Feuer und Flamme für Olympische Spiele

LEUTE Ann-Kathrin Müller aus Hüttenberg fährt mit der Deutschen Sportjugend nach Rio de Janeiro

Reisefertig: Ann-Kathrin Müller hatte ihren Koffer am Donnerstag fertig gepackt. Die Teilnehmer des Jugendlagers flogen am Freitag nach Brasilien. (Foto: Berns)

Den Koffer in knalligem Orange, versehen mit dem Logo der deutschen Olympioniken, hatte Ann-Kathrin Müller bei unserem Besuch am Donnerstag schon fertig gepackt. Das Reisegepäck wie auch die offizielle Mannschaftsbekleidung hat die Deutsche Sportjugend (dsj) im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) der Gruppe von jungen Sportlern zur Verfügung gestellt, die ins Deutsche Olympische Jugendlager (DOJL) nach Rio de Janeiro reisen dürfen.

50 Teilnehmer sind es, die die "Faszination Olympia" mit Athleten aus der ganzen Welt teilen dürfen. Ann-Kathrin freut sich sichtlich, dass sie dabei ist und erzählt, wie für sie die Reise zustande kam: "Ich hatte von dem Jugendlager der deutschen Ruderjugend gehört und mich dort beworben. Leider war ich schon etwas spät dran. Da sie bei der Ruderjugend die Plätze nach Einschreibedatum vergaben, kam ich nur noch auf die Warteliste." Doch die Schülerin aus Hochelheim bekam eine zweite Chance: "Allen, die auf die Warteliste kamen, hat die Ruderjugend einen Link geschickt. Über den konnten sich Interessierte für das Jugendlager der dsj bewerben." Für das DOJL waren nicht der Eingang der Bewerbung, sondern sportliche Erfolge und sportliches Engagement ausschlaggebend.

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Das konnte Ann-Kathrin Müller locker nachweisen. Seit vier Jahren ist das Rudern ihr Sport. Sie trainiert quasi täglich. Ihr Verein ist die RG Wetzlar. Bei den deutschen Juniorenmeisterschaften in Hamburg hat die 17-Jährige in diesem Jahr gut abgeschnitten. Mit dem Doppelvierer der U 19-Frauen belegte sie den fünften und im Doppelvierer der U 23-Frauen den vierten Platz.

"Es ist eine Ehre, in ein so weit entferntes Land zu reisen und dort dieses Sportereignis zu erleben"

Einen Platz im olympischen Jugendlager bekam Ann-Kathrin Müller dann auch noch und ist vom 5. August an bei den Spielen in Rio mit dabei. "Es ist schon toll, dass ich jetzt die Möglichkeit habe, so viele Sportler aus verschiedenen Ländern zu sehen. Außerdem finde ich es spannend, Brasilien, die Kultur und die Menschen dort kennenzulernen", sagt sie und man merkt: Die Freude ist riesig.

Neben Workshops und Seminaren dürfen die Teilnehmer auch die Wettkämpfe besuchen. "Es gibt pro Person und pro Tag ein Kartenkontingent, so dass wir auswählen können, wo wir mit dabei sein wollen", erklärt die Schülerin, die vor ihrer Ruderkarriere Handball spielte. "Ich würde mir unheimlich gerne ein Handballspiel zwischen Deutschland und Schweden anschauen. Auch ein Ticket für einen der Ruderwettkämpfe wäre toll; und Schwimmen, Leichtathletik, Judo oder Badminton fände ich ebenfalls spannend. Ich muss natürlich erst mal abwarten, welche Wettkämpfe sich die anderen Teilnehmer anschauen möchten und für was ich überhaupt ein Ticket bekomme", sagt Ann-Kathrin Müller.

Fühlt sie sich denn gut genug vorbereitet für die Reise und den Aufenthalt in Brasilien? "Klar", lacht Müller und erzählt, dass es Ende Mai bereits ein mehrtägiges Treffen aller Teilnehmer in Köln gab. Kennenlernen, Organisation der Reise und viele Informationen über Brasilien und die brasilianische Kultur hätten dort auf dem Programm gestanden. Seit dem Treffen könne sie die Reise viel entspannter angehen, sagt sie.

Ein Höhepunkt ihres Aufenthalts in Brasilien wird neben den Wettkämpfen und den Diskussionsrunden mit brasilianischen Jugendlichen und Sportlern möglicherweise ein Treffen mit Bundespräsident Joachim Gauck sein. Ob und was sie den fragen wird, dass will ich die 17-Jährige überlegen, wenn es soweit ist.

Ansonsten ist Ann-Kathrin Müller auch ein wenig stolz, dass sie am Jugendlager teilnehmen darf: "Das ist schon etwas Besonderes. Wir vertreten schließlich die deutsche Sportjugend und es ist eine Ehre, in ein so weit entferntes Land zu reisen und dort dieses große Sportereignis zu erleben."

Die Olympischen Spiele dauern bis zum 21. August. Dann fliegen auch die Teilnehmer des Jugendlagers wieder nach Hause. Während der Spiele will Ann-Kathrin Müller diese Zeitung und ihre Leser auf dem Laufenden halten, was sie im Jugendlager, bei den Wettkämpfen und bei Veranstaltungen der dsj so alles erlebt. "Ich hoffe, dass das klappt, denn eines weiß ich noch nicht: Wie oft ich in Brasilien Gelegenheit haben werde, ins Internet gehen zu können", lacht sie.


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