Paulina Pläger ist Miss Marburg 2018

SCHÖNHEIT 22-jährige Studentin aus Frankfurt holt den Titel

Strahlende Siegerinnen (von links): Vize-Miss-Marburg-2018 Franziska Temme, die Siegerin Paulina Pläger und die Drittplatzierte Lara-Chiara Behr. (Foto: Röder)

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20 junge Frauen wollen an diesem Freitagabend Miss Marburg werden. Draußen funkeln die Lichter der „Marburg b(u)y night“, drinnen, im Schlossbergcenter, strahlen die Gesichter der Teilnehmerinnen. Während einige der Teilnehmerinnen schon die eine oder andere Miss-Wahl hinter sich haben, gibt es auch einige, für die es das erste Mal ist, mit High Heels und Ballkleid über den Laufsteg zu schreiten.

Siegerin Paulina Pläger trägt an diesem Abend ihr Abiballkleid: ein figurbetontes, blaues Kleid mit Schlitz

Für die Gewinnerin Paulina Pläger ist es das erste Mal. „Erst vor zwei Tagen habe ich den Entschluss gefasst, hier überhaupt mitzumachen“, sagt die freudenstrahlende Siegerin, kurz nachdem ihr Miss Westdeutschland 2017, Ekaterina Fabricius, die Schärpe umhängt, die die 22-Jährige für ein Jahr als Miss Marburg 2018 ausweisen wird.

Eine Freundin hat Paulina Pläger auf die Wahl aufmerksam gemacht. „Ich habe dann bei Miss Germany angerufen. Da sagte man mir, dass es zeitlich ganz schön eng werde, ich aber einfach mal vorbeikommen soll“, berichtet die Studentin aus Frankfurt. Zeit, das Laufen auf hohen Hacken zu üben, blieb da nicht. „Ich habe eben mal ein bisschen probegelaufen“, sagt Paulina Pläger und lacht. Als Haupt-Outfit wählt sie ihr Abiballkleid: ein figurbetontes, blaues Kleid mit Schlitz.

Augenscheinlich ist es die richtige Wahl: Paulina Pläger holt 500 Punkte – und hat damit mehr als 150 Punkte Vorsprung zur Vize-Miss-Marburg, Franziska Temme (23) aus Kassel. Den dritten Platz auf dem Siegertreppchen und somit die letzte Schärpe sichert sich Lara-Chiara Behr (17) aus Frankenberg. Auf Rang vier und fünf landen Adriana Menga-Moritz (25) und Felicia Guski (18). Letztere nennt die Unistadt ihre Heimat. 

Die Top Drei dürfen am 19. Januar zur Wahl der Miss Hessen in Gießen. Die dortige Siegerin qualifiziert sich für die Miss-Germany-Endausscheidung im Frühjahr im Europa-Park in Rust.

Die Drittplatzierte kennt sich bereits im Missen-Business aus: Bereits im vergangenen Jahr hat sie an der Miss-Marburg-Wahl teilgenommen. Damals gab es kein Platz auf dem Treppchen. Dafür ist Lara-Chiara Behr aber amtierende Miss Mermaid und darf sich somit „Deutschlands schönste Meerjungsfrau“ nennen. Bei der 17-Jährigen liegt die Schönheit offensichtlich in der Familie: Auch ihre Schwester Natascha hat schon mehrmals an Miss-Wahlen teilgenommen.

Ein regelrechtes Novum sind die Kandidatinnen: Jennifer, Jaqueline und Jasmin Vogel. Das sind drei Geschwister. „Das hatten wir noch nie“, sagt Lutz Riemenschneider sichtlich überrascht von dem schönen Trio aus Groß-Ulmstadt. „Wir hatten schon zwei Schwestern, aber drei – das ist neu!“

Der Gladenbacher Showmaster muss es wissen: Seit 20 Jahren ist er im Geschäft, hat weit über 1000 Miss-Wahlen moderiert. Wie viele es in diesem Jahr schon waren? Lutz Riemenschneider winkt ab. Er hat aufgehört, sie zu zählen.

