Gericht ahndet Ausraster mit Haftstrafe

Abgeschirmt vor Kameras wurde die 47-Jährige ins Amtsgericht Wetzlar zum Haftrichter geführt. (Foto: Gross)

Der Richter sagte in seiner Begründung, die Frau aus Bischoffen in Mittelhessen habe im Mai dieses Jahres einen Bauarbeiter mit ihrem Auto „zielgerichtet“ umgefahren. Die beiden mitangeklagten Söhne, zur Tatzeit 15 und 17 Jahre alt, wurden freigesprochen. Ihnen sei kein Vorsatz nachzuweisen, erklärte der Richter. Sie sollen einen zweiten Bauarbeiter mit Beilen, einer Axt und einem Baseballschläger angegriffen haben.

In dem Streit war es um mehrere Steine auf der Grundstücksgrenze gegangen. Eine Nachbarin hatte die 48-Jährige mehrmals aufgefordert, die Findlinge von dem gepflasterten Streifen des Nachbargrundstücks zu entfernen. Da sich die Frau weigerte, engagierte die Nachbarin die Bauarbeiter.

Als die 48-Jährige an dem Tag nach Hause kam und die Arbeiten sah, fuhr sie laut Anklage mit rund 30 Stundenkilometern zweimal auf einen der Männer zu und verletzte ihn schwer. Sie habe sich bewusst entschieden, ihr Opfer „über den Haufen zu fahren“, sagte der Richter. Dabei habe sie auch in Kauf genommen, dass der Mann die Attacke nicht überlebt. Ihren Führerschein muss die Frau abgeben.

Die 48-Jährige hatte zunächst seit Mai in Untersuchungshaft gesessen, ist aber derzeit auf freiem Fuß. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (dpa)


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