Polizei misst dicke Luft in Shisha-Bars

KONTROLLE Suff und sehr viel Kohlenmonoxid

Fast drei Mal so viel Kohlenmonoxid als gesetzlich erlaubt hat die Polizei in dem Marburger Shisha-Bars gemessen. (Foto: Röder)

Gemeinsam mit dem Ordnungs- und dem Jugendamt der Stadt kontrollierte die Polizei mehrere Shisha-Bars in der Unistadt. Das Ergebnis sei „nachdenkenswert“, schreibt Polizeisprecher Martin Ahlich in seinem Bericht zur Aktion.

Neben mehreren Verstößen gegen die Gewerbeordnung gab es elf Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten, weil gegen das Jugendschutzgesetz verstoßen wurde. Die Polizei nahm drei betrunkene Jugendliche vorübergehend in Gewahrsam und übergab sie auf der Wache an ihre Eltern.

Der Alkotest des „Spitzenreiters“ zeigte über 1,8 Promille, berichtet Ahlich. Dazu gab es noch eine Anzeige, weil ein Jugendlicher meinte, der Polizei gegenüber falsche Personalien angeben zu können. Insgesamt sprach die Polizei vier Platzverweise gegen junge Leute bei insgesamt knapp 50 Personalienfeststellungen aus.

Darüber hinaus stellten die Einsatzkräfte in allen kontrollierten Sisha-Bars eine gesundheitsgefährdende Konzentration von Kohlenmonoxid fest. Das CO-Warngerät der Polizei zeigte Werte von 82 ppm (Parts per Million) an. Zum Vergleich: 30 ppm ist die maximal zulässige Arbeitsplatzkonzentration, bei der ein täglicher Aufenthalt von acht Stunden ohne gesundheitliche Beeinträchtigung möglich ist, erklärt Martin Ahlich. Bei mehr als 60 ppm sei die Gefährdungsschwelle erreicht. Dann müsse gelüftet werden. Sei das nicht möglich, müssten Menschen den „Gefahrenbereich“ innerhalb von 15 Minuten verlassen.

Stadt prüft Schutzmaßnahmen

Die Stadt nach den gemessenen Werten vom Freitagabend nun weitere gewerberechtliche Maßnahmen zum Schutz der Menschen in den Shisha-Bars.

Nach den Jugendschutzkontrollen identifizierte die Polizei noch zwei junge Männer, 17 und 18 Jahre alt, die dringend tatverdächtig sind, mit einem Teleskopschlagstock eine gefährliche Körperverletzung begangen zu haben. (bih)


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