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ADHS: "Das Krankheitskonzept stimmt nicht"

SERIE Neurobiologe Gerald Hüther fordert von der Gesellschaft einen anderen Umgang mit ihren Kindern, statt Pillen zu verschreiben

LIMBURG/GÖTTINGEN Professor Gerald Hüther ist Neurologe und ADHS-Kritiker. Nicht die Kinder sind das Problem, sondern die Gesellschaft, in der sie keiner haben will, lautet seine These zu ADHS.

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Ich verstehe die Haltung und Aussagen Herrn Prof. Hüthers im Zusammenhang mit der AD(H)S nicht. Erstens heißt sie zwar „Aufmerksamkeitsdefizitstörung“, doch differenziert die Forschung bereits seit bald drei Jahrzehnten mehr
zwischen dem generellen Mangel an Aufmerksamkeit und der Problematik der Willkürsteuerung der Aufmerksamkeit. Ersteres meint eine grundsätzliche Unfähigkeit, sich zu konzentrieren. An dieser leiden die ADHS-Kinder, wie Herr Prof. Hüther an seinem Beispiel des legospielenden Jungen darlegt, nicht. Zweites meint die Schwierigkeit, die Aufmerksamkeit willentlich auf etwas zu richten und zu halten, das dem Menschen uninteressant erscheint, obwohl er weiß, dass es wichtig ist. Diese Fähigkeit wird im Zeitalter der multimedialen Dauerreizung der Sinne immer wichtiger, zumal nicht zuletzt die pädagogischen Strukturen in Kindergärten und Schulen, aber auch der Alltag in den Familien auf Offenheit, Pluralität und Freiheit in der Auseinandersetzung mit vielfältigen Gegenständen abzielen. Schauen Sie (der Leser, die Journalistin, Herr Prof. Hüther und Kollegen) in die gerade erschienene Shell Jugendstudie 2015 und versuchen Sie aus den Aussagen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen selbst abzuleiten, ob die sich unfreier, mehr gefordert und gegängelt, durch die Gesellschaft in ihrer Persönlichkeit nicht gesehen sowie in ihrer individuellen Entwicklung eingeschränkter erleben als Gleichaltrige vor 50 Jahren, vor der massenhaften ADHS-Diagnose sowie der medikamentösen Behandlung der Störung. Sie werden sehen und verstehen, dass die Bedingungen, die Sie als Übel der Gesellschaft und Ursache für Verhaltensweisen wie die ADHS skizzieren, so nicht gegeben sind. Richtig ist: Die Natur, dass wilde, in Teilen auch rücksichtslose Spiel jenseits der Kinderzimmer und pädagogisch wertvollen Abenteuerspielplätze war früheren Generationen näher. Doch kam diesen Generationen weder mehr Aufmerksamkeit ihrer Eltern und Verständnis ihrer Lehrer zu, noch waren sie als Kinder freier, unbelasteter und unbekümmerter. Was immer die Ursache der ADHS als Syndrom sein mag: es ist nicht die andere Erziehung der Eltern, es ist nicht die andere Schule, es ist nicht die Haltung der Gesellschaft zu Leistung und Wettbewerb! Herr Prof. Hüther sagt viel Wahres über die Voraussetzungen einer schönen Kindheit, zugleich jedoch viel Falsches über die ADHS und ihre Ursachen.
Der sogenannte Hirnforscher, Philosoph und Universalexperte Gerald Hüther ist kein Neurologe. Ein Neurologe ist ein Facharzt für Neurologie. Gerald Hüther hat Biologie studiert und sich im Rahmen seiner lange mehr
vergangenen Tätigkeit als einst seriöser Wissenschaftler auf Neurobiologie spezialisiert. Gerald Hüthers persönliche und auf individueller Wissenschaft beruhenden Ansichten zu ADHS sind seine legitime Meinung. Nur: Meinungen sind Meinungen und Fakten sind Fakten. Und die wissenschaftliche Faktenlage zu ADHS zeigt dann doch etwas ganz anderes als die eigenwilligen Aussagen des Neuro-Popstars und Universalexperten Gerald Hüther.
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