Es knallt mal wieder: Düsenjets

GERÄUSCH Mittelhessen wundern sich über Explosionsgeräusche

Wie auf unserem Symbolbild sollen Kampfflugzeuge über Mittelhessen die Schallmauer durchbrochen haben, was neben dem sichtbaren Wolkenscheibeneffekt zu lautem Knallen führt. (Archivfoto: Gay)

In Wetzlar war das doppelte Geräusch gegen 9.15 Uhr deutlich zu hören, Sekunden später auch in Weilburg, wo uns eine Leserin schilderte, dass sich die Knallgeräusche wie gewaltige Explosionen angehört hätten. In Leun ging laut Polizei möglicherweise sogar eine Scheibe zu Bruch. In Driedorf gingen die Menschen auf die Straßen, um nach dem Rechten zu sehen.

Doch kein Grund zur Sorge: Es waren wieder einmal nur zwei Düsenjets, die die Schallmauer durchbrochen haben. Die Polizei in Friedberg, offenbar durch viele Anrufe beschäftigt, fragte bei der Deutschen Flugsicherung in Langen an und die bestätigte die Annahme: Die Geräusche stammten von Jets der Bundeswehr, die in Überschallgeschwindigkeit die Schallmauer durchbrachen.

Den Hintergrund liefert die Polizei in Unterfranken - auch dort war der Überschallknall deutlich zu hören: Offenbar war der Funkkontakt zu einem Flugzeug abgebrochen. Demnach stammte der Knall von einer Alarmrotte der Bundeswehr, die in solch einem Falle aufsteigt - zuletzt am 25. August. Wenige Minuten später twitterten die fränkischen Beamten dann Entwarnung: "Der Funkkontakt zum Flugzeug konnte wieder hergestellt werden! Ihr müsste euch keine Sorgen machen!"

Ein Sprecher der Luftwaffe sagte später, dass eine gute Viertelstunde nach dem Start der beiden Eurofighter wieder Kontakt zu dieser zivilen Maschine, die auf dem Weg von Rumänien nach Brüssel war, bestand. Der Pilot habe bemerkt, dass er die falsche Funkfrequenz eingestellt hatte und den Fehler korrigiert. 

Erst vor kurzem hatten es Abfangjäger über Mittelhessen knallen lassen. Am 25. August waren es ebenfalls zwei Kampfjets, die nach unterbrochenem Funkkontakt zu einem Verkehrsflugzeug in die Luft gestiegen waren und dabei die Schallmauer durchbrochen hatten. (mgl/br/dwe/dpa)

 

REGELN IM LUFTRAUM

Der deutsche Flugraum ist in 80 Sektoren eingeteilt. Immer wenn ein Flugzeug in einen Sektor einfliegt, muss es die Funkfrequenz wechseln. Tut es das nicht, wird routinemäßig eine Alarmrotte aus zwei Eurofightern der Bundeswehr alarmiert, die sich in der Luft ein Bild von der Lage macht. Dass Funkkontakte von Flugzeugen zum Boden abreißen, kommt der Luftwaffe zufolge in Deutschland jährlich 15 bis 20 Mal vor. Dass ein Notfall vorliege, sei die Ausnahme. In der Regel sei ein Bedienfehler der Besatzung Grund für die Funkstille. (dpa)


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