Wann kommt die Entwarnung?

TRINKWASSER Antworten auf die häufigsten Fragen zur Keimbelastung

In den betroffenen Gebieten sollte Trinkwasser weiter abgekocht werden, noch ist das gechlorte Wasser nicht in Wetzlar angekommen. (Foto: Archiv)

Die enwag antwortet auf die häufigsten drängenden Fragen.

Welche Stadtteile von Wetzlar sind betroffen?

Betroffen sind Naunheim sowie die Stadtbezirke Niedergirmes und Dalheim, Teile der Kernstadt und einige Straßenzüge von Hermannstein, in denen weiches Wasser fließt (Am Hundsrück, Altvaterstraße, Oderweg, Friedenstraße, Hessenweg, Stettiner Weg, Danziger Weg, Weingartenstraße). Deren Trinkwasser stammt vom Wasserwerk Wohratal des Zweckverbands Mittelhessische Wasserwerke (ZMW). Wetzlar bezieht Wasser aus zwei verschiedenen Fernwasserleitungen des ZMW und aus Eigengewinnungsanlagen wie der Grube Fortuna. Die topografische Lage des jeweiligen Gebiets ist entscheidend dafür, woher das Wasser kommt. An den Übergängen lässt sich die Trennung nicht überall aufs Haus genau definieren.

Warum ist nur ein Teil von Wetzlar betroffen?

Die Trinkwasserversorgung Wetzlars obliegt der enwag. Im Trinkwassernetz der Stadt bleibt das Wasser der drei unterschiedlichen Herkünfte eigentlich ungemischt. Dafür sorgen die jeweilige topografische Lage und der Wasserdruck.

Seit wann ist das Trinkwasser belastet?

Am Donnerstag, 30. Juni, sind bei regulären routinemäßigen Proben die schädlichen Keime festgestellt worden. Der betroffene ZMW und die zuständigen Gesundheitsämter haben umgehend Vorsorgemaßnahmen beschlossen, die Ursachenforschung eingeleitet und die angeschlossenen Städte sowie deren Wasserversorger informiert. Es gibt klare Vorgaben für Maßnahmen und Informationspflicht. Die Desinfektion wurde sofort eingeleitet.

Womit ist das Trinkwasser verunreinigt?

Im Trinkwasser sind Coli-Bakterien gefunden worden. Diese haben sich über die 65 Kilometer lange Transportleitung vom Wasserwerk Wohratal bis nach Wetzlar verteilt. Coliforme Keime sind Indikatoren für organische Stoffspuren wie Fäkalien. Sie kommen auch im menschlichen Darm vor.

Wie sind die Keime ins Trinkwasser gelangt?

Sie sind über die Wasserfassungen von einem der acht Brunnen des Wasserwerks Wohratal in die Hauptwasserleitung nach Wetzlar gelangt. Derzeit ist noch unbekannt, wie die Keime in die Wasserfassung des Brunnens kommen konnten. Die Analyse läuft.

Welche Vorsichtsmaßnahmen wurden getroffen?

Die Gesundheitsämter der betroffenen Kreise haben mit dem ZMW vereinbart, den betroffenen Brunnen sofort außer Betrieb zu nehmen. Zudem haben sie am Freitag (1. Juli) die Chlorung des Wasserwerks und der Hauptwasserleitungen angeordnet. Chlor desinfiziert. Bis die Desinfektion jedoch jeden Winkel des langen und verzweigten Rohrnetzes erreicht hat, dauert es einige Tage. Die Leitung von Wohratal bis nach Wetzlar ist 65 Kilometer lang; etliche Hochbehälter sind darin integriert.

Wann erfolgt die Entwarnung?

Bis das gechlorte Wasser überall im Netz angekommen ist und wirkt, kann es bis zu einer Woche dauern. Ist es soweit, ziehen die Wasserversorger an verschiedenen Stellen Proben. Liegen die Werte wieder im Normbereich, gibt es Entwarnung - über die Medien und unter www.enwag.de.

Was muss ich beachten?

Coli-Bakterien können Übelkeit, Erbrechen, Fieber und Durchfall auslösen. Gefährdet sind besonders Säuglinge, Schwangere sowie kranke und ältere Menschen. Schützen kann man sich ganz einfach:

- Wasser vor der Verwendung abkochen, bis es sprudelt.

- Zur Zubereitung von Säuglingsnahrung Mineralwasser aus der Flasche verwenden.

- Zum Zähneputzen und Geschirrspülen abgekochtes Wasser verwenden. Geschirr aus dem Geschirrspüler mit aufgekochtem Wasser nachspülen.

- Bei offenen Wunden nicht duschen oder baden. Sie könnten sich durch das Chlor entzünden.

- Gechlortes Wasser nicht für Aquarien verwenden - Fische vertragen es nicht.

Wohin kann ich mich mit Fragen wenden?

- enwag, www.enwag.de, Info-Telefon (0 64 41) 939 0. (gro)


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