Das Gesamtpaket aus Schönheit, Charisma und Ausstrahlung muss für Jurorin Ekaterina Fabricius stimmen

Von den Vogel-Geschwistern hat die älteste, Jennifer, bereits Model- und Missen-Vorbildung. Auf ihrer eigenen Model-Facebook-Seite gewinnt man einen Einblick, welche Erfahrungen die 23-jährige Informatikkauffrau bereits gesammelt hat: Unterwassershootings sind dabei, Bodypainting und vieles mehr. Mitte des vergangenen Monats hat sie den dritten Platz bei der Wahl zur Miss Taunus in Bad Homburg gewonnen. Begleitet wurde sie dabei von der jüngsten der drei Schwestern, Jasmin (18).

Für Jasmin und Jaqueline Vogel (21) ist die Wahl zur Miss Marburg hingegen die Erste, an der sie selbst teilnehmen. „Es geht darum, dass sie auch einfach mal reinschnuppern und vielleicht Kontakte knüpfen“, sagt Jennifer Vogel. „Und hier hat man auch endlich mal die Gelegenheit, schöne Kleider zu tragen“, fügt sie augenzwinkernd hinzu. Konkurrenzdenken bestehe zwischen den drei übrigens nicht, wie sie beteuern. „Wir freuen uns, wenn eine von uns gewinnt – egal, wer“, sagen sie.

Überhaupt ist die Stimmung backstage gelöst und locker – keine Spur von Zickenkrieg, wie mancher vielleicht vermuten würde. Die Mädels posen gemeinsam für Selfies, tauschen Facebook- und Instagram-Namen aus – „um auch nach der Wahl Kontakt zu halten“, sagt eine: Hier werden Freundschaften geschlossen.

Lutz Riemenschneider ist übrigens nicht der einzige Hinterländer, der bei der Wahl am Start ist. Die 28-jährige Jennifer Umsonst kommt aus Steffenberg-Obereisenhausen. Die zahnmedizinische Fachangestellte hat auch im Vorjahr bei Miss Marburg mitgemacht und konnte bereits vordere Plätze bei Online-Miss-Wahlen einheimsen.

Man merkt: Die unter anderem mit Ekaterina Fabricius, dem „Deutschland sucht den Superstar“-Teilnehmer Barrie Ibrahim, Schauspieler Prashant Prabhakar und Moderatorin Sibylle Nicolai prominent besetzte Jury hat an diesem Abend eine schwere Aufgabe: Eine Laufstegschönheit nach der anderen passiert ihren Tisch. Da werden eifrig Notizen gemacht, Punkte verteilt und das ein oder andere Video direkt ins Netz gestreamt – nicht nur die Hunderten Zuschauer im Marburger Schlossbergcenter sind live bei der Wahl dabei.

Wonach schaut man da, wenn all diese hübschen Frauen vorbeischreiten? „Das Gesamtpaket muss stimmen“, sagt Ekaterina Fabricius. Die Düsseldorferin, die vor kurzem wegen ihres Studiums nach Marburg gezogen ist, weiß, wie es ist, über den Laufsteg zu schreiten. Sie ist Miss Westdeutschland 2017 und an jenem Abend Teil der Jury. Natürlich komme es auch auf das Aussehen an, viel wichtiger sei ihr aber eine tolle Ausstrahlung. „Niemand wird schöner, nur weil er längere Beine hat“, sagt sie.

Vieles würde sich bereits in der ersten Runde entscheiden, erzählt sie. „Da bekommt man einen guten Eindruck von der Person, da es ja auch das Laufsteg-Interview gibt, in dem man etwas über die Teilnehmerinnen erfährt.“ Runde 2 – die diesmal übrigens erstmals bei der Miss-Marburg-Wahl nicht im Bikini, sondern im sommerlichen Outfit stattfindet – gebe dann meistens nur noch den Feinschliff.

In den Pausen der mehr als dreistündigen Veranstaltung bleibt der Laufsteg übrigens nicht leer: Die Frankfurter Night Queens um Dragqueen Jessica Walker bieten dem Publikum ihre Travestieshow – und zeigen damit, wie vielfältig eine Miss Wahl sein kann.

 


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