Bach bekommt weiterhin Farbe

Umwelt  Bürgermeister und Betreiber gehen derzeit von Rückständen aus

Hartnäckig: Auch nachdem der Zufluss auf der Paintballanlage verlegt wurde, wird das Wasser bei Starkregen gelb. (Foto: Berns)

Bei den Bürgern sorgte das für ungläubiges Kopfschütteln, hatte die Stadt doch nach Rücksprache mit dem Betreiber versichert, dass sich das Problem bis Ende August geklärt haben sollte.

Rückblick: Im Frühjahr und Sommer verfärbte sich der kleine Bach, der durch den Ort fließt, bei starken Regenfällen immer wieder und wurde leuchtend gelb.

Betreiber sagt: „Man muss abwarten, was bei den nächsten starken Regenfällen passiert“

Mehrere Ursachen von einer gezielten Verunreinigung bis hin zu mineralischen Rückständen – der Grundbach fließt auch durch ein früher für den Bergbau genutztes Gebiet – wurden diskutiert. Ende Juli stand nach eingehenden Untersuchungen dann fest, dass die Farbe von der Paintballanlage oberhalb des Ortes stammt. Dort wurde anscheinend eine Drainage versehentlich falsch angeschlossen. Farbe, die sich im auf der Anlage verlegten Kunstrasen ansammelte, wurde bei Regen ausgewaschen und floss dann in den Bach. Der Betreiber ließ nach eigenen Angaben die Zuleitung umlegen. Doch nun hat sich der Bach erneut gelb gefärbt. Woran liegt das?

Der Solmser Bürgermeister Frank Inderthal (SPD) sagt: „Wir waren vor Ort, der Betreiber hat uns versichert, dass er die Drainage an den richtigen Anschluss gelegt hat. Allerdings waren die Baugruben schon zu, als wir da waren.“ Er geht aber davon aus, dass alles seine Richtigkeit hat. Dass immer noch Farbe kommt, liege vermutlich an Rückständen in den Rohrleitungen, welche sich bei der lange Trockenperiode im Sommer gebildet hätten, sich bei Regen dann auflösen und in den Bach fließen würden.

Auch der Anlagenbetreiber, Stephan Steiner, kann sich das vorstellen. Er versichert auf Nachfrage, dass die Zuleitung nach Absprache mit den Solmser Stadtwerken an den richtigen Anschluss gelegt worden sei. Die Paintballanlage habe auch die Kosten hierfür getragen, deren Höhe er aber noch nicht genau beziffern könne.

Er sieht bei der Sache allerdings noch ein ganz anderes Problem: „Ganz früher war hier wohl mal eine Metallgießerei. Aus dieser Zeit stammen noch die Rohre und die sind anscheinend marode.“ Zumindest habe es schon zwei Wasserrohbrüche gegeben. Die Leitungen müssten wohl saniert werden. Daher könne er kleinere Löcher im Bereich des Zuflusses nicht gänzlich ausschließen. Man müsse abwarten, was bei den nächsten starken Regenfällen passiere. Er sei als aktueller Betreiber aber bestrebt, das alles in Ordnung käme. Und er hoffe, dass der Spuk rund um das gelbe Wasser bald vorbei sei.

Warum das Problem erst jetzt auftaucht: „Wir sind ja noch nicht so lange Betreiber hier und vorher war auf der Anlage wohl nicht so viel los.“


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