräfte Teile des Suchbereichs markiert. (Foto: Röder)
Bild 1 von 2
Fotostrecke

Seit Samstag waren die Einsatzkräfte in dem Waldstück zwischen Gladenbach-Weidenhausen und Bischoffen-Niederweidbach unterwegs und durchkämmten eine 25 000 Quadratmeter große Fläche auf der Suche nach Hinweisen und Überresten des seit 1999 als vermisst geltenden Mannes (siehe unten).

Polizei und THW suchen nahe der Zollbuche nach Leichenteilen

Das Video ist am 8. September, dem ersten Tag der Spurensuche, entstanden.

Polizei und Staatsanwaltschaft informierten am Donnerstagmittag über den Ausgang der vorerst beendeten Suche.  Ob die neun gefundenen Knochen allerdings von einem Mensch oder einem Tier stammen, müssten nun die weiteren Untersuchungen zeigen, so der Wetzlarer Staatsanwalt Daniel Fass im Gespräch mit dem Hinterländer Anzeiger. Die Knochen befinden sich derzeit zu weiteren Untersuchungen bei Experten gerichtsmedizinischer Institute. 

Die Untersuchungen von Knochen, Patronenhülse und Armband sind noch nicht abgeschlossen

„Hier erfolgt zunächst die Klassifizierung in menschliche oder tierische Knochen und daraus resultierend weitere Untersuchungen, um die Funde per DNA-Abgleich dem Getöteten zuzuordnen“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft. 

Des Weiteren fanden die Einsatzkräfte eine Patronenhülse. Auch zu dem Ursprung von dieser könne er derzeit noch keine weiteren Angaben machen, so Fass. Die Begutachtung durch einen Waffensachverständigen stehe noch aus. Weiterhin entdeckten die Ermittler, die bei den Arbeiten durch das Technische Hilfswerk (THW) unterstützt wurden, das Armband einer Uhr, das nun ebenfalls von Spezialisten untersucht wird. Die Auswertung der gefunden Knochen und der übrigen Gegenstände werde wohl einige Wochen in Anspruch nehmen, so Fass. 

Parallel zur Suchmaßnahme baten die Ermittler mit einem Fahndungsplakat um Hinweise im Zusammenhang mit dem Verschwinden von Mahmut Caner. Die Kriminalpolizei nahm bereits mehrere Hinweise entgegen. Diese werden momentan durch die Mitarbeiter der Sonderkommission abgearbeitet. 

Die Soko ist in diesem Fall weiterhin auf Hinweise angewiesen und fragt: Wer hat Mahmut Caner am Abend des 3. Mai 1999 gesehen? Wer hat an diesem Abend etwas Auffälliges in Mittenaar-Bicken beobachtet? Wer kann sonst sachdienliche Hinweise geben? Für Hinweise die zur Aufklärung der Tat führen, ist eine Belohnung von bis zu 5000 Euro ausgesetzt.  Hinweise bitte an die Regionale Kriminalinspektion unter (0 27 71) 90 73 33.

 

HINTERGRUND:

Im Mai 1999 verschwand der damals 36-jährige Mahmut Caner. Seine Familie meldete ihn als vermisst. Die damaligen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und der Kriminalpolizei wurden eingestellt, da sich keine Anhaltspunkte für eine Straftat ergaben. Die Ermittler konnten letztlich nicht ausschließen, dass sich der Gesuchte ins Ausland abgesetzt hatte. Vergangenes Jahr entdeckten Forstmitarbeiter jedoch an der Zollbuche menschliche Knochen, die nach gerichtsmedizinischen Untersuchungen zweifelsfrei Mahmut Caner zugeordnet werden konnten. Die Staatsanwaltschaft in Wetzlar und die Regionale Kriminalinspektion ermitteln derzeit wegen des Verdachtes eines Tötungsdeliktes. Die Polizei hat eine Sonderkommission zur Klärung der Tat eingerichtet. (red)


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2018
Mehr zum Thema
Kommentare (0)
Mehr aus Region Hinterland und Marburg