Handwerk für den Nachwuchs attraktiv machen

Versammlung  Tischler-Innung ist angesichts voller Auftragsbücher und gelungener Fusion zufrieden

Freuen sich angesichts der guten Gesamtlage des heimischen Tischlerhandwerks (v.l.): Sascha Prochazka, Leiter der Steuer und Unternehmensberatungsstelle Gießen/Lahn-Dill, Roland Siegmund, Vorsitzender des Gesellenprüfungsausschusses der Innung, Sebastian Hoffmanns, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Lahn-Dill, und Holm Pfeiffer, Obermeister der Tischlerinnung Lahn-Dill. (Foto: Ewert)

Er stellte den Bericht für das Geschäftsjahr 2017 bei der Innungsversammlung im Landhaus „Hui Wäller“ in Beilstein vor. Die Auftragsbücher der Betriebe seien gut gefüllt. Das spürten wohl auch Großhändler, denn vereinzelt sei von langen Lieferzeiten seitens der Plattenindustrie zu hören, „die mit der Produktion der vom Tischlerhandwerk benötigten Plattenwerkstoffe kaum nachkommt“.

Vor diesem konjunkturell sehr begrüßenswerten Hintergrund arbeiten die Standesverbände an einer Stärkung ihrer Lage. So wurde die seit etlichen Jahren vorbereitete Fusion der Tischler-Fachverbände Hessen und Rheinland-Pfalz vollzogen. „Endlich ein großer geschlossener Dachverband“, sagte Holm Pfeiffer, der als stellvertretender Landesinnungsmeister Hessen in diese strukturelle und organisatorische Veränderung einbezogen war. Sitz des neuen Dachverbandes „Leben Raum Gestaltung Hessen Rheinland-Pfalz“ ist Bad Wildungen, die Geschäftsführung liegt in den Händen von Hermann Hubing aus Gießen. Der Zusammenschluss hat laut Holm Pfeiffer viele Vorteile: gesellschaftlich-politische nach außen und wirtschaftliche nach innen. Denn der Verwaltungsapparat müsse jetzt nur noch einmal unterhalten werden. Präsident des neuen bundesländerübergreifenden Verbandes, unter dessen Dach auch der Fachverband Hessen-Tischler seinen Platz hat, ist der rheinland-pfälzische Landesinnungsmeister Stefan Zock, sein Stellvertreter der hessische Landesinnungsmeister Wolfgang Kramwinkel.

Schule bald nur noch am Standort Wetzlar

Der Tischlerinnung Lahn-Dill gehören wie vor Jahresfrist 51 Mitgliedsbetriebe an. Auch die Ausbildungssituation ist laut Obermeister Pfeiffer zufriedenstellend. „Wir können über einen Mangel an Nachwuchs bislang nicht beklagen, müssen aber natürlich auch weiterhin etwas dafür tun, unser Gewerk für Schulabgänger interessant zu machen“, erklärte der Obermeister.

Derzeit werden 76 junge Menschen zu Tischlern ausgebildet. Was den berufsschulischen Teil der dualen Ausbildung angeht, geschah das bisher an den beiden Schulstandorten Wetzlar und Dillenburg. Hier aber haben sich die Gewichte verlagert. Den Schulstandort Wetzlar besuchen derzeit 57 Lehrlinge, die Berufliche Schule in Dillenburg nur noch 17. In Abstimmung mit dem Schuldezernenten des Kreises, Heinz Schreiber, den jeweiligen Schulleitungen und der Tischlerinnung wurde laut Pfeiffer „eine für die Schüler gute Entscheidung getroffen“. So wird ab dem Schuljahr 2018/2019 nur noch die Siemensschule in Wetzlar Schulstandort für den Tischlernachwuchs aus dem gesamten Lahn-Dill-Kreis sein. Das sei nicht nur im Blick auf die Kosten eine vernünftige Entscheidung.

Für die Freisprechung 2018 der Junggesellen hat sich der Innungsvorstand wieder etwas Besonderes einfallen lassen, berichtete Holm Pfeiffer. So wird die Ausstellung der Gesellenstücke am 21. Juni im Foyer des Energieanbieters ENWAG in Wetzlar eröffnet und für zehn Tage zu sehen sein. Am 22. Juni steigt dann die „etwas andere Freisprechungsfeier“ mit Übergabe der Gesellenbriefe im Rahmen einer „Freisprechungsparty“ im Beach-Club am Dutenhofener See „mit entsprechendem Drumherum“. (ew)


Mit ePaper wird die Zeitung digital: Testen Sie jetzt das ePaper Ihrer Heimatzeitung zwei Wochen kostenlos!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2018
Kommentare (0)
Mehr aus Ausbildung & Studium