Die Region ist diesmal der Star

Kultursommer  141 Veranstaltungen an 79 Orten vom 17. Juni bis 30. September

Die vier Musiker von „Blech im Berg“ lassen erleben, wie sich ihre Musik in der Schauhöhle in Breitscheid angehört. (Fotos: Kultursommer)
Die vier Musiker von „Blech im Berg“ lassen erleben, wie sich ihre Musik in der Schauhöhle in Breitscheid angehört. (Fotos: Kultursommer)
Stolz auf Inhalt und Aussehen des neuen Programms sind (v. l.) Nicole Schlabach, Sybille Atzbach und Frank Dauer. (Foto: Heiland)
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Der Geschäftsführer hat am Montag im Restaurant Heyligenstaedt in Gießen zusammen mit der Vorsitzenden Sybille Atzbach vorgestellt, was kommt. Und das ist allerhand. Der Kultursommer Mittelhessen findet vom 16. Juni bis 30. September statt. Der Junge Kultursommer startet am 22. Mai.

141 Veranstaltungen an 79 Orten machen klar, dass qualitativ hochwertige Veranstaltungen eben nicht nur den Städten vorbehalten sind, sondern auch in der ländlichen Region erfolgreich sein können. Dauer: „Wir bieten unserem Publikum nicht nur herausragende Künstler und kreative Veranstaltungen, sondern zeigen diese im Zusammenspiel mit unserer mittelhessischen Kulisse, den Burgen, Schlössern, Höhlen, Wäldern, Fachwerkhäusern, Flüssen und Dorfplätzen.“

Los geht’s am 17. Juni im Erwin-Piscator-Haus in Marburg mit „Ulei Die Show“. Neben Moderator Lars Ruppel stehen Bachmannpreisträgerin Nora Gomringer, Philipp Scholz, Felix Lobrecht, Jason Bartsch und Babeli auf der Bühne. Während die Poeten, Beatboxer, Wortwettkämpfer und Comedy-Stars dort die Mikros zum Glühen bringen, entsteht sichtbar ein Bild von dem Abend auf Leinwand. Kunst, von Kunst inspiriert.

Besondere Veranstaltungen an besonderen Orten verspricht der Kultursommer. „Blech im Berg“ verlegt ein Jazzkonzert in die Tropfsteinhöhle „Herbstlabyrinth“ in Breitscheid.

Kammersängerin Edda Moser in Wetzlar, „Opas Diandl“ in Biedenkopf und Kabarettisten in Leun

Die Brassband „Volxtanz“ spielt Afropop, Balkanbrass, Soul und Jazz auf einer Lahninsel in Runkel. Thomas Hettche liest aus seinem Roman „Pfaueninsel“ auf der Klinkel’schen Lahninsel in Gießen. Der Stummfilmklassiker „Nosferatu“ wird begleitet von der Jazzband „Küspert & Kollegen“ im alten Jugendstil-Hallenbad in Friedberg. Und mit dem Kunstwanderweg der ErzArt4 in Mücke ist das ganze Dorf Kulisse für Objekte.

Kammersängerin Edda Moser erzählt im Haus Friedwart in Wetzlar und der Autor Jochem Wolff spricht im Goethehaus in Volpertshausen über Maria Callas, die er 1973 traf und mehrere Porträtskizzen verfasste.

Das Main-Barockorchester trifft man in der Gießener Johanneskirche, die „Capella Musica Dresden“ in Kloster Engelthal, das „Barrios Guitar Quartet“ in der Kapelle der Gießener Vitos-Klinik und die „Echo-Klassik“-Preisträger Karla Schröter und Willi Kronenberg musizieren mit ihrem „Concert Royal“ in der Liebfrauenkirche Hadamar.

Ein fester Bestandteil des Kultursommers ist das Kabarett auf dem Lande. Diesmal sind dabei: Philipp Weber, Mathias Tretter, Michael Quast und Philipp Mosetter, Lutz von Rosenberg Lipinsky, Susanne Hasenstab und Emil Emaille, Sabine Fischmann & Ali Neander, „Belle Melange“, Martin Guth.

Und dann gibt es noch die, so Dauer, die in kein Genre passen, jedoch unbedingt erwähnt werden müssen: „Opas Diandl“ bietet alpenländische Tradition, modern interpretiert, in Biedenkopf, Freienfels und Münzenberg.

Vladimir Korneevs leidenschaftliche Chanson-Interpretationen hört man in Wetzlar, wo auch das „Ensemble Eden“ Musik zwischen Klassik und Jazz spielt.

Erstmals dabei ist unter anderem die Stadt Leun, wo man eine kabarettistische Lesung von und mit Susanne Hasenstab und Emil Emaille erleben kann.

Das alles kostet Geld, das weiß auch die Dritte im Bunde: Nicole Schlabach (Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen) lobte das umfangreiche Programm, unterstrich das Ziel, hochkarätige Kulturveranstaltungen auch aufs Land zu bringen, und erklärte, dass der Kultursommer eines der wichtigsten Förderprojekte sei, das man auch weiter unterstützen wolle, trotz finanzieller Probleme überall. Man müsse sich eben konzentrieren befand sie und bedauerte, dass dabei leider manches andere hinten runterfallen müsse.

 

Das Programmheft

Das Programmheft liegt in allen Sparkassenfilialen, öffentlichen Einrichtungen, Tourist-Informationen, Buchhandlungen und bei allen Veranstaltern bereit. Alle Veranstaltungen mit zusätzlichen Infos, verlinkten Audio- und Videodateien auf www.kultursommer-mittelhessen.de

Der Kultursommer Mittelhessen und der Junge Kultursommer Mittelhessen verbuchten 2017 rund 30 000 Besucher, davon allein 9000 Kinder und Jugendliche.

Die Kultursommer-Card kostet 30 Euro für Erwachsene, Schüler, Studenten, Azubis und Erwerbslose 5 Euro. Die Karte gewährt 50 Prozent Nachlass.

Der Etat 2018 umfasst 240 000 Euro. Förderer und Sponsoren sind: das Land Hessen, Sparkassen- Kulturstiftung Hessen-Thüringen, Lotto Hessen, OVAG, „Interaktive“, die Kreise Lahn-Dill, Gießen, Wetterau, Marburg-Biedenkopf, Limburg-Weilburg und Vogelsberg sowie die Städte Marburg, Gießen und Wetzlar.

 

Der Junge Kultursommer Mittelhessen

Der Junge Kultursommer Mittelhessen bietet 55 Vorstellungen an 25 verschiedenen Orten, darunter acht Mal Kindertheater an für Kinder von drei bis sechs Jahren, darunter „Pettersson und Findus“ und „Ich mach dich gesund  sagt der Bär“. Es gibt zwei Theaterstücke für Schulklassen, eine phantastische, musikalische Reise mit „Oi, oi Emine, yallah, yallah Mustafa“, eine interaktive Lesung mit Uli Potofskis „Kick und Read“, zwei Kunstprojekte „Planeten“ und „Armer Mann und reicher Mann“, ein Familienkonzert „Don Quichotte und Sancho Pansa“ und die HipHop-Streetdance-Action „Auftakt der Kunst“.


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