Verkehr rollt wieder durch Eckelshausen

Sanierung  Arbeiten an der B 62 in Eckelshausen abgeschlossen / Neue Querungshilfen

Beim Ortstermin an der sanierten Eckelshäuser Ortsdurchfahrt machen Ortsvorsteher Siegfried Engelbach (von rechts) , Saskia Kuhl (IHK), Eugen Reichwein (Hessen Mobil), Bürgermeister Joachim Thiemig, IHK-Präsident Eberhard Flammer und Bernd Weber (Hessen Mobil) auch an den neuen Querungshilfen Station. (Foto: Abbe)
Endlich vorbei: Die Bauarbeiten an der Eckelshäuser Ortsdurchfahrt sind abgeschlossen. Am Dienstagvormittag räumen Baurarbeiter die Baustellen-Absperrungen weg. Eine halbe Stunde später rollen schon die ersten Autos und Brummis über die neue Straße Richtung Buchenau. (Foto: Abbe)
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Offiziell sollte die Eckelshäuser Ortsdurchfahrt zwar erst am Mittwochmorgen für den Verkehr freigegeben werden. Denn im Laufe des Dienstags standen noch Restarbeiten an. Aber schon am Dienstagvormittag räumten Arbeiter die Baustellen-Absperrungen weg. Danach dauerte es nur Minuten, bis die ersten Autos und Brummis auf der Ortsdurchfahrt wieder Richtung Buchenau rollten. „Der Verkehr holt sich die Straße zurück“, kommentierte Bürgermeister Joachim Thiemig (SPD) schmunzelnd das Geschehen.

1,5 Millionen Euro hat der Bund in die Sanierung der etwa 1,9 Kilometer langen Strecke investiert, wie Eugen Reichwein, Regionaler Bevollmächtigter für Westhessen bei Hessen Mobil, beim Ortstermin erläuterte. Die Arbeiten erstreckten sich über die Eckelshäuser Ortsdurchfahrt und darüber hinaus bis zum Biedenkopfer Ortseingang.

Die ausführende Baufirma Herzog hat den schadhaften Asphalt bis zu einer Tiefe von 24 Zentimetern erneuert, lose Rinnenplatten am Fahrbahnrand und Rinnsteine ersetzt, Straßenabläufe und Teile der Entwässerungsleitungen erneuert. Auf Kosten der Stadt wurden zudem im südlichen Bereich der Ortsdurchfahrt, wo die Straße um die zehn Meter breit ist, an zwei Stellen Querungshilfen eingebaut. 45 000 Euro hat die Stadt für die Querungshilfe und Kanalarbeiten ausgegeben. Weitere 20 000 Euro haben die Stadtwerke Biedenkopf investiert.

Reichwein sprach auch die großen Belastungen an, die die Bauarbeiten für Anwohner, Pendler, Unternehmen, Einzelhändler und andere mit sich gebracht haben. Fünf Wochen Vollsperrung, drei Wochen halbseitige Sperrung im Bereich zwischen der Kreuzung B62/B453 und Biedenkopf bedeuteten für Fahrer Umleitungen von mehr als 30 Kilometern. Erst in der dritten Bauphase wurde es etwas leichter: die Umleitung führte – bei halbseitiger Sperrung – über Friedensdorf.

Die Sperrungen und Umleitungen seien gerade für Gewerbetreibende schwierig gewesen, sagte Reichwein. Die Sanierung sei aber nötig gewesen. Die Straße war laut Reichwein rissig, die Verbindung zwischen den einzelnen Asphaltschichten lose. Und auch der Kanal außerhalb der Ortsdurchfahrt war demnach stark sanierungsbedürftig.

Insgesamt, so betonte der Hessen-Mobil-Vertreter, seien die Arbeiten hervorragend gelaufen. Die geplanten fünf Wochen Vollsperrung seien auf den Tag genau eingehalten worden trotz der großen Hitze, die auch die Bauarbeiter belastet habe, lobte Reichwein die ausführende Baufirma. Nur die letzte Bauphase habe – aufgrund von zusätzlichen Arbeiten am Kanal – zwei Wochen länger gedauert als ursprünglich geplant.

Einen kleinen Seitenhieb teilte Reichwein schließlich gegen die Kritiker aus, die während der Bauzeit heftig beklagt hatten, dass sich auf der Baustelle überhaupt nichts tue. Es seien wohl Heinzelmännchen in Eckelshausen im Einsatz gewesen, sagte der Hessen-Mobil-Vertreter. Anders sei schließlich nicht zu erklären, „dass keiner auf der Baustelle gearbeitet hat, und trotzdem ist das Ding fertig geworden.“

Dass auf der Baustelle intensiv gearbeitet worden sei, das hoben auch Bürgermeister Thiemig und Eberhard Flammer, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lahn-Dill hervor. Die Zusammenarbeit mit der Firma Herzog habe hervorragend funktioniert, betonte Flammer. Auch Eckelshausens Ortsvorsteher Siegfried Engelbach (CDU) lobte das Unternehmen.

IHK-Präsident fordert mehr Investitionen: „Wir sind keine Bittsteller, sondern stolze Steuerzahler“

Bürgermeister Thiemig zeigte sich froh, dass der Zeitplan unter schwierigsten Bedingungen eingehalten worden sei und die Bauarbeiten „jetzt endlich ein Ende haben“. Hinter Firmen, Einzelhändlern, Gastronomen, Pendlern, Anliegern, aber eben auch den Mitarbeitern der Baufirma liege „eine harte Zeit“.

Die große Umleitung sei eine starke Belastung gewesen. Aber eine Alternative habe es leider nicht gegeben. „16 000 Fahrzeuge pro Tag – darunter viel Schwerlastverkehr – kann man nicht mal eben für ein paar Wochen einfach durchs Feld leiten“, sagte Thiemig mit Blick auf die beiden Schleichwege über Tannhäuser/Altenberg und durch das Musbachtal. Immerhin 736 Ausnahmegenehmigungen habe die Stadt letztlich erteilt. Aber nicht jeder habe dabei berücksichtigt werden können.

IHK-Präsident Flammer schließlich betonte, dass Handel und Gewerbe unter der Baustelle „sehr gelitten“ hätten. Er nutzte die Gelegenheit aber auch, um für die Region mehr Investitionen in Verkehr und Bildung einzufordern. „Wo Verkehr ist, wächst Wohlstand“, sagte Flammer. Gerade außerhalb der Ballungsräume seien Investitionen notwendig. Flammer wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es in der Region viele erfolgreiche Unternehmern – darunter verschiedene „Hidden Champions“ – gibt. „Wir sind keine Bittsteller, sondern stolze Steuerzahler“, betonte Flammer.

Und Ortsvorsteher Engelbach gab der Hoffnung Ausdruck, dass die nächste große Verkehrsfreigabe in Biedenkopf die der neugebauten Eckelshäuser Ortsumgehung sein werde.

Bauleiter Werner Spies von der Firma Herzog schließlich bedauerte, dass die sozialen Netzwerke zunehmend zum Problem würden. Falschinformationen – und damit verbunden viel Ärger – würden sich in kürzester Zeit verbreiten. So sei zwischenzeitlich das Gerücht verbreitet worden, die Bauzeit würde sich um Wochen verlängern. „Das wurde dann richtig hochgekocht“, so Spies. Tatsächlich sei die Zeit der Vollsperrung aber genau eingehalten worden.


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