Krieg im Bodenfeld?

wie der Hessentag für Veränderungen sorgte...

Für den Hessentag nun wurde das Bodenfeld aufgemöbelt, Wege befestigt, Wiesen angelegt, sogar der Abfluss-Hügel wurde zu einer Aussichtsplattform umfunktioniert. Während die Massen am Hessentag durch das Gelände strömten, fiel anscheinend  einigen auf, dass das Bodenfeld auf Dauer eine attraktive Chillout-Zone werden könnte.

Nachdem der Hessentags-Trubel vorüber war, die Bauarbeiten abgeschlossen, die Felderwirtschaft wieder aufgenommen wurden, nahmen auch Hunde und deren Halter ihre Routine wieder auf, in der Hoffnung, dort wieder ungestört - und auch ohne andere Menschen zu stören - spazieren gehen zu können. Doch weit gefehlt. 

Junge Rowdies nutzen nun die befestigten  Wege allabendlich als Rennpisten für ihre aufgemotzten Autos. Die Buchten an der Lahn, die Brücke am Ablaufbecken, die neue Aussichtsplattform - überall tummeln sich Jugendliche und junge Erwachsene. Sie fahren mit den Autos bis zum Wasser und feiern dort ihre kleinen Parties. Grundsätzlich ist dagegen nichts zu sagen, jedoch wird der Müll, der dabei entsteht, nicht wieder mitgenommen, sondern dort an Ort und Stelle entsorgt. Flaschen werden kaputt geworfen, so dass überall Glasscherben herum liegen. Mittlerweile sieht es auf dem Bodenfeld aus wie auf einer Mülldeponie.

Radsportler weichen vom direkt daneben liegenden Fahrradweg auf die neu angelegten Wege im Feld aus, vermutlich, weil die Natur dort schöner ist. Leider werden aus Fahrradfahrern zunehmend semi-professionelle Rennfahrer in Trikots, die ohne Rücksicht auf Verluste - oder Hunde und Kinder - die Wege entlang kacheln, was der Reifen her gibt. Bittet man darum, man möge doch etwas langsamer an den Hunden vorbei fahren (die man übrigens meistens nicht mal mehr abrufen kann, weil die Herren Radfahrer viel zu schnell sind), muss man sich beschimpfen lassen. Auf die Idee, dass man sich eventuell auch als Radfahrer an Verkehrsregeln zu halten hat oder gar die Möglichkeit, dass es eine Frage der gegenseitigen Rücksichtnahme sein könnte..  nein auf diese Idee kommen solche Rennfahrer nicht. 

Die Stadt Wetzlar scheint kein Interesse daran zu haben, dass hier ein Stück Natur zu erhalten ist. Auf Nachfragen wegen Mülleimern oder Schranken, die ein direktes Befahren mit dem Auto verhindern könnten, wurde nicht reagiert. Die Frage, warum diejenigen, die mit ihrer Hundesteuer die Stadt unterstützen, selbst keine Unterstützung bekommen, blieb ebenfalls unbeantwortet. 

Der erste Auto-Rowdie ist nun schon in der Kurve an der Bahnunterführung in die Lahn gerast und das Auto musste mit THW und Feuerwehr geborgen werden. Wann wird das erste Kind oder der erste Hund überfahren? Wann geht das erste Pferd durch, weil ein rücksichtsloser Radfahrer es im Vorbeirasen erschreckt hat? Muss erst was passieren, bevor die Stadt eingreift und z.b. Schranken anbringen lässt?  Wir dürfen gespannt sein.


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