Mutmaßlicher Brandstifter erhängt sich in JVA Gießen

JUSTIZ 47-Jähriger wegen Verdachts des versuchten Mordes und der schweren Brandstiftung in U-Haft

Ein 47-jähriger Mann hat sich in der Justizvollzugsanstalt Gießen erhängt. (Archivfoto: Schwarz)

"Der Beschuldigte wurde am frühen Morgen tot in seiner Zelle aufgefunden", bestätigt Staatsanwalt Thomas Hauburger, Pressesprecher der Gießener Strafverfolgungsbehörde. Um "jegliches Fremdverschulden ausschließen zu können", hatte die Staatsanwaltschaft die Obduktion des 47-Jährigen angeordnet. Diese wurde im Institut für Rechtsmedizin der Justus-Liebig-Universität (JLU) durchgeführt. Das Ergebnis belege, dass es sich eindeutig um Selbstmord handelt. "Hinweise auf eine Suizidgefährdung haben uns in Gießen nicht vorgelegen", sagt Hauburger.

Ausgangspunkt der Ermittlungen gegen den Stadtallendorfer war ohnehin ein Haftbefehl des Amtsgerichts Marburg. In der Nacht zum 23. Juli hatten bei einem Feuer in einem Mehrfamilienhaus in Stadtallendorf drei Personen Rauchgasvergiftungen erlitten. Die Strafverfolger fahndeten unmittelbar danach nach dem 47-Jährigen, da er sich offenbar vor dem Brand widerrechtlich in der Wohnung aufgehalten hatte.

"Keine Erkenntnisse, dass er selbstmordgefährdet war"

"Der Beschuldigte konnte am Freitagvormittag festgenommen werden", so der Marburger Staatsanwalt Nicolai Wolf. Anschließend sei er in die JVA Gießen überstellt worden. "Wir haben keine Erkenntnisse, dass er selbstmordgefährdet war", betont der Pressesprecher der Marburger Staatsanwaltschaft.

In dem brennenden Appartement hatten sich in jener Nacht die 46-jährige Wohnungsinhaberin, ihr 17 Jahre alter Sohn sowie eine 22-jährige Besucherin befunden, als gegen drei Uhr das Feuer am Ende eines Bettes entdeckt wurde. Letztlich gelang es den Bewohnern, die Flammen rechtzeitig zu löschen, fasst Wolf die Ereignisse zusammen. Der 47-Jährige soll zum persönlichen Umfeld der Wohnungsinhaberin gehört haben. (hh/ga)

 

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