Unwetter flutet Teile von Kirchhain

EINSÄTZE  Auch Feuerwehren aus Dautphetal und Gladenbach helfen im Ostkreis

Land unter hieß es am Dienstagabend nicht nur in der Kirchhainer Eisenbahnstraße. (Foto: Nadine Weigel)
Schlamm und Dreck überschwemmten am Dienstagabend den Kirchhainer Stadtteil Stausebach. (Foto: Nadine Weigel)
Auch im Amöneburger Stadtteil Mardorf hieß es am Dienstagabend in einigen Straßen Land unter. (Foto: K. Schmitt)

Die Feuerwehr aus Dautphetal-Holzhausen mussten mit vielen und leistungsfähigen Pumpen zum Unwettereinsatz nach Kirchhain. (Foto: Feuerwehr)

Bild 1 von 4

Nach dem heißesten Tag des Jahres brauten sich vornehmlich im Hinterland und dann auch im Lahn-Dillkreis am späten Dienstagnachmittag erste Gewitterzellen auf. Kurz nach 18 Uhr nahm die Katastrophe ihren Lauf.

Erst ließen heftige Windböen Bäume auf der B 3 bei Cölbe-Schönstadt und nahe Marburg-Bauerbach umstürzen, dann entluden sich die Regenmassen über den Ortsteilen Stausebach und Niederwald. Der Regen flutete Teile der Kirchhainer Kernstadt, verursachte aber auch im Bereich von Amöneburg Überschwemmungen. Später hieß es auch in Stadtallendorf und Neustadt für Land unter. Die Dautphetaler Feuerwehr hatte ihr Fahrzeug zum Zeitpunkt der Alarmierung noch für Vegetationsbrandbekämpfung ausgerüstet und musste erst einmal 3000 Liter Wasser ablassen, um innerhalb von 15 Minuten auf „Unwetter“ umzubauen, heißt es in einer Mitteilung in den sozialen Netzwerken. Mit den leistungskräftigen Pumpen wurden in Kirchhain mehrere Straßenzüge erkundet und abgearbeitet. Für die Dautphetaler endete der Einsatz in Kirchhain nach eigenen Angaben um 3.18 Uhr. Zwei Stunden später waren dann alle Gerätschaften gereinigt und das Gerätehaus verschlossen.

Zur Unterstützung rückten auch Einheiten der Feuerwehren Marburg, Weimar-Niederwalgern, Cölbe, Gladenbach und Wetter an. Eine Einheit aus Biedenkopf stand in Bereitschaft. Zudem rückte der Betreuungszug des DRK-Kreisverbandes Marburg-Gießen aus, um die Einsatzkräfte zu verpflegen.

Bis in den frühen Mittwochmorgen arbeiten die etwa 400 Kräfte rund 140 Einsatzstellen ab

Vor dem Kirchhainer Rathaus wurde die Technische Einsatzleitung des Landkreises aufgebaut. Und im Landratsamt in Marburg-Cappel richtete sich vorsorglich der Katastrophenschutzstab ein.

Die Pressestelle des Landkreises Marburg-Biedenkopf sprach am Mittwochmorgen von rund 500 Einsatzstellen und 900 Notrufen, die abgearbeitet wurden, darunter befanden sich auch das weitläufige Gelände der Alfred-Wegener-Schule sowie die Grundschule.

Aufgrund der in der Nacht bemerkten Schäden war dort noch am späten Dienstagabend der Schulunterricht von Landrätin Kirsten Fründt (SPD) abgesagt worden. Mittlerweile steht aber fest, dass die Kinder am Donnerstag wieder in die Schule kommen können.

Neben den Wassermassen, die zum Teil gewaltig aus der Kanalisation drückten, gab es auch zahlreiche Sturmschäden. Im Annapark und im Freibad sind nach Angaben von Bürgermeister Olaf Hausmann (SPD) Bäume umgestürzt.

Ein Altenheim in Kirchhain war zeitweise ohne Strom. Autos standen teilweise bis zum Radkasten im Wasser und waren nicht mehr fahrbereit. An zahlreichen Stellen waren Straßen überflutet und nicht mehr befahrbar. In Kleinseelheim hatte ein Blitz in das Dach eines Wohnhauses eingeschlagen. Der Dachstuhlbrand war schnell gelöscht, verletzt wurde niemand. Im Ort standen auch Straßen unter Wasser.

In Rauschenberg-Schwabendorf hat ein umgeknickter Strommast einen Stromausfall verursacht. Noch am Abend war die Versorgung jedoch wieder hergestellt.

Die Feuerwehren aus Bracht und Albshausen rückten zu mehreren Einsätzen wegen umgeknickter Bäume aus.
Über die Schadenshöhe gibt es noch keine Angaben, da die Aufräumarbeiten am Mittwoch noch andauerten.


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2018
Kommentare (0)
Mehr aus Region Hinterland und Marburg