Manche kommen nur, um zu essen

KIRSCHENMARKT 14 Stände der Fressgasse, dazu das Zelt: Alles behördlich kontrolliert

Rudi Heinen (li.) und sein Angestellter bereiten Gyros-Teller zu. (Foto: Meistrell)

Margret und Vivian Heinen frittieren Blumenkohl. (Foto: Meistrell)

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Anders als eine Gaststätte in festen vier Wänden, die einmal im Jahr kontrolliert wird, kommen Beamte an jedem Ort, an dem die Geschäftsleute mit mobilen "Restaurants" Station machen, und inspizieren den Wagen. So auch beim Kirschenmarkt. "Das ist auch richtig so", sagt Ludwig Heinen, "Ordnung und Sauberkeit müssen stimmen, und die Kundschaft muss sich darauf verlassen können."

Seit 21 Jahren ist er auf dem Kirschenmarkt: "Wir sagen dem Fleisch den Kampf an", lacht der Mann, der mit Frau Margret und Tochter Vivian hinterm Gasherd steht und Blumenkohl in selbst gemachtem Bierteig frittiert - in zwei Schritten und verschieden temperiertem Pflanzenöl, "damit er richtig knusprig wird". 150 bis 200 Liter Öl wird er - täglich wechselnd - in vier Tagen verbrauchen.

Auch bei über 30 Grad und wenn der Asphalt kocht, essen die Leute am Stand

Und wie viel Blumenkohl? "Viel", sagt er, "das Kühlauto ist voll."

Das Gleiche gilt für den Kühlwagen von Rudi Heinen, den Griechen, der kein Grieche ist, obwohl er gut für einen durchgehen könnte. Seit es die Fressgasse gibt, ist er mit seiner Frau und mehreren Saisonangestellten dabei. Anfangs stand sein Wagen noch auf der gegenüber liegenden Straßenseite, "da gab es die Häuser dort noch nicht", sagt der Geschäftsmann, der Gyros verkauft - das Fleisch aus der Region, die Salate dazu selbst gemacht, das Rezept nie geändert, versichert er. "So muss es sein, Qualität und Geschmack müssen stimmen, dann kommen die Leute wieder". Ohnehin: "Die Hessen sind große Fleischesser", berichtet Rudi Heinen, und dass es heiß ist beim Kirschenmarkt, tut seinem Geschäft und dem der anderen Stände, die warmes Essen verkaufen, keinen Abbruch: "Auch bei über 30 Grad, wenn der Asphalt hier kocht", sagt er "die Leute auf dem Kirschenmarkt essen trotzdem".

Ja, die Fressgasse, die hat eingeschlagen, meint Generalpächter Konrad Ruppert, der vor Jahrzehnten die Idee hatte, sie auf dem Kirschenmarkt einzurichten. 14 Essenstände gibt es dieses Jahr, mit Angeboten für verschiedene Geschmäcker, dazu das Essen im Zelt: Manche Leute, so meint Ruppert, die kommen gar nicht wegen des Rummels, der Karussells oder dem Programm zum Kirschenmarkt, "die kommen nur, um hier zu essen".


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