Über 60 Chihuahuas gerettet

TIERHEIM  Drei kranke Hunde sichergestellt / Vielzahl anschließend von Privatperson abgegeben

Nachdem die Behörden vergangene Woche drei kranke Chihuahuas aus einem Haus in einem Marburger Stadtteil sichergestellt haben, hat eine Privatperson 65 weitere Hunde der gleichen Rasse im Tierheim abgegeben. 24 davon sind derzeit im Tierheim in Cappel. Ob diese Tiere aus der gleichen Hundehaltung stammen wie die drei sichergestellten kranken Tiere wird derzeit ermittelt. (Foto: Lars Blume/Tierheim Cappel)

Die Hunde wurden ebenfalls am 15. März von einer Privatperson in den Tierheimen in Marburg und Gießen abgegeben. Ob diese Tiere aus der gleichen Hundehaltung stammen wie die sichergestellten kranken Tiere ist „derzeit Bestandteil weiterer Nachforschungen“, teilten der Landkreis Marburg-Biedenkopf und die Stadt Marburg in einer gemeinsame Pressemitteilung am Montag, 19. März, mit.

 

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Ordnungs- und Veterinärbehörde waren durch Hinweise auf eine möglicherweise nicht artgerechte Haltung einer Vielzahl von Hunden auf die Chihuahuas aufmerksam geworden.

„Die drei Kleinen sind verstört, verängstigt und gesundheitlich sehr angeschlagen“

Mehrere Versuche, Kontakt aufzunehmen sowie Hunde und Haltungsbedingungen vor Ort in Augenschein zu nehmen, scheiterten zunächst. Deshalb erwirkte die Veterinärbehörde schließlich einen Durchsuchungsbeschluss. Tatsächlich fand sie vergangene Woche in der Wohnung dann die drei Hunde, die dem Tierheim Marburg zur weiteren Betreuung übergeben wurden. Alle Tiere werden derzeit tierärztlich untersucht, versorgt, geimpft und gechipt.

Nach ersten Feststellungen ist der Gesundheitszustand dieser Tiere „nicht gut“, heißt es in der Pressemitteilung. Ob die gesundheitlichen Probleme auf unzureichende Haltungsbedingungen zurückzuführen sind, ist ebenso Bestandteil der derzeit laufenden Untersuchungen wie die Hintergründe der Haltung von möglicherweise mehr als 60 Tieren. Die Veterinärbehörde prüft rechtliche Schritte im Sinne eines Bußgeld- oder Strafverfahrens sowie eines Verbots der Tierhaltung gegen den mutmaßlichen Hundehalter.

Das Tierheim in Cappel schreibt zu den drei sichergestellten Hunden zwei Rüden und einer Hündin auf ihrer Facebook-Seite, dass die Chihuahuas „verwahrlost in ihrem eigenen Dreck ohne ausreichende Grundversorgung“ lebten.

Und: „Der Zustand der drei Kleinen ist nicht gut: Sie sind verstört, verängstigt, gesundheitlich sehr angeschlagen und zeigen neurologische Auffälligkeiten schwankendes Laufen, Umkippen der Hinterläufe und so weiter. Es blutet einem das Herz ...“

Unter den 65 Hunden, die dem Tierheim Gießen im Laufe des Donnerstags persönlich übergeben wurden, waren viele Hundemütter mit ihren Welpen, einige davon noch mit geschlossenen Augen. „Die Kleinsten der Kleinen sind tierärztlich untergebracht, offensichtlich tragende beziehungsweise säugende Tiere sind im Tierheim Gießen geblieben. Bei den Hündinnen unter unseren 21 Neuzugängen werden tierärztliche Untersuchungen zeigen, ob sie eventuell auch tragend sind“, schreibt das Kreistierheim am 15. März bei Facebook. 

 

 

Daraufhin bricht eine Welle der Anteilnahme über die Tierretter hinein. „Den Hunden geht es den Umständen entsprechend gut, sie werden umfassend versorgt und werden tierärztlich betreut. Wir möchten darauf hinweisen, dass zum aktuellen Zeitpunkt kein Besuch der Chihuahuas gestattet ist. Dies geschieht in Absprache mit dem Veterinäramt und zum Wohl der Tiere“, schreibt das Tierheim Cappel am Freitag, 16. März. Auch werden die Chihuahuas derzeit nicht vermittelt.


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Kommentare (1)
Und Steuerhinterziehung ist da womöglich auch im Spiel. Denn es erscheint kaum vorstellbar, dass jemand eibne solche Vielzahl von Hunden bei der Gemeinde/Stadt angemeldet und versteuert hat, auch wenn von den Tieren mehr
einige als Welpe (je nach örtl. Satzung) evt. noch nicht steuerpflichtig sind.
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