Gemeinsam Gutes tun

HELFT UNS HELFEN Spenden kommen diesmal "Charly & Lotte" und Hospizarbeit zugute

Zum Auftakt der Aktion "Helft uns helfen" traf sich eine Abordnung der Zeitungsgruppe Lahn-Dill mit Mitarbeitern des Hauses Emmaus und Tätigen anderer Vereine und Organisationen, die sich in der Hospizarbeit verdient machen. (Foto: Reeber)

Warum ist die begleitete Trauerarbeit für Kinder und Jugendliche so wichtig? Stirbt ein geliebter Mensch oder erkrankt ein Familienmitglied schwer, dann zerbricht für Kinder und Jugendliche oft eine ganze Welt. Und nicht nur das: "Kinder trauern anders", sagt Petra Gießler, hauptamtliche Koordinatorin bei "Charly & Lotte". Der Startschuss für das Hospizprojekt fiel 2014, Träger ist die Hospiz Mittelhessen GmbH.

"Charly & Lotte" bietet trauernden Kindern und Jugendlichen Hilfe an, stärkt sie in Krisensituationen, die ohne Hilfe oft nicht zu bewältigen sind. Notwendig ist dies auch, weil Eltern in solchen Situationen oft überfordert oder hilflos sind - müssen sie doch auch noch die eigene Trauer, Sorgen und Ängste bewältigen sowie dafür sorgen, dass der Alltag nicht aus dem Ruder läuft.

Zentraler Bestandteil von "Charly & Lotte" ist das Beratungstelefon. Hier können Betroffene anrufen und erhalten eine erste Beratung. Daneben bietet die Hospiz Mittelhessen GmbH auch Trauergruppen an. Ziel der Gruppen ist es, Kinder und Jugendliche zusammenzubringen, die Ähnliches erlebt haben, und so Isolation zu vermeiden oder zu durchbrechen. Wer aus bestimmten Gründen nicht an einer der Gruppen teilnehmen kann oder möchte, den begleiten die Mitarbeiter von "Charly & Lotte" auch einzeln. Petra Gießler bespricht als Koordinatorin mit der Familie das Angebot und setzt in Absprache mit der Leiterin des Hospizhauses Emmaus in Wetzlar und Initiatorin des Projekts, Monika Stumpf, einen ehrenamtlichen Trauerbegleiter ein.

Neben der direkten Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen bietet "Charly & Lotte" auch viele Fortbildungen in Kindertagesstätten und Schulen an.

Viele Themen, auf die diese Zeitung bis Ende Januar in verschiedenen Artikeln noch detaillierter eingehen wird, damit die Leserinnen und Leser einen fundierten Einblick in die Arbeit des wichtigen Projektes bekommen können. "Die Arbeit von ,Charly & Lotte‘ richtet sich in erster Linie an betroffene Kinder und Jugendliche. Darüber hinaus hilft es durch das Engagement in Schulen und Kindergärten, den Hospiz-Gedanken in der Gesellschaft zu verankern", sagt Uwe Röndigs, Chefredakteur der Zeitungsgruppe Lahn Dill. Er ist überzeugt, dass "Helft uns helfen" 2016/17 einen guten Beitrag zur Fortführung des Angebots leisten kann. ",Charly & Lotte‘ ist ein hervorragendes Projekt, das in die gesamte Region hineinstrahlt. Die Verbindung zu vielen anderen Hospizgruppen und -einrichtungen in ganz Mittelhessen zeigt dies."

Finanzierung läuft aus: Das Projekt "Charly&Lotte" ist auf Spenden angewiesen, um Arbeit fortzusetzen

Und Koordinatorin Gießler weiß: "Dass wir von der Aktion bedacht werden, sehen wir als wertschätzende Anerkennung unserer Arbeit. Daraus schöpfen wir Kraft und immer wieder neue Motivation."

Die Resonanz auf das Projekt in der Region ist groß. 80 Kinder und Jugendliche, in vielen Fällen auch deren Angehörige, wurden und werden begleitet. Möglich war dies bisher auch deshalb, weil das Projekt durch eine sogenannte Anschubfinanzierung der Glücksspirale unterstützt wurde. Durch diese wurden im ersten Jahr 80 Prozent, im zweiten Jahr 60 Prozent und im dritten Jahr 40 Prozent der Personalkosten übernommen. Hinzu kam eine Sachkostenpauschale von 30 Prozent.

In den drei Jahren der Aufbauphase förderte zudem die AOK das Projekt mit 7000 Euro, so dass Kosten in Höhe von ungefähr 95 000 Euro gedeckt waren. Insgesamt erfordert das Projekt rund 140 000 Euro in den drei besagten Jahren. Die Differenz der Kosten kam hauptsächlich durch Spenden zustande. Hier unterstützte vor allem der Wetzlarer Lions Club das Projekt, aber auch viele Einzelspender trugen zur Finanzierung bei.

Auf Spender ist das Projekt in Zukunft noch stärker angewiesen, denn die Anschubfinanzierung läuft Ende Januar aus. Derzeit steht deshalb die Frage im Raum, wie die Kosten für das Projekt in Zukunft getragen werden können, bislang ist die Finanzierung des Projekts nicht gesichert. Petra Gießler ist daher sehr dankbar, dass sich "Helft uns helfen" ihrem Projekt annimmt: "Das bedeutet für ,Charly & Lotte‘ zumindest mittelfristig die finanzielle Sicherung unserer Angebote für trauernde Kinder und Jugendliche in Mittelhessen."

Deshalb will diese Zeitung in diesem Jahr die Trauergruppe im Rahmen der Aktion "Helft uns helfen" unterstützen. Leser können sich an diesem Vorhaben beteiligen, indem sie einen beliebigen Betrag an das Spendenkonto der Zeitungsgruppe überweisen.

Anschließend kommt der größte Teil der Spendensumme "Charly & Lotte" zugute - ein Projekt, dass Uwe Röndigs besonders am Herzen liegt: "Ich hoffe, dass die Aktion ,Helft uns helfen‘ mit Unterstützung der Leserinnen und Leser diese Einrichtung langfristig finanziell sichert."

Weil sich aber auch andere Vereine und Organisationen der Hospizarbeit widmen und damit schwerkranke Menschen und deren Angehörige unterstützen, werden auch sie mit einem Teil der Spenden bedacht und in verschiedenen Artikeln dieser Zeitung vorgestellt.

 

Die Organisationen und Projekte

- Hospiz Mittelhessen in Wetzlar mit der stationären Pflegeeinrichtung „Haus Emmaus“ und „Charly und Lotte“ als Projekt für trauernde Kinder und Jugendliche
- Hospizdienste Lahn-Dill mit Sitz in Herborn, gemeinnützige GmbH mit „Hospiz Herborn e.V.“ als Förderverein
- Palliativstation der Lahn-Dill-Kliniken in Wetzlar
- Kindertagesstätte Steindorf als Beispiel für Trauerarbeit mit Kindern, die einen Spielkameraden verloren haben
- Hope – Hilfe für trauernde Kinder der Freien evangelischen Gemeinde Dillenburg
- Hospizdienst Immanuel Gladenbach


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