Großes Publikum für italienisch-französischen Medici-Vortragsabend im Palais Papius in Wetzlar

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WETZLAR Der Saal im Palais Papius in Wetzlar war mit rund 55 Personen am Freitag, 4. November 2016, für den Vortragsabend „Die Medici in Italien und Frankreich – Kunst, Politik, Intrigen und Gewalt“ überfüllt und über 30 Besucher mussten wegen Platzmangels auf die Teilnahme notgedrungen verzichten. So viel Interesse hatte die Veranstaltung, die die Deutsch-Italienische Gesellschaft Mittelhessen e.V., die Deutsch-Französische Gesellschaft Wetzlar e.V. und die Städtischen Museen Wetzlar organisiert hatten, in den Kulturfreunden geweckt. Tatsächlich waren die zwei Vorträge sehr informativ und konnten einige Aspekte der Ära der Familie Medici in Italien und Frankreich erläutern. Nach einer kurzen Begrüßung von dem Vorsitzenden der Deutsch-Französischen Gesellschaft e.V. Ingolf Höfer, der 1. Vorsitzenden der Deutsch-Italienischen Gesellschaft Mittelhessen e.V. Rita Schneider-Cartocci und der Leiterin der Städtischen Museen Wetzlar Dr. Anja Eichler ging es zuerst um „Das Florenz der Medici“ in dem Beitrag von der Vorsitzenden des Wetzlarer Geschichtsvereins e.V. Oda Peter. Die Referentin präsentierte den Medici-Stammbaum über vier Jahrhunderte, von Giovanni di Bicci de‘ Medici im 14. Jahrhundert bis Gian Gastone de‘ Medici im 18. Jahrhundert, und stellte die Taten dieser wichtigen florentinischen Herrscher mit vielen kulturhistorischen Details dar. Eine Präsentation mit Stammbaum, Portraits der jeweiligen Medici und Bilder der Kunstwerke, die sie als Mäzenen gefördert hatten, veranschaulichte die Verweise für das Publikum und ließ die Medici-Familie lebendiger werden. Während ihrer langen Herrschaft unterstützten die Medici große Renaissance-Projekte und Künstler in Florenz, beispielsweise Brunelleschi mit der Domkuppel, Palazzo Medici mit Skulpturen u.a. von Donatello, Maler wie Raffaello und Botticelli, die Errichtung des Uffizi-Gebäudes. Sie ließen sich auch gerne auf christlichem Hintergrund abbilden, so dass viele Familienmitglieder in wichtigen Gemälden wie Botticellis „Die Familie Medici in Anbetung der Madonna“ zu erkennen sind. Nach einer Pause, in der die Gäste sich bei italienischen alkoholfreien Aperitivi und französischen Weinen und Liquoren unterhalten und die Renaisance-Räume des Palais Papius besichtigen konnten, referierte Prof. Dr. Michael Wagner von der Justus-Liebig-Universität Gießen über die „Königinnen an der Macht“. In seinem Vortrag stellte er drei mächtige Königinnen-Mütter kundig und lebhaft vor: Katharina von Medici, Maria von Medici und Anna von Österreich. Schwerpunkt war Katharina de‘ Medici, die in der Forschung teilweise dämonisiert, teilweise mythisiert wird. Sie lebte in einer schwierigen Zeit in einem Frankreich, das ständig von Konflikten und Bürgerkrieg zwischen Protestanten und Katholiken gespaltet war. Sie war eine schlaue, skrupellose Frau, die immer hinter dem Sohn König Karl IX. stand und die Entscheidungen getroffen hat. Oft musste sie Notlösungen finden, die aber zu einem katastrophalen Scheitern führten und die Macht in die Hände von Heinrich von Navarra 1589 brachten. Mit Maria de‘ Medici und Anna von Österreich gab Dr. Wagner noch zwei Beispielen von Königin-Mutter und Regentin, die aber nicht so mächtig wie Katharina waren. Die Veranstalter planen eine Wiederholung des erfolgreichen Vortragsabends für alle Interessenten, die bedauerlicherweise keinen Platz im Saal gefunden haben, und weitere Besucher, die neugierig auf die Medici-Familie geworden sind.


